Rezession im Südwesten

So stark schwächelt die Wirtschaft in Baden-Württemberg

Das dritte Jahr in Folge rutscht Baden-Württemberg in die Rezession – und landet im Bundesländervergleich fast ganz hinten. Besonders eine Branche schwächelt.

Stuttgart: Container werden am Hafen Stuttgart umgeladen.

© Marijan Murat/dpa/Marijan Murat

Stuttgart: Container werden am Hafen Stuttgart umgeladen.

Von Julian Weber

Die Wirtschaftsleistung in Baden-Württemberg ist im vergangenen Jahr erneut geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) - also der Gesamtwert aller im Land produzierten Waren und Dienstleistungen - war 2025 preisbereinigt 0,6 Prozent niedriger als im Vorjahr, wie das Statistische Landesamt in Fellbach mitteilte. Der Südwesten verzeichne damit das dritte Rezessionsjahr in Folge. Wachstum hatte es zuletzt 2022 gegeben.

Damit hat sich die Wirtschaft im Südwesten den vorläufigen Zahlen zufolge auch unterhalb des Bundesschnitts entwickelt. Deutschlandweit wuchs die Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 0,2 Prozent. Im Bundesländervergleich landete Baden-Württemberg auf dem vorletzten Platz. Schlechter sah es nur im Saarland aus (minus 0,9 Prozent). Mit einem Wachstum von gut 1,4 Prozent führte Mecklenburg-Vorpommern die Rangfolge an. 

Landesweit wurden im vergangenen Jahr Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 667,1 Milliarden Euro erstellt. Das entspreche einem Anteil von knapp 15 Prozent an der gesamtdeutschen Wirtschaftsleistung. 

Industrie schwächelt weiter

Die Entwicklung unterschied sich je nach Branche: Die Industrie, die knapp ein Drittel der Wertschöpfung in Land ausmacht, verzeichnete ein reales Minus von 2,6 Prozent. Auch im Baugewerbe ging es im Vorjahresvergleich abwärts.

Die Dienstleistungsbereiche erhöhten ihre Wirtschaftsleistung hingegen leicht um 0,4 Prozent. Das habe wie im Vorjahr zur Stabilisierung der Gesamtwirtschaft in Baden-Württemberg beigetragen, hieß es.

Die Veränderung des Bruttoinlandsprodukts zeigt an, wie gut oder schlecht sich die Wirtschaftsleistung eines Landes entwickelt hat. Wächst sie, steigt in aller Regel die Nachfrage nach Arbeitskräften, die Menschen haben tendenziell mehr Einkommen zur Verfügung und der Staat nimmt mehr Steuern ein. Schrumpft das BIP längere Zeit, können steigende Arbeitslosigkeit, mehr Insolvenzen und sinkende Steuereinnahmen die Folge sein.

# - Konjunktur

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Erstellt:
30. März 2026, 13:14 Uhr

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