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Sportlich unterwegs in Pause, Unterricht und danach

Conrad-Weiser-Schule Aspach erhält Zertifikat als weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt

Bewegung heißt an der Aspacher Conrad-Weiser-Schule mehr, als in den Pausen an die frische Luft zu gehen. Vielmehr zieht sich das Thema durch den ganzen Unterricht, durch Arbeitsgemeinschaften und betrifft neben Spiel- und Sportangeboten auch die Ernährung und den Schulweg. Und das nicht nur, wie oft üblich, an der Grundschule.

Zur aktiven Pause gehört an der Conrad-Weiser-Schule, dass die Schüler mit Waveboards, Stelzen oder Springseilen spielen können. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Zur aktiven Pause gehört an der Conrad-Weiser-Schule, dass die Schüler mit Waveboards, Stelzen oder Springseilen spielen können. Foto: A. Becher

Von Silke Latzel

ASPACH. Arbeitsblätter im Unterricht werden an der Conrad-Weiser-Schule nicht mehr ausgeteilt, sondern müssen von jedem Schüler selbst vom Lehrerpult abgeholt werden. Und manchmal steigen die Kinder – natürlich nur nach Erlaubnis der Lehrer und verbunden mit Themen im Unterricht – auch auf die Tische. Wieso? Damit sie nicht eine ganze Unterrichtsstunde nur sitzen, sondern sich auch bewegen. Das klingt zunächst nicht spektakulär, aber die Summe vieler solcher kleiner Aktionen führt zu mehr Bewegung im Unterricht. Und ist ein Baustein von mehreren, der als Voraussetzung nachgewiesen werden muss, um als „weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ (WSB) zertifiziert zu werden.

Das heißt konkret: Sport und Bewegung müssen das Leitbild der Schule prägen und im Schulprogramm fest verankert sein. Nur dann kann die Schule das WSB-Zertifikat erhalten. „Wir haben an dem, wie wir Bewegung in unserem Schulalltag und drumherum gestalten und integrieren, eigentlich gar nichts ändern müssen. Die ganzen Voraussetzungen, um das Zertifikat zu erhalten, haben wir so schon erfüllt – und sehen die Zertifizierung jetzt einfach als Bestätigung dafür, das wir alles richtig gemacht haben und machen“, sagt Heidi Ahlers, Rektorin der Schule.

Das beginnt zum Beispiel schon beim Schulweg: „Wir halten die Schüler dazu an, wenn möglich nicht mit dem Bus zu kommen oder von den Eltern gefahren zu werden, sondern zu laufen. In der Grundschule ist das noch schwierig, aber in der weiterführenden Schule kein Problem mehr“, so Ahlers.

Wichtig ist zudem, dass die Lernräume bewegungsfreundlich gestaltet sind und die Schüler beispielsweise in verschiedene Gruppen zwischen Klassenzimmer und Lernbüros wechseln können.

Auch gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Diese sei zwar ohnehin im Bildungsplan verankert, doch ihre Schüler gehen noch einen Schritt weiter, erzählt die Rektorin: „Wir starten bald offiziell einen ,zuckerfreien Mittwoch‘, an dem Schüler und auch Lehrer dazu angehalten werden, nichts Süßes in die Schule mitzubringen. Manche Klassen machen das bereits.“ Auch werden die Schüler der SMV (Schülermitverantwortung) nach den Faschingsferien in der zweiten Pause an drei Terminen gesundes Essen anbieten: Obstspieße, Früchtequark und belegte Brote stehen auf dem Speiseplan.

Den für das WSB-Zertifikat vorgeschriebenen rhythmisierten Schulalltag gebe es dank drei Tagen Ganztagsschule sowieso bereits in Aspach, so Ahlers: „Zwischen 12.30 und 14 Uhr können unsere Schüler zum Beispiel Fußball spielen.“ Und auch nach dem Unterricht werden viele sportliche Aktivitäten angeboten, manche in Kooperationen mit Vereinen wie Tennis oder Gymnastik. Einmal im Jahr gibt es einen Sporttag für alle Schüler, der von den 10. Klassen betreut wird. Sackhüpfen, Twister und Koordinationsübungen sind nur einige der Stationen, die bewältigt werden müssen. „Wir bieten auch an, dass die Schüler bei uns einmal im Jahr das Sportabzeichen ablegen können“, sagt Ahlers. „2018 wurde das von mehr als der Hälfte unserer Schüler gemacht.“ Auch Ausflüge wie zum Beispiel zur Eislaufbahn nach Ludwigsburg oder eine dreitägige Skiausfahrt stehen auf dem Programm.

In der Pause können die Schüler sich entweder auf dem Hartplatz austoben, oder Waveboards, Springseile, Stelzen und Einräder ausleihen und damit auf dem Hof spielen. Im Sportunterricht selbst können sie sich ab der 8. Klasse Sport als Profilwahlfach aussuchen. Das bedeutet: Mehr Sportunterricht – und das nicht nur praktisch, sondern auch mit theoretischen Einheiten. Und für vier Schüler jährlich besteht die Möglichkeit, sich zu Sportmentoren ausbilden zu lassen, um dann selbst einmal kleine Sporteinheiten zu leiten . „Das kommt sehr gut an“, so Ahlers.

Generell sei es mittlerweile so, dass die Schüler die Bewegung auch einfordern. „Und sie übernehmen selbstständig die Verantwortung für ihr Handeln. Derzeit planen sie zum Beispiel eine Alpenüberquerung“, sagt die Rektorin. „Wir sind natürlich stolz auf unser vielfältiges Angebot, bei dem wir Sport und Spaß zusammenbringen können.“

Info
„WSB“ kurz erklärt

Das baden-württembergische Gesamtkonzept der „sport- und bewegungsfreundlichen Schule“ wurde durch die Schulsportoffensive konsequent weiterentwickelt, etwa durch die Initiative „Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“.

In den vergangenen Jahren haben die Erkenntnisse zugenommen, dass die positiven Ergebnisse durch mehr Bewegung im Schulalltag nicht nur für die Grundschule zutreffen, sondern auch auf weiterführende Schulen übertragbar sind.

Zunächst erprobten 13 weiterführende Schulen aus Baden-Württemberg als Pilotschulen im Schuljahr 2009/10 das Konzept einer weiterführenden Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt (WSB).

Die Conrad-Weiser-Gemeinschaftsschule Aspach gehört zu den ersten vier weiterführenden Schulen im Rems-Murr-Kreis, die das WSB-Zertifikat erhalten haben.

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Erstellt:
28. Februar 2019, 06:00 Uhr

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