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Ski fahren und golfen an einem Tag

Wer es besonders sportlich will, der kann sich in der Zugspitzregion den ganzen Tag verausgaben

In Garmisch-Partenkirchen ist das im Frühjahr möglich: letzte Schwünge im Schnee oben auf der Zugspitze am Morgen, dann erste Golfschwünge im grünen Tal am Nachmittag.

Garmisch-Partenkirchen Früh zwitschert das Handy an diesem Morgen. Denn wer unter der Frühlingssonne noch fein Ski fahren möchte, sollte rasch auf dem Berg sein. An diesem Tag steht eine doppelte Premiere an: das erste Mal mit der neuen Bahn vom Eibsee hinauf, zum ersten Mal im Naturschnee auf dem Zugspitzplatt Ski fahren. Dazu am Nachmittag golfen im Golfclub Garmisch-Partenkirchen, die ersten Schwünge der Saison auf dem Grün.

Es ist ein ganz normaler Donnerstag außerhalb der Schulferien, doch viele sind auf die gleiche Idee gekommen. Also muss man noch eine Bahn abwarten und kann derweil die technischen Details der neuen Anlage studieren. Auf einem Schaubild sind sie dargestellt: Die Pendelbahn überwindet unglaubliche 1945 Meter Höhenunterschied mit einer einzigen Stahlbaustütze, die selbst 127 Meter hoch ist. Die Bergstation liegt auf knapp 3000 Metern über dem Meer. Die Kabinen sind bis zum Boden verglast und fassen jeweils 120 Personen. Schon schwebt wieder eine der beiden Glaskabinen heran.

Also hinauf auf die Zugspitze: Spektakulär die zehnminütige Fahrt, die letzten Meter führt sie in Zeitlupe entlang der Felsen. Dann fügt sich die Kabine in die Stahlkonstruktion am Gipfel. Die Skifahrer trampeln Richtung Gipfelbahn, denn nun erst geht es wieder hinunter zu den Skiliften auf dem Zugspitzplatt. Alternativ bringt eine Zahnradbahn die Ausflügler von Garmisch direkt ins Skigebiet, der Zugspitz-Bahnhof liegt im Tiefgeschoss unter dem zentralen Restaurant. Dort ist auch ein Skiverleih für spontane Gäste, Einheimische bringen natürlich ihre eigenen Ski mit. Karl Bischoff, genannt „Karli“ zum Beispiel, ein Garmischer Original, der es sich nicht nehmen ließ, die beiden „Madln“ der schreibenden Zunft zu begleiten. Er hatte früher ein Kaffeehaus in Garmisch, jetzt ist er 85 und bereits Uropa. Dazu Skiläufer und Golfspieler, Gästeführer bei Bedarf. Ringsum wird er begrüßt.

Dann schwingt man sich endlich die erste sanfte Piste hinunter und könnte juchzen vor Freude. Der Schnee ist noch bestens in Schuss, reichlich gefallen wie immer. Auf knapp 3000 Metern gar kein Problem, berichtet Karli, bis zum 1. Mai einschließlich laufen die Lifte. Das Skigebiet erweist sich als größer als vermutet, etliche Abfahrten führen hinunter ins Weiße Tal. Von dort kann man noch weiter ins Brunntal carven, tolle Aussichten bis hinüber zum Starnberger See belohnen die Skifahrer. Die kleine Gruppe fährt, als gäbe es kein Morgen, denn die Sonne drängt zur Eile. Kräftig wärmt sie die Glieder, aber auch den Schnee, der gegen Mittag endgültig zu stumpf wird. Doch genug gefahren für diesen Tag, herrlich war’s. Entspannt kann man sich nun zu den Fußgängern gesellen, die bereits ein üppiges Vesper geordert haben. Dazu ein Bier, golden glänzt es in der Sonne. Man ist in Bayern.

Nach einem gepflegten Mittagsschlaf im Hotel zieht man das Poloshirt und die schicken Hosen an. Ein wenig Etikette wird auf dem Golfplatz immer gern gesehen. Um 15 Uhr fährt man zur Golfanlage des Golfclubs Garmisch-Partenkirchen in Oberau, einem 18-Loch-Meisterschaftsplatz, und staunt über die Kraft der Sonne. Die Büsche tragen bereits sattes Grün, darunter duftet der Bärlauch. Der unermüdliche Karli zieht mit einer munteren Österreicherin zur 9-Loch-Runde los. Wer kann, der kann.

Einsteiger dürfen zur Driving Range gehen, um sich dort in die Geheimnisse des Rasensports einweisen zu lassen. Der richtige Griff ist essenziell, der richtige Stand zum Ball ebenso. Doch auch der Schwung möchte geübt werden, ausholen, durchlaufen lassen und ausschwingen. Nicht abrupt bremsen auf halbem Weg, sondern beherztes Durchschwingen ist angesagt. Bälle in Fülle hoppeln über das Gras, manche glücklichen heben ab. Doch auch wer sich nicht gerade als Naturtalent erweist, kann hier auf dem Platz große Freude haben. Allein die Kulisse beeindruckt: ein weites grünes Tal, blaue Hügel und aufragende Felsen ringsum. Und geradeaus das imposante Massiv des Wettersteingebirges. Mit dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze, auf der man am Morgen noch Ski laufen war.

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Erstellt:
8. März 2019, 03:04 Uhr

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