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SPD strahlt großes Selbstvertrauen aus

Kommunalwahl 2019: Backnanger Sozialdemokraten wollen mindestens sechs Sitze ergattern und zweitstärkste Fraktion bleiben

Spitzenkandidat Heinz Franke

Spitzenkandidat Heinz Franke

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Kurz vor der Kommunalwahl strotzen die örtlichen Sozialdemokraten vor Selbstvertrauen. Obwohl die SPD bundesweit im Umfragetief taumelt, ist das für Siglinde Lohrmann und Armin Dobler kein Widerspruch, schließlich handelt es sich beim Urnengang vor Ort um eine Persönlichkeitswahl. Und da haben die Genossen ihrer Überzeugung nach einige Trümpfe. So ist Dobler stolz auf die SPD-Liste, da sie Menschen aus ganz verschiedenen Berufen und dem gesamten gesellschaftlichen Spektrum abbilde. Viele Kandidaten sind in Vereinen oder Hilfsorganisationen aktiv. Auch die Mischung stimmt. „Wir haben 14 Männer und 12 Frauen im Alter von 19 bis 69 Jahren, von der Hebamme bis zum Ingenieur, von der Gärtnerin bis zum Rechtsanwalt.“ Lohrmann und Dobler glauben in Backnang gar eine SPD-Hochburg erkennen zu können. Dies hänge damit zusammen, dass es im Wahlkreis der Murr-Metropole zwei sehr rührige Landtags- und Bundestagsabgeordnete gebe. Zudem seien die Stadträte im Gremium sehr rege und die Fraktion mit Kreis- und Regionalräten bestückt. Mit einem Seitenhieb auf andere Listen erklärt Dobler: „Wir hatten sogar Ersatzkandidaten und sind nicht darauf angewiesen, die Liste mit Familienangehörigen aufzufüllen.“ Mit dem Blick auf die neun Listen, die ins Gremium einziehen möchten, hofft er, dass das konstruktive Klima erhalten bleibt. „Wir wollen unsere sechs Sitze halten und zweitstärkste Fraktion bleiben.“

Das gute Gefühl vor der Wahl kommt laut Lohrmann daher, weil sich die bisherigen Stadträte sehr für die Belange der Bürger engagiert hätten: „Wir sind bei Veranstaltungen oft mit der gesamten Fraktionsstärke vertreten und immer ansprechbar. Wir haben gute Arbeit geleistet und wollen uns trotzdem nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern weiterschaffen.“ Dobler bestätigt: „Wir haben über die gesamten fünf Jahre hohe Präsenz gezeigt bei allen Veranstaltungen. Das unterscheidet uns ganz stark von allen anderen Listen, die CDU einmal ausgenommen.“

Die vergangene Amtsperiode war laut Lohrmann sehr harmonisch: „Wir hatten im Gremium wenig Kämpfe, ich würde mir manchmal sogar mehr inhaltliche Auseinandersetzungen wünschen“. Trotzdem habe die SPD Zeichen setzen können, etwa auf dem Gebiet der Kindergärten und Schulen. Lohrmann: „Da haben wir viel erreicht, Qualität und Quantität stimmen.“ Dobler listet zum Beispiel das neue Bildungshaus und die Kindertagesstätte Plaisir auf: „Das sind schöne Erfolge“. Und auch Siglinde Lohrmann hebt auf die sehr ambitionierte Sportkita Plaisir ab: „Das wird bestimmt ein Vorzeigeprojekt“. Trotzdem räumen Lohrmann und Dobler ein, dass es noch viel zu tun gibt auf diesem Gebiet. Es würden immer wieder Stimmen laut, dass noch Betreuungsplätze fehlen. Für Lohrmann ist die Entwicklung nicht verwunderlich. Immer öfter seien beide Elternteile berufstätig, zudem steige die Einwohnerzahl Backnangs stetig.

Wichtig ist für Dobler auch, dass die Stadträte die Verwaltung kontrollieren. So wäre etwa der Spielplatz Annonaygarten noch viel größer und teurer geworden, „wir haben der Stadt 500000 Euro an Einsparungen abgerungen“. Vor allem bei Prestigeprojekten müsse man aufpassen, „da ist es mit der Sparsamkeit schneller vorbei als bei sozialen Themen“, kritisiert Dobler. Trotz aller Erfolge gibt es auch Punkte, über die die Sozialdemokraten nicht glücklich waren. So sagt Lohrmann: „Es hat uns etwas wehgetan, dass man die Kulturmeile so schnell hat fallen lassen. Sie wäre das Eingangstor zur Innenstadt geworden.“ Dobler hofft, dass der Faden in Zukunft noch einmal aufgenommen werden kann. Noch wichtiger jedoch ist ihm, dass es künftig bei allen größeren Neubauprojekten eine 20-Prozent-Quote an Sozialwohnungen gibt. Wegen der wichtigen sozialen Durchmischung der Bevölkerung fordert die SPD diese für alle Projekte. Dobler: „Zuletzt bei der Bebauung des Feucht-Areals ist es uns nicht gelungen, dies durchzusetzen. Beim Gebiet Rietenauer Weg sind wir zuversichtlicher, dass es uns gelingen wird.“

Ganz oben auf der Forderungsliste der SPD stehen außerdem ein Zwei-EuroTagesticket für Busfahrten im gesamten Stadtgebiet und sinnvolle Maßnahmen zur Luftreinhaltung ohne Fahrverbote.

Die Kandidaten: Heinz Franke, Siglinde Lohrmann, Armin Dobler, Pia Täpsi-Kleinpeter, Frank Ehret, Theodora Tiftikoglou, Gerold Hug, Simone Kirschbaum, Dr. Timo Keil, Ella Friedrich, Klaus Weber, Vasiliki Papadopoulou, Maksim Benenson, Sylvia Achenza, Christian Schleicher, Vibke Zeller, Timo Haible, Ursula Naumann, Christian Sattler, Sigrid Daubner, Klaus Brosi, Dr. Claudia Kundigraber, Peter Linfert, Brigitte Gilke, Armin Pfister und Hans-Peter Richter.

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Erstellt:
11. Mai 2019, 06:00 Uhr

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