Preisindex beim Deutschlandticket
So soll sich der Preis künftig automatisch ändern
Das Deutschlandticket soll ab 2027 nach einer neuen Formel bepreist werden. Einen entsprechenden Preisindex haben die Verkehrsminister von Bund und Ländern beschlossen.
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Nach den zuletzt genannten Zahlen nutzen mehr als 14 Millionen Menschen das Deutschlandticket.
Von Katrin Jokic
Mit dem beschlossenen Preisindex endet die bisherige politische Festlegung des Deutschlandticket-Preises. Noch ist offen, wie teuer das Ticket im kommenden Jahr tatsächlich wird. Klar ist aber schon jetzt: Nach Angaben aus der Verkehrsministerkonferenz soll es keine Erhöhung im zweistelligen Prozentbereich geben.
Derzeit kostet das Deutschlandticket 63 Euro im Monat. Erst zum Jahresbeginn war der Preis von 58 auf 63 Euro gestiegen. Zuvor hatte das bundesweit gültige Abo seit seinem Start im Mai 2023 zunächst 49 Euro gekostet. Künftig soll sich der Preis nicht mehr aus politischen Verhandlungen ergeben, sondern aus einem festen Berechnungsmodell.
Neue Formel statt politischer Preisentscheidung
Nach den Beschlüssen der Verkehrsminister wird der Preis des Deutschlandtickets künftig über einen Kostenindex ermittelt. Dieser setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Nach bisher bekannt gewordenen Angaben fließen vor allem Personalkosten, Energiekosten und allgemeine Kosten in die Berechnung ein.
Die Gewichtung soll demnach so aussehen:
- Personalkosten: 55 Prozent
- Energiekosten: 20 Prozent
- allgemeine Kosten: 25 Prozent
Zusätzlich soll ein Dämpfungsfaktor eingebaut werden. Er soll berücksichtigen, wenn mehr Tickets verkauft werden und so zusätzliche Einnahmen entstehen. Gedacht ist das unter anderem mit Blick auf Jobtickets, bei denen nach Einschätzung der Länder noch Potenzial besteht.
Wie teuer wird das Deutschlandticket 2027?
Eine konkrete Zahl gibt es noch nicht. Spätestens Ende September 2026 soll feststehen, was das Deutschlandticket im Jahr 2027 kosten wird. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der derzeit den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz innehat, stellte aber in Aussicht, dass es keine Erhöhung um eine zweistellige Prozentzahl geben solle. Aus den Ländern hieß es zudem, das Ticket solle weiterhin attraktiv bleiben.
Theoretisch ist mit dem neuen Modell auch möglich, dass der Preis zu einem Jahreswechsel unverändert bleibt. Eine Senkung ist nach den bislang bekannten Eckpunkten allerdings nicht vorgesehen. Wenn die Entwicklung der Kosten keinen höheren Preis rechtfertigt, soll das Ticket demnach eher stabil bleiben, statt günstiger zu werden.
Warum der Preisindex eingeführt wird
Mit dem neuen Modell wollen Bund und Länder die wiederkehrenden politischen Debatten über den Ticketpreis beenden. Seit Einführung des Deutschlandtickets stand regelmäßig die Frage im Raum, wie lange der ursprünglich sehr günstige Preis gehalten werden kann. Die neue Formel soll mehr Berechenbarkeit schaffen – zumindest aus Sicht der Politik.
Hintergrund ist, dass das Deutschlandticket für viele Verkehrsunternehmen wirtschaftlich nicht kostendeckend ist. Weil das Abo in vielen Regionen günstiger ist als frühere Monatskarten, fehlen Einnahmen. Bund und Länder gleichen das bisher aus und zahlen dafür jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Finanzierung soll nach einer früheren Einigung bis 2030 fortgeführt werden.
Eine automatische Anpassung dieser Zuschüsse ist aber nicht vorgesehen. Steigen die Kosten im Nahverkehr weiter, dürfte sich das deshalb eher auf den Ticketpreis auswirken als auf die staatlichen Mittel.
Was Fahrgäste jetzt wissen müssen
Für Nutzer des Deutschlandtickets ändert sich kurzfristig nichts. Der Preis bleibt zunächst bei 63 Euro im Monat. Erst bis Ende September soll feststehen, wie teuer das Ticket 2027 wird. Neu ist vor allem das Prinzip: Statt eines politischen Kompromisses entscheidet künftig ein Preisindex mit festgelegten Bestandteilen über den monatlichen Betrag.
Damit ist das Deutschlandticket zwar planbarer, aber nicht automatisch günstiger. Für Millionen Fahrgäste wird nun entscheidend sein, ob das Ticket trotz steigender Kosten ein attraktives Angebot im Nahverkehr bleibt.
