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Sehr wenig Personal bei gleichem Arbeitspensum

Die Urlaubszeit bereitet Probleme bei der Zeitungszustellung – Abonnenten erwarten Zuverlässigkeit – Austräger sind am Limit

Jeden Morgen steckt die Backnanger Kreiszeitung zuverlässig zur gleichen Uhrzeit im Briefkasten: So sind es die Abonnenten gewohnt, so wollen sie es auch in der Urlaubszeit haben. Foto: E. Layher

© © Edgar Layher

Jeden Morgen steckt die Backnanger Kreiszeitung zuverlässig zur gleichen Uhrzeit im Briefkasten: So sind es die Abonnenten gewohnt, so wollen sie es auch in der Urlaubszeit haben. Foto: E. Layher

Von Nicola Scharpf

BACKNANG.Die Backnanger Kreiszeitung steckt jeden Morgen zuverlässig zur gleichen Uhrzeit im Briefkasten. Das sind die Abonnenten so gewohnt. Dementsprechend erwarten sie das auch in der Urlaubszeit so. Diese Erwartung zu erfüllen, stellt die BKZ-Mitarbeiter in der Vertriebsabteilung sowie die Zeitungszusteller dann oftmals vor schwierige Aufgaben und manchmal vor unerfüllbare Herausforderungen. „Wir müssen mit sehr wenig Personal das Gleiche an Arbeit abdecken“, umreißt Vertriebsleiterin Iris Fey das Problem in der Ferienzeit.

Das Suchen und Finden von geeigneten Austrägern, die den BKZ-Lesern Morgen für Morgen die Zeitung bringen, ist im gesamten Jahresverlauf schon nicht leicht: Auf Anzeigen in der Zeitung, auf verteilte Flyer, Jobangebote auf bkz-online.de oder Facebook kommt wenig Rücklauf an Interessenten. Während der Ferienzeit, im August, verschärft sich die Situation aber noch. Denn auf Springer, die das vorhandene Personal im Urlaubs- oder Krankheitsfall vertreten, kann man in den wenigsten Zustellbezirken zurückgreifen. Also kommen Aushilfskräfte zum Einsatz.

Sie haben entweder noch nie Zeitungen ausgetragen oder aber sie stehen – trotz aller Erfahrung in der täglichen Zustellung – plötzlich in einem anderen, neuen Zustellgebiet. Wie auch immer: Sie haben kaum Möglichkeiten, sich einzuarbeiten. Da kann es schon sein, dass die Aushilfe einen Namen oder eine Adresse, die auf der Liste steht, nicht findet. „Nachts ist das wirklich nicht einfach. Manche Briefkästen sind sehr versteckt“, schildert Iris Fey eine Schwierigkeit des Zeitungsaustragens. Verständlich, dass der Aushilfszusteller anfangs etwas länger für die gleiche Strecke braucht, als der reguläre Austräger. Verständlich auch, dass die Zeitung etwas später als gewohnt im Briefkasten steckt, wenn ein Zusteller neben seinem vertrauten Bezirk noch in zwei weiteren, ihm unbekannten Gebieten einspringt. „Die Zeitungen sollen eigentlich bis sechs Uhr verteilt sein. Das haut in so einer Vertretungssituation nicht ganz hin“, erläutert Iris Fey.

Die Vertriebsleiterin weiß um die Schwierigkeiten während der Ferienzeit. „In den Urlaub sind die Austräger auch früher schon gegangen.“ Ganz viele der rund 200 BKZ-Austräger sind auch sehr zuverlässig. Sie verrichten oft über viele Jahre hinweg gewissenhaft ihren Job als Austräger. In Vertretungssituationen gehen sie sogar körperlich an ihre Grenzen. Dennoch stellt die Urlaubszeit die Vertriebsabteilung Jahr für Jahr leider zunehmend vor personelle Probleme, bedauert Iris Fey. „Woher sollen wir die Austräger nehmen? Wir können niemanden zwingen“, entschuldigt sie sich. Schüler kommen erst ab 18 Jahren infrage wegen der Nachtarbeit. Studenten arbeiten eher in der Produktion. Arbeitslose, die sich etwas dazuverdienen wollen, gibt es momentan kaum. Fey registriert bei Neueinstellungen zudem vermehrt unzuverlässiges Arbeiten oder fehlendes Verantwortungsbewusstsein. An diesem Tag zum Beispiel lässt eine Aushilfe den Zeitungsstapel einfach an der Stelle liegen, an der der Fahrer ihn abgeladen hat, und trägt nicht aus. Das Handy ist ausgeschaltet, die Aushilfe nicht erreichbar. Zu Recht rufen die Abonnenten beim Leserservice, der täglich ab acht Uhr unter 07191/808-138 erreichbar ist, an, um die fehlende Zeitungslieferung zu reklamieren. „Die Leute bekommen auf jeden Fall eine Nachlieferung“, verspricht Fey.

Die Leiterin der Vertriebsabteilung hat durchaus Verständnis, dass nächtliches Aufstehen nicht jedermanns Sache ist. Sie sieht aber auch die Vorteile, die das Zeitungsaustragen bringt: Die Zeitungen werden gegen zwei Uhr angeliefert, sodass man sich bis sechs Uhr, bis sie in den Briefkästen sein müssen, seinen eigenen Zeitrahmen stecken kann. „Man ist sein eigener Herr und kann sich seine eigene Route machen.“ Zeitungsausträger sind viel in Bewegung und arbeiten an der frischen Luft. Sie bekommen den Mindestlohn und Nachtzuschlag, haben Anspruch auf 24 Tage bezahlten Urlaub, erhalten selbstverständlich täglich ein Zeitungsexemplar gratis und werden vom Verlag ausgestattet mit einem Zeitungswagen, einer Stirnlampe, Spikes und Regenkleidung.

Wer Interesse am Zeitungsaustragen hat, wendet sich bitte an Jens Unkel unter Telefon 07191/808-112 oder per E-Mail
an j.unkel@bkz.de.

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Erstellt:
25. August 2018, 06:00 Uhr

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