Stadträtin der Grünen bedroht

Auch Gabriele Munk hat im Rahmen des Kommunalwahlkampfes eine Morddrohung erhalten.

Ein zerstörtes Wahlplakat von Grünen-Stadträtin Gabriele Munk in Weilimdorf.

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Ein zerstörtes Wahlplakat von Grünen-Stadträtin Gabriele Munk in Weilimdorf.

Von Jan Sellner

Stuttgart - Gabriele Munk hat mit sich gerungen, ob sie den Vorfall öffentlich machen soll. Nach reiflichem Überlegen und angesichts der Tatsache, dass Linke-Stadtrat Luigi Pantisano eine gegen ihn gerichtete ähnliche Drohung vergangene Woche zur Anzeige gebracht hat, war für die Grünen-Stadträtin klar: „Ich lasse das nicht auf sich beruhen und möchte, dass das aktenkundig wird.“ Zumal es am vergangenen Wochenende zu massiven Beschädigungen von Grünen-Wahlplakaten im Wolfbusch und im Pfaffenäcker gekommen sei.

Zum Auftakt des Kommunalwahlkampfes am 28. April hatte die 66-Jährige, die dem Stuttgarter Gemeinderat seit 15 Jahren angehört, gemeinsam mit ihrem Mann am Hubertusplatz in Weilimdorf ein Wahlplakat aufgehängt. Währenddessen hielt der Fahrer eines schwarzen Audi neben dem Ehepaar an und schrie aus dem Fenster: „Euch sollte man aufhängen!“ Eine unverhohlene Morddrohung, der etliche Pöbeleien folgten. Nach der Verbalattacke fuhr der Mann nicht etwa davon, sondern stieg aus. So erinnert sich Munk an den Vorgang. Ihr Mann und sie seien zunächst „völlig perplex“ gewesen. „Um die Situation zu deeskalieren“, hätten sie dem Audi-Fahrer, den Munk „als etwas über 30 und sportlich beschreibt“, demonstrativ den Rücken zugewendet. Schließlich entfernte er sich. Eine belastende Situation – „und das gleich zum Auftakt des Wahlkampfs“, wie die Grünen-Stadträtin berichtet.

Luigi Pantisano hatte vergangene Woche von einem ähnlichen Vorfall am 18. Mai an der Ecke Senefelder- und Lerchenstraße im Stuttgarter Westen berichtet. Beim Erneuern von Wahlplakaten wurde der Linke-Stadtrat seiner Schilderung zufolge aus einem Auto heraus mit den Worten attackiert: „Töten sollte man euch, nicht wählen!“ In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz, wie die Polizei bestätigt.

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Erstellt:
28. Mai 2024, 22:06 Uhr
Aktualisiert:
29. Mai 2024, 21:56 Uhr

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