Hauptbahnhof Stuttgart
„Spaltung sucks“ – das steckt hinter dem Riesenplakat
Mit der Kampagne „Spaltung sucks“ wirbt der Landesjugendring für mehr Zusammenhalt und fordert eine Enquete-Kommission gegen gesellschaftliche Spaltung.
© Landesjugendring Baden-Württemberg
Ein großes Transparent am Hauptbahnhof in Stuttgart macht auf die Landtagswahl am 08. März aufmerksam.
Von Frederik Herrmann
Der Landesjugendring Baden-Württemberg fordert von der künftigen Landesregierung die Einrichtung einer Enquete-Kommission zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ziel müsse es sein, Lösungen gegen zunehmende Polarisierung zu erarbeiten und die Interessen junger Menschen stärker in der Politik abzubilden, sagte Vorstandssprecher Alexander Strobel am Montag in Stuttgart.
Zwar habe es in der vergangenen Legislaturperiode einen Kabinettsausschuss gegen Hass und Hetze gegeben, dieser sei jedoch nicht ausreichend gewesen. Eine Enquete-Kommission solle breiter aufgestellt sein und gemeinsam mit Fachverbänden Strategien entwickeln, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt im Land gestärkt werden könne.
Landesjugendring erreicht Millionen junge Menschen
Hintergrund der Forderung ist nach Angaben des Landesjugendrings eine wachsende gesellschaftliche Spaltung. Arm und Reich, Jung und Alt sowie Stadt und Land drifteten zunehmend auseinander, sagt Initiator Pablo Rebholz. Gemeinsam mit dem Landesjugendring hat er die Kampagne „Spaltung sucks“ ins Leben gerufen, um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen.
Im Rahmen der Kampagne waren die Organisatoren in zahlreichen Städten mit Infoständen unterwegs und suchten das Gespräch mit jungen Menschen. Viele fühlten sich derzeit mit Vorurteilen konfrontiert, berichtet Rebholz. Häufig bekämen sie zu hören: „Ihr könnt nichts und seid faul.“ Zudem dominierten negative Nachrichten, insbesondere zur wirtschaftlichen Lage in der Region. „Es fehlt eine optimistische Zukunftsvision, wie junge Menschen ihre Träume und Ziele verwirklichen können“, sagte Rebholz.
Über die Social-Media-Kanäle der Kampagne auf Instagram, TikTok und YouTube seien mehrere Millionen Menschen erreicht worden. Ziel sei es gewesen zu zeigen, dass Demokratie auch „cool“ sein könne und junge Menschen zu motivieren, sich gegen Polarisierung zu engagieren.
Landtagswahl und Wahlalter 16: Mehr politische Beteiligung für Jugendliche
Ein Transparent am Stuttgarter Hauptbahnhof erinnerte zudem an die Landtagswahl am 8. März. Strobel begrüßte in diesem Zusammenhang, dass das Wahlalter bei der Landtagswahl auf 16 Jahre gesenkt wurde. Dies sei jedoch nur ein erster Schritt.
Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft von 32 Jugendverbänden auf Landesebene sowie der Orts-, Stadt- und Kreisjugendringe und vertritt die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg.
