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Schwierige Suche nach Ersatzquartier

Während der Sanierungsarbeiten im kommenden Jahr braucht der Kindergarten Oberweissach eine Interimsunterkunft

Die Suche nach einem Ausweichquartier für die Kinder aus dem Kindergarten in Oberweissach gestaltet sich schwieriger als gedacht. Für die Dauer der Sanierungsarbeiten nächstes Jahr benötigt die Einrichtung eine Ersatzunterkunft. Aber nach dem Stand der Dinge taugt keine der möglichen Lösungen so richtig – oder aber die Sache wird teuer.

Der Kindergarten in Oberweissach soll nächstes Jahr saniert werden. Nun ist die Gemeinde auf der Suche nach einer Ausweichunterkunft für die Dauer der Bauarbeiten. Archivfoto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Der Kindergarten in Oberweissach soll nächstes Jahr saniert werden. Nun ist die Gemeinde auf der Suche nach einer Ausweichunterkunft für die Dauer der Bauarbeiten. Archivfoto: A. Becher

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Klar ist bisher nur, dass die Krippengruppe im Max-Fischer-Haus der evangelischen Kirchengemeinde Unterschlupf findet. Wo aber die beiden Kindergartengruppen unterkommen, ist noch offen.

Die auf den ersten Blick naheliegendste Variante – ein Umzug in die Bürgerbegegnungsstätte im selben Gebäude – ist mit einigem Aufwand verbunden. Zwar würde der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS), der die Betriebserlaubnis erteilt, dieser Lösung zustimmen. Aber die nötigen baulichen Veränderungen sind auf 25000 Euro geschätzt. Und selbst wenn die räumlichen Voraussetzungen geschaffen sind, wirft der Lärmschutz noch Probleme auf.

Deswegen haben die Eltern große Vorbehalte, und auch die Gemeinderäte im Verwaltungs- und Umweltausschuss, die sich jetzt mit der Frage befassten, sehen die Bürgerbegegnungsstätte als die schlechteste aller Lösungen. Zwar zeigen sich die örtlichen Vereine, die den Raum bisher regelmäßig nutzen, sehr kooperativ, wie Kämmerer Alexander Holz sagte. Für sie müssten dann aber Alternativen gefunden werden. Zugleich wies er darauf hin, dass dem Umbau auch ein Rückbau beziehungsweise eine Sanierung folgen müsse.

Die zweite, ebenfalls naheliegende Lösung wäre eine Interimsbleibe in der benachbarten Grundschule. Hier hat aber der Kommunalverband sein Veto eingelegt. Ganz abgesehen davon, dass dort nicht die benötigten drei, sondern nur zwei Räume zur Verfügung stehen, müssten einige bauliche Eingriffe vorgenommen werden, um die Voraussetzungen für einen Kindergartenbetrieb hinzukriegen. Das betrifft auch ein Materiallager der Schule, das wegen möglicher Unfallgefahren nicht so bleiben kann, wie es ist. Unklar ist dabei aber auch, ob die Sanitärräume womöglich in einen Container ausgelagert werden müssen.

Hinzu kommt, dass keine Unbefugten Zugang zum Kindergarten haben dürfen: Eine Vermischung von Kita- und Schulbetrieb dürfe nicht stattfinden, erläuterte Rathausmitarbeiterin Julia Mühlbach von der Servicestelle Kinderbetreuung die Bedenken des KVJS – die Kita-Räume müssten abgetrennt sein. In diesem Zusammenhang geht es gleichzeitig auch um das Thema Aufsichtspflicht.

Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, Container aufzustellen wie seinerzeit beim katholischen Kindergarten Sandberg in Unterweissach. Doch das wäre, wie Kämmerer Holz zu bedenken gab, mit hohen Kosten verbunden. In Betracht gezogen, aber verworfen wurde auch die alte Schule in Oberweissach.

Unter den Gemeinderäten gab es keine einheitliche Meinung: Jede Lösung hat irgendwo einen Haken. Verwundert zeigten sich die Räte aber über die Haltung des KVJS. Ein Teil der Ratsmitglieder war bereit, die Kröte zu schlucken.

Viele Lösungen – aber jede hat irgendwo einen Haken

Die Tendenz ging jedoch mehrheitlich dahin, als Ausweichquartier die Schule zu bevorzugen. Das war auch die Variante, mit der Kindergartenleiterin Claudia Lang zunächst gerechnet hatte. Im Fall eines Umzugs in die Bürgerbegegnungsstätte würde sie aber vor allem in den ersten Wochen, wenn durch den Abbruch der alten Bausubstanz der größte Lärm zu erwarten ist, mit den Kindern viel nach draußen gehen oder von Fall zu Fall einen Aufenthalt in der Schule anvisieren. Seitens der Gemeinderäte kam daher schon der Vorschlag, einen Sonderfonds für Ausflüge einzurichten.

Bürgermeister Ian Schölzel griff derweil die Variante mit der Schule auf. Die Örtlichkeit soll mit dem KVJS ein weiteres Mal unter die Lupe genommen werden, um dann die genauen Kosten für die geforderten Maßnahmen zu ermitteln und auf dieser Grundlage in der nächsten Gemeinderatssitzung im Dezember entscheiden zu können. Falls diese Lösung am Ende aber doch aus finanziellen Gründen ausscheidet, werde man in die Bürgerbegegnungsstätte ausweichen.

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Erstellt:
20. November 2019, 06:00 Uhr

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