Landtagswahl in Baden-Württemberg

So haben junge Leute im Südwesten gewählt

Erstmals durften 16- und 17-Jährige bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg abstimmen. Aber haben junge Menschen wirklich anders gewählt als die restlichen Wähler?

Wie haben die jungen Wählerinnen und Wähler abgestimmt? (Symbolfoto)

© Marijan Murat/dpa/Marijan Murat

Wie haben die jungen Wählerinnen und Wähler abgestimmt? (Symbolfoto)

Von red/dpa

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die jungen Wähler vor allem auf die Grünen gesetzt. Mit deutlichem Abstand folgten bei den 16- bis 24-Jährigen die AfD und die CDU. So kamen die Grünen laut Infratest dimap auf 28 Prozent der Stimmen bei den Jungwählern, AfD und CDU auf jeweils 16 Prozent, wie die ARD berichtete. Bei der Forschungsgruppe Wahlen lagen die Grünen bei 27 Prozent, die AfD bei 18 Prozent und die CDU bei 17 Prozent, wie das ZDF berichtete. 

Laut Infratest dimap lag die Linke bei 14 Prozent bei den Jungwählern, SPD und FDP kamen auf etwa 6 Prozent. Bei der Forschungsgruppe Wahlen lag die Linke bei 13 Prozent, die SPD bei 7 Prozent und die FDP bei 6 Prozent.

So hat bei den Jungwählern insgesamt fast jeder Dritte für die AfD oder die Linke gestimmt. Deutlich weniger junge Menschen haben damit die CDU gewählt als der Durchschnittswähler - und deutlich mehr die Linke. Nach dem neuen Wahlrecht durften erstmals auch 16- und 17-Jährige abstimmen. 

Wie sind die Unterschiede zur Gesamtwählerschaft?

Die Grünen und die AfD schnitten in der jungen Wählergruppe etwas schlechter ab als bei der gesamten Wählerschaft. Nach dem vorläufigen Endergebnis kommen die Grünen insgesamt auf 30,2 Prozent, die CDU liegt mit 29,7 Prozent knapp dahinter. Die AfD erhält 18,8 Prozent. Mit großem Abstand folgt die SPD mit 5,5 Prozent. Die FDP kommt auf 4,4 Prozent, die Linke ebenfalls auf 4,4 Prozent.

Im Vergleich zur Landtagswahl 2021 legten die AfD und die Linke bei den jungen Wählern allerdings massiv zu: Damals wählten laut Infratest dimap nur 6 Prozent der 18- bis 24-Jährigen die AfD - die in der Wählergruppe ihr Ergebnis nun fast verdreifachte. Die Linke lag damals bei deutlich schwächeren 8 Prozent, während die FDP noch mit 15 Prozent glänzte. Für die Grünen stimmten laut Infratest dimap noch 31 Prozent, 16 Prozent für die CDU. Die SPD schaffte es bei den Jungwählern noch auf 9 Prozent.

Die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag gewonnen. Über Monate hatte die CDU in Umfragen deutlich vor den Grünen gelegen, der Abstand war erst kurz vor der Wahl stark geschmolzen. 

Ihren besten Wert erreichten die Grünen laut Infratest dimap bei den 60- bis 69-Jährigen mit 34 Prozent. Die CDU wiederum schnitt am besten bei den Wählern ab 70 Jahren (44 Prozent) ab. Die AfD holte ihren besten Wert bei den 35- bis 44-Jährigen (24 Prozent) und die Linke bei den Jungwählern - eben mit 14 Prozent.

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Erstellt:
9. März 2026, 14:44 Uhr

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