So viel Einsparpotenzial bietet eine PV-Anlage

Die Fachleute der Energieagentur Rems-Murr machen einen Faktencheck in Sachen möglicher Wegfall der Einspeisevergütung.

Lohnt sich eine PV-Anlage auf dem Dach, auch wenn die Einspeisevergütung gestrichen wird? Die Energieagentur hilft beim Beantworten dieser Frage. Archivfoto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Lohnt sich eine PV-Anlage auf dem Dach, auch wenn die Einspeisevergütung gestrichen wird? Die Energieagentur hilft beim Beantworten dieser Frage. Archivfoto: Alexander Becher

Rems-Murr. Lohnt sich eine Fotovoltaikanlage noch, wenn die Einspeisevergütung abgeschafft werden sollte? Die Fachleute der Energieagentur Rems-Murr haben nachgerechnet, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Der Rems-Murr-Kreis will bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden und treibt deshalb als eine von vielen Maßnahmen den Ausbau der Fotovoltaik (PV) voran. „Auch ohne Einspeisevergütung rechnet sich Fotovoltaik auf dem eigenen Dach. Sollte die Einspeisevergütung tatsächlich gestrichen werden, wird allerdings nicht mehr jede PV-Anlage wirtschaftlich sinnvoll sein“, erläutert Jürgen Menzel, Geschäftsführer der Energieagentur Rems-Murr gGmbH. Eine individuelle Beratung kann daher wichtig werden.

Nach der Ankündigung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, für Fotovoltaikanlagen bis 25 Kilowattpeak die bisherige Einspeisevergütung abschaffen zu wollen, haben sich mehrere verunsicherte Bürgerinnen und Bürger an die Energieagentur des Landkreises gewandt. Schließlich will, wer sich mit seinem Ersparten eine eigene PV-Anlage aufs Hausdach schrauben lässt, am Ende auch eine respektable Rendite erzielen.

Die Energieagentur kann diesbezüglich besorgten Hauseigentümern und -eigentümerinnen Entwarnung geben. „Ein mitinstallierter Batteriespeicher wird dann allerdings zum Muss,“ rät Menzel. Wer mit der für das Jahr 2027 geplanten EEG-Novelle für sein Hausdach eine etwas kleinere PV-Anlage auswählt als bisher üblich und dafür in einen etwas größeren Batteriespeicher investiert, erzielt ohne Einspeisevergütung mit seinem Ersparten eine ähnliche Rendite wie bei bisherigen Anlagen. So sei eine nur vier Kilowattpeak (etwa 35 Quadratmeter) große Anlage – oft schon ausreichend für Haushalte mit durchschnittlich hohem Stromverbrauch – zusammen mit einem dann sechs Kilowattpeak großen Batteriespeicher nach 16 Jahren refinanziert. Anschließend spart man jedes Jahr knapp 700 Euro bei der Stromrechnung. Fährt man ein Elektroauto oder betreibt eine Wärmepumpe, ist die Anlage schon nach 12 oder 13 Jahren refinanziert. „Eine solche PV-Anlage ist schon für zirka 9.000 Euro zu haben – oft sogar für weniger“, sagt Tilman Landwehr, Projektleiter Fotovoltaik bei der Energieagentur. Möglich sei das, weil die Preise für PV-Module in den letzten Jahren gesunken und für Batteriespeicher sogar regelrecht „gepurzelt“ sind. In dieser Betrachtung sind auch bereits Wartungskosten in Höhe von 2.000 Euro in 20 Jahren mit einkalkuliert.

Aktuell installierte Anlagen sind üblicherweise etwas größer (etwa sieben Kilowattpeak, 60 Quadratmeter, Sieben-Kilowattpeak-Speicher). Sie kosten jedoch etwa 16.000 Euro. Die Refinanzierung solcher Anlagen liegt ohne Einspeisevergütung deutlich höher.

Wer es genauer wissen möchte, kann sich von einem Energieberater zu Hause beraten lassen. Die Energieberatung kostet zwar 40 Euro, der nach etwa einer Woche zugesandte Bericht kann jedoch helfen, die individuell richtige Entscheidung zu treffen. Übrigens: Die Bundesregierung als Ganzes hat ohnehin noch keine Entscheidung zur Einspeisevergütung getroffen. Es könnte also auch alles immer noch beim Alten bleiben. pm

Link Weitere Informationen gibt es unter www.ea-rm.de.

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Erstellt:
16. März 2026, 14:00 Uhr

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