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Sczuka hat Glück bei Horrorunfall

Tonnenschweres Betonteil rutscht vom Lkw und fällt auf das Auto des Althütter Bürgermeisters – Rathauschef erleidet Armbruch

Äußerst glimpflich hat Reinhold Sczuka gestern einen schlimmen Unfall in Althütte überstanden. Ein Lkw verlor in einer Kurve ein schweres Betonteil, das auf dem Dach seines Autos landete. Der Bürgermeister kam in die Klinik in Winnenden. Die Diagnose: Speichenköpfchenbruch. Sczuka verließ das Krankenhaus mit einem geschienten Arm.

Glimpflich ausgegangen: Mit einem Armbruch hat gestern Althüttes Bürgermeister Reinhold Sczuka den Unfall überstanden, als ein entgegenkommender Laster Ladung verloren hat und ein Betonteil auf das Dach seines Mercedes gefallen ist. Fotos: 7aktuell/K. Lermer/A. Becher

© 7aktuell.de/Kevin Lermer

Glimpflich ausgegangen: Mit einem Armbruch hat gestern Althüttes Bürgermeister Reinhold Sczuka den Unfall überstanden, als ein entgegenkommender Laster Ladung verloren hat und ein Betonteil auf das Dach seines Mercedes gefallen ist. Fotos: 7aktuell/K. Lermer/A. Becher

Von Florian Muhl

und Andrea Wüstholz

ALTHÜTTE. Es ist der Horror, was Reinhold Sczuka passiert ist. Der Bürgermeister steigt kurz vor 7.45 Uhr in seine Mercedes A-Klasse, um zu einem Termin zu fahren. Auf der Hauptstraße ortsauswärts fahrend sieht er den Lkw, der ihm entgegenkommt. Auf Höhe der Schiller-Apotheke fährt der Laster eine leichte Rechtskurve. Sczuka kann gerade noch erkennen, wie von dessen Anhänger ein Teil der Ladung rutscht. Doch es ist bereits zu spät. Der Verwaltungschef kann nicht mehr ausweichen. Zum Schutz reißt er seinen linken Arm hoch.

Wie sich später herausstellt, ist es ein 5,5 Meter langes Fertigbetonteil, rund eine Tonne schwer, das just auf dem Dach seines Fahrzeugs landet. „Wenn man die Fotos von meinem Auto sieht..., da hätte ja weiß Gott was passieren können. Ich feiere heute meinen zweiten Geburtstag.“ Nur zwei Stunden nach seinem Unfall realisiert Sczuka in der Winnender Klinik, was ihm da zugestoßen ist. „Das hätte ganz fatal ausgehen können. Wenn das Betonteil auf dem Gehweg gelandet wäre. Da sind doch Menschen gelaufen... Nicht auszudenken.“ Dennoch hat er in diesem Moment seinen Humor nicht verloren: „Ich werde heute langsamer tun.“

Sczuka war noch am Unfallort und dann auf der DRK-Wache in Althütte erstversorgt worden, bevor er nach Winnenden in die Klinik kam. Verletzt wurde er offensichtlich nur am linken Arm. Kaum zu glauben, wenn man sich die Bilder seines Wagens anschaut. Die A- und B-Säulen seines Autos haben wohl viel abfangen können. Am Arm hat er Hämatome und Hautabschürfungen. An einer Stelle wird er genäht. Zusätzlich wird sein Arm geröntgt. Dabei wird festgestellt, dass das Köpfchen seiner Speiche – direkt am Ellenbogen – gebrochen ist. „Zum Glück ist’s ein glatter Bruch“, sagt Sczuka. Das ist unkomplizierter. Der Arm wird geschient, der Bürgermeister aus der Klinik entlassen.

Warum hat der 59-jährige Lkw-Fahrer, der aus Schorndorf kommend in Richtung Ebniseestraße unterwegs war, so ein schweres Betonteil verloren? Nach ersten Feststellungen der Polizei am Unfallort ist ein Spanngurt gerissen. Zur Unfallermittlung und Bergung der Fahrzeuge war die Straße mehr als eine Stunde lang gesperrt. Eine örtliche Umleitung war eingerichtet. „Wenn mal ein Spanngurt reißt, kann die schwere Ladung in Bewegung geraten und dann können die anderen Spanngurte auch nicht mehr halten“, sagt Rudolf Biehlmaier auf Anfrage. An vergleichbare Unfälle in der Vergangenheit könne er sich nicht erinnern, aber „bei Lkw-Kontrollen gehört das Thema Ladungssicherheit zur Tagesordnung“, so der Polizeisprecher weiter. Die Ladung korrekt zu sichern und die Gurte richtig anzubringen, sei gar nicht so einfach. Da seien Laien überfordert. „Da sind Fachkenntnisse gefragt, was ein Gurt halten kann und was nicht“, sagt Biehlmaier.

Laut der Geschäftsführerin des Unternehmens, das den Lkw auf den Weg gebracht hatte, handelte es sich um einen neuen Gurt. „Wir sind sehr froh, dass nicht mehr passiert ist“, sagt die Geschäftsführerin hörbar erleichtert – und ergänzt: Bei der Prüfung der Ladungssicherung habe man am Dienstag keine Fehler feststellen können. Weshalb der neue Gurt offenbar gerissen ist, ist unklar. Die Polizei hat den Gurt mitgenommen – nun folgen Ermittlungen.

Sczuka wird den ersten Schock zu Hause verdauen. Vielleicht ist’s für ihn ein kleiner Trost, dass am kommenden Samstag sein Rathaus von den Narren gestürmt wird und er und sein Team dann einige Zeit Zwangspause haben.

Sczuka hat Glück bei Horrorunfall

© Pressefotografie Alexander Beche

„Wenn man die Fotos von meinem Auto sieht...

Ich feiere heute meinen zweiten Geburtstag.“

Reinhold Sczuka

Bürgermeister von Althütte

Info
Leben in Gefahr

Aus Sicht von Andrea Marongiu, Geschäftsführer des Verbands Spedition und Logistik Baden-Württemberg, hat sich das Verhalten in Bezug auf Ladungssicherheit in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert. Es kostet Zeit und damit Geld, eine Ladung richtig zu sichern. Passiert etwas, kann das Leben kosten.

Marongiu berichtet von Verbandsmitgliedern, die ihre Kunden schulen, dass es nicht immer nur „schnell, schnell“ gehen kann und darf. Sprüche wie „Das ist schwer genug, das rutscht nicht“ gehören der Vergangenheit an, so Marongiu.

Der Fahrer haftet, sofern er seinen Pflichten nicht nachgekommen ist, so das Regierungspräsidium Stuttgart auf Anfrage. „In bestimmten Fällen kann jedoch auch der Verlader haften.“ In schwierigen Fällen komme es auf die Details an.

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Erstellt:
20. Februar 2019, 06:00 Uhr

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