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Spenden für Notre-Dame spalten Frankreich

Konzernchef Arnault bestürzt über aktuelle Diskussion – Bisher 850 Millionen Euro zugesagt

Paris (dpa/AFP/StN). Nach dem Großbrand der Kathedrale Notre-Dame hat die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo zu einem Schulterschluss der Franzosen aufgerufen. „Die Zeit des Wiederaufbaus muss eine Zeit der Einigkeit werden“, forderte die Sozialistin in einer emotionalen Rede.

Dennoch verschärft sich der Streit um die Spenden von Superreichen für den Wiederaufbau. Linke Parteien, Gewerkschaftsführer und Aktivisten der Protestbewegung der „Gelbwesten“ werfen reichen Unternehmern vor, den Brand für eine „PR-Aktion“ zu nutzen. Der Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH um die Marken Louis Vuitton, Dior und Fendi, Arnault, wies die Vorwürfe zurück: „Es ist bestürzend, dass man in Frankreich kritisiert wird, wenn man sich (für das Gemeinwohl) einsetzt“, sagte er unter dem Applaus von Hunderten Aktionären bei der Hauptversammlung. Arnault kündigte an, seine Spende nicht steuerlich geltend zu machen. Ähnlich hatte sich bereits die Milliardärsfamilie Pinault geäußert, die 100 Millionen Euro für die Instandsetzung geben will.

Insgesamt sind bereits rund 850 Millionen Euro zugesagt, der Großteil von Superreichen und Firmen. Das Internationale Olympische Komitee will eine halbe Million Euro spenden, wie sein Präsident Thomas Bach ankündigte. Damit solle sichergestellt werden, dass die Arbeiten an der Kathedrale bis zu den Olympischen Sommerspielen in Paris 2024 beendet werden könnten, sagte er.

Dieses Ziel hat Präsident Emmanuel Macron ausgegeben. Mit der Leitung des Wiederaufbaus hat Macron den Fünf-Sterne-General Jean-Louis Georgelin beauftragt. Es ist aber weiter unklar, wie lange die Kathedrale geschlossen bleiben muss. Der Kirchen-Direktor Patrick Chauvet brachte für diese Zeit eine Holzkirche auf dem Vorplatz ins Spiel. Geplant ist, dass während des Wiederaufbaus eine riesiger Plane wie ein „Regenschirm“ die Kirche vor Wasser schützen soll.

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Erstellt:
23. April 2019, 10:19 Uhr

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