Spannender Beruf in spannenden Zeiten

Nach 19 Jahren wird Pfarrer Albrecht Duncker mit einem Gottesdienst in der St.-Agatha-Kirche in Unterweissach verabschiedet.

Hat in Weissach spannende und schöne Jahre erlebt: Pfarrer Albrecht Duncker in der St.-Agatha-Kirche in Unterweissach. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Hat in Weissach spannende und schöne Jahre erlebt: Pfarrer Albrecht Duncker in der St.-Agatha-Kirche in Unterweissach. Foto: A. Becher

Von Claudia Ackermann

WEISSACH IM TAL. „Der Anfang war schwierig“, blickt Albrecht Duncker zurück. Am 9. September 2001 fand seine Investitur statt. Zwei Tage später kam es zu den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York. Umgehend wurden Friedensgebete organisiert. „Jede Veranstaltung stand unter dem Gesichtspunkt: Was bedeutet das für die Welt?“, erinnert er sich.

Albrecht Duncker wurde 1956 als Sohn eines Pfarrers in Freudenstadt geboren und wuchs ab dem zweiten Lebensjahr in Stuttgart auf. Nach seinem Theologiestudium in Tübingen trat er eine Stelle als Vikar in Aichelberg im Landkreis Göppingen an. Später war er 13 Jahre lang Pfarrer in Simmozheim bei Calw, bevor er nach Weissach im Tal wechselte. „Der Pfarrberuf ist ein spannender Beruf, weil er mit Menschen zu tun hat“, sagt Pfarrer Duncker. Sein Seelsorgebezirk in Unterweissach hat rund 2000 Mitglieder. In fast jedem Haushalt sei er irgendwann gewesen.

Die Konfirmandenarbeit habe Duncker, der Vater von zwei Söhnen ist, besonders gerne gemacht. Auch die ökumenische Arbeit war ihm immer wichtig. Alle fünf Jahre wurden in der Gemeinde ökumenische Kirchentage veranstaltet. Zuletzt 2017 unter dem Motto „Heute für morgen Zeichen setzen“. Am 31. Oktober 2017 wurde außerdem das Reformationsjubiläum mit einem ökumenischen Gottesdienst gefeiert unterm Motto „Vieles ist zusammengewachsen, was zusammengehört“. Pfarrer Duncker unterstreicht: „In der Zukunft werden wir in der Gesellschaft nur eine Rolle spielen, wenn wir gemeinsam unterwegs sind.“

Bei der theologischen Arbeit habe er sich für Gottesdienstvorbereitungen immer viel Zeit genommen. Pfarrer Duncker hat die Reihe „Bibel im Gespräch“ initiiert, bei der zu Bibelgesprächen ins Unterweissacher Gemeindehaus eingeladen wird. Sein besonderes Interesse gilt den hebräisch-jüdischen Überlieferungen. Er habe viel daraus gelernt und zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen.

Am Herzen liegt ihm auch die evangelische Missionsschule in Unterweissach, wo die Studierenden zu Jugendreferenten und Diakonen ausgebildet werden. „Ich bin froh, dass sich die Studierenden in die Gemeindearbeit hineinbegeben“, so der Pfarrer. Es sei ein Lernort für sie. In der Jugendarbeit wurde ab 1. September 2020 ein Absolvent der Missionsschule als Jugendreferent eingestellt.

Seine gesamte Amtszeit über war Albrecht Duncker auch Vorsitzender der Diakoniestation Weissacher Tal. 2003 wurde in Unterweissach eine Tagespflege eröffnet, um Angehörige bei der Pflege zu entlasten. Er hebt die gute und wichtige Arbeit der Mitarbeiterinnen der Diakoniestation hervor, für die es gerade in Coronazeiten nicht leicht ist. Duncker: „Diakonie ist ein ganz wichtiger Teil von dem, was Kirche ausmacht. Es geht darum, für Menschen da zu sein, die Hilfe brauchen.“ Ein zentrales Thema ist für ihn auch der Schutz der Umwelt. Im Jahr 2015 wurde ein Umweltteam eingerichtet, das unter anderen Aufgaben auch die Einrichtungen der Kirchengemeinde auf ökologische Gesichtspunkte hin überprüfte. Für diese Arbeit wurde von der Landeskirche die Auszeichnung „Grüner Gockel“ verliehen. Der Start seiner Amtszeit war mit einer schwierigen Situation verbunden, und auch das Ende fällt durch Corona in schwierige Zeiten, sagt Albrecht Duncker. „Dazwischen lagen sehr schöne Jahre.“

Nun freut er sich darauf, mehr Zeit für andere Aktivitäten zu haben. Er fährt gerne mit dem Rad und spielt Tennis beim SV Unterweissach. Reisen nach Israel möchte er organisieren. Mehrmals hat er das Heilige Land bereits mit Gruppen von Interessierten besucht. Außerdem plant er, seine Kenntnisse über die jüdisch-hebräischen Überlieferungen zu vertiefen. Einmal in der Woche möchte er Vorlesungen in Judaistik an der Universität Tübingen besuchen. Einige Dienste wird er noch in der Gemeinde Weissach übernehmen, wie die Konfirmation, die wegen Corona auf Ende Oktober verschoben wurde, oder die diamantene Konfirmation Mitte Oktober.

Am Sonntag, 20. September, um 15 Uhr findet unter Einhaltung der Coronaauflagen der Verabschiedungsgottesdienst in der St.-Agatha-Kirche in Unterweissach statt.

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Erstellt:
19. September 2020, 06:00 Uhr

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