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Verkehrsverbund Stuttgart meldet Fahrgastrekord

dpa/lsw Stuttgart. Mit der Tarifreform und dem Firmen-Ticket hat der Stuttgarter Verkehrsverbund im vergangenen Jahr einen großen Schritt getan. Im Sommer soll ein weiterer folgen: ein spezielles Angebot für Senioren.

Eine Stadtbahn der VVS fährt in eine Haltestelle ein. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Eine Stadtbahn der VVS fährt in eine Haltestelle ein. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Die Busse und Bahnen des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) werden immer stärker genutzt. Das belegen die am Freitag bekanntgegebenen Fahrgastzahlen: 2019 zählte die VVS-Verkaufsstatistik rund 395 Millionen Fahrten und damit 10,6 Millionen mehr als im Vorjahr. „Das entspricht pro Werktag 50 000 Fahrten mehr, weil der VVS den Tarif vereinfacht hat und in vielen Fällen kostengünstiger anbietet“, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn, der auch Vorstandsvorsitzender des VVS ist.

Er sprach von einem „klaren Umsteuern“: „In Stuttgart bewegst du dich mit dem ÖPNV oder mit dem Fahrrad - Auto fahren in die City ist nicht mehr so ganz die beste Idee.“ Der Verbund schneide mit seinem Wachstum auch im Bundesvergleich gut ab: Während seine Fahrgastzahlen um 2,8 Prozent wuchsen, legten die deutschen Verkehrsverbünde 2019 im Schnitt lediglich um 0,3 Prozent zu.

Im April sollen die VVS-Ticketpreise um 1,9 Prozent steigen. So günstig wie in Stuttgart sei das Tagesticket (5 Euro) derzeit nirgends zu haben, sagte VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger. Zum Vergleich: In Berlin zahlen die Menschen dafür 8,60 Euro, in Bremen 8,30 Euro und in Köln 8,80 Euro.

Die zum Teil gesunkenen Ticketpreise und die steigenden Fahrgastzahlen sind aus Sicht der VVS-Verantwortlichen vor allem das Ergebnis der großen Tarifreform. Seit April 2019 gibt es in Stuttgart statt der bisher 52 Zonen nur noch sehr übersichtliche fünf Tarif-Ringe. Stuttgart selbst ist nur noch eine einzige Zone. Die Tickets für Menschen, die in die Stadt fahren, kosten dadurch rund ein Viertel weniger, wie Hachenberger erklärte.

Auch das Firmen-Ticket sei ein voller Erfolg, fügte VVS-Geschäftsführer Horst Stammler hinzu. Im Berufsverkehr seien die Fahrgastzahlen um 5,6 Prozent gestiegen, mehr als 93 000 Arbeitnehmer nutzten mittlerweile das Firmen-Ticket, mehr als 1000 Unternehmen zahlten dafür einen Zuschuss.

Auch Stuttgarter Senioren sollen bald sparen können: Vom Sommer an können sie, wenn sie ihren Führerschein abgeben, dafür ein Jahresticket des VVS erhalten. Über das genaue Prozedere will der Verbund noch informieren, denn bei der Abgabe des Führerscheins müssen auch die Behörden eingeschaltet werden. Im Landkreis Ludwigsburg läuft das Projekt bereits seit 2015 - dort haben es bisher 2500 Senioren genutzt.

Die vielen Aktionen und Maßnahmen kann sich der VVS vor allem deshalb leisten, weil Stadt, Region und Land wegen der Umwelt- und Luftreinheitsdebatte Rückendeckung geben. „Wir haben erstmals weniger Fahrgeldeinnahmen“, sagte Hachenberger. Sie betrugen 511 Millionen Euro, also 5,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

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Erstellt:
14. Februar 2020, 14:44 Uhr

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