Spiegelberger Häckselplatz steht zur Diskussion

Bei der Kläranlage hat sich ein Platz zum Abladen von Grüngut gebildet. Die Gemeinde zahlt fürs Häckseln und erwägt nun die Schließung.

Bei der Kläranlage in Spiegelberg hat sich ein Platz zum Abladen von Grüngut gebildet.

Bei der Kläranlage in Spiegelberg hat sich ein Platz zum Abladen von Grüngut gebildet.

Von Nicola Scharpf

Spiegelberg. Populär macht sich Bürgermeister Max Schäfer nicht und weiß das auch: „Ich habe ein heißes Thema dabei, um mich unbeliebt zu machen“, fand er in der jüngsten Gemeinderatssitzung einleitende Worte. Es geht ihm um den Häckselplatz bei der Spiegelberger Kläranlage. Seiner Meinung nach werde dieser Platz vor allem von gewerblichen Anlieferern genutzt. Da der Platz nicht überwacht werde, werde von Mist über Bretter bis hin zu anderem, das dort nichts verloren habe, einiges abgeladen. „Der Missbrauch ist groß“, so die Feststellung des Bürgermeisters. Außerdem koste das Häckseln von Material, für das die Gemeinde keine Verwendung habe, „ein Heidengeld“. Jedes Jahr gehen so über 2000 Euro, wie er mit einer mitgebrachten Rechnung belegte, an den Maschinenring Hohenlohe, der das Material häckselt.

Das Betreiben eines Grünschnittplatzes sei darüber hinaus nicht die Aufgabe der Gemeinde, sondern vielmehr bei der Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) angesiedelt. Und durch das Abladen am Spiegelberger Platz werde die Deponie der AWRM in Backnang-Steinbach, wo die Leute ihr Material kostenlos abgeben können, weniger in Anspruch genommen, was nicht zur Effizienz beitrage. Daher plädierte der Bürgermeister dafür, den Platz mit einem Bauzaun abzuriegeln und im Gemeindeblatt einen entsprechenden Infotext zur Schließung zu veröffentlichen.

Gemeinderat Heinz Bauer wies darauf hin, dass der Platz noch nie ein offizieller Häckselplatz gewesen sei. Der Bauhof habe dort abgeladen und irgendwann hätten es ihm Privatleute nachgetan. „Da, wo’s Häufle liegt, wird’s halt mehr“, stellte Gemeinderat Manfred Schaible fest. Für das Gremium war es dennoch nicht so eindeutig, den Platz zu schließen. „Das Problem lässt sich nicht innerhalb von fünf Minuten lösen. Wir können den nicht einfach zumachen, wir nehmen den Leuten immer mehr weg“, fand Rolf Uebele. „Ich bin hin- und hergerissen“, stellte Jens Breitmann fest. Die Räte schlugen verschiedene Alternativen zur Schließung vor – beispielsweise dass der Platz eingezäunt und abgeschlossen und nur mit Schlüssel zugänglich wird oder dass alle 14 Tage samstags für zwei Stunden geöffnet wird und ein Minijobber oder Ehrenämtler kontrolliert, was angeliefert wird.

Am Schluss verständigte sich die Ratsrunde darauf, dass Max Schäfer das Gespräch mit dem Landkreis suchen soll, um einen Konsens zu erzielen – zum Beispiel dass die AWRM die Entsorgung übernimmt und die Gemeindeverwaltung das Management vor Ort.

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Erstellt:
23. Mai 2024, 16:00 Uhr

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