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Starkes Signal für den Rems-Murr-Kreis

Die beiden Platzhirsche unter den Mobilfunkanbietern, Telekom und Vodafone, bauen zurzeit ihre Netze massiv aus – auch hier in der Region. Zum einen werden neue Standorte errichtet, zum anderen werden vorhandene mit LTE-Technologie verstärkt.

Die großen Mobilfunkanbieter setzen auf einen Ausbau der mobilen Breitbandtechnologie LTE. Die Verbindung soll schneller werden und Funklöcher schließen. Am Dorfplatz in Backnang-Steinbach ist der Empfang bereits bestens. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Die großen Mobilfunkanbieter setzen auf einen Ausbau der mobilen Breitbandtechnologie LTE. Die Verbindung soll schneller werden und Funklöcher schließen. Am Dorfplatz in Backnang-Steinbach ist der Empfang bereits bestens. Foto: A. Becher

Von Lorena Greppo

BACKNANG. Mit dem Smartphone mal eben etwas online nachschauen, Musik oder Filme auch unterwegs streamen – all das ist inzwischen Standard. Ärgerlich ist es da nur, wenn die mobile Internetverbindung schlecht oder man gar in ein Funkloch geraten ist. Diesem Problem nehmen sich die großen Mobilfunkanbieter derzeit verstärkt an und bauen im gesamten Kreisgebiet neue Stationen, die eine flächendeckende LTE-Versorgung gewährleisten sollen. Vodafone hat solche Standorte unter anderem in Backnang, Auenwald und Remshalden gebaut, die Telekom hat in diesem Jahr schon Masten und Dachträger in Backnang, Althütte, Plüderhausen und Waiblingen neu gebaut beziehungsweise erweitert. Und damit haben die beiden Platzhirsche unter den Mobilfunkanbietern noch nicht genug: Vodafone plant allein bis Mitte 2021 acht weitere LTE-Bauprojekte in Fellbach, Großerlach, Oppenweiler, Waiblingen, Althütte und Backnang. Die Telekom wiederum plant, bis 2022 35 weitere Standorte im Rems-Murr-Kreis zu installieren.

„Vodafone hat sein Mobilfunknetz im Rems-Murr-Kreis tatsächlich massiv ausgebaut und bietet jetzt eine nahezu flächendeckende Mobilfunkversorgung der Bevölkerung mit Sprachdiensten“, lässt Volker Petendorf, Sprecher des Unternehmens, wissen. Zunehmend setze man dabei auf die mobile Breitbandtechnologie LTE. Diese stellt nicht nur eine Verbesserung in der Datenübertragung dar, die besagten Antennen haben auch eine größere Reichweite – „daher benötigt man weniger Standorte, um dasselbe Gebiet zu versorgen“. Die Kunden können mit LTE auch unterwegs in hoher Qualität im Internet surfen und mobile Datendienste nutzen. Zudem biete LTE die Möglichkeit, „in kristallklarer Qualität“ zu telefonieren. Sowohl das Schließen von Funklöchern als auch die Verbesserung der bereits bestehenden Verbindungen sind laut Lena Raschke, Sprecherin der Telekom, Ziel dieser Ausbauoffensive: „Die Verbesserungen sind für alle Kunden spürbar, die das Telekom-Netz nutzen“, versichert sie. Durch den Ausbau steige die Mobilfunkabdeckung im Landkreis in der Fläche und es stehe insgesamt mehr Bandbreite zur Verfügung. Zudem verbessere sich auch der Empfang in den Gebäuden.

Bei der Genehmigung neuer Standorte gibt es viele Hürden

Was nach einer einfachen Strategie der Anbieter klingt, hat aber durchaus seine Tücken, denn die Antennen, Masten und Dachträger lassen sich nicht einfach so errichten. „Um in Baden-Württemberg eine tatsächliche Vollversorgung der Verkehrswege herzustellen, fehlen noch rund 80 Mobilfunkmasten entlang der Verkehrswege, die aufgrund fehlender Baugenehmigungen oder fehlender Grundstücke bisher nicht errichtet werden konnten“, teilt die Telekom mit. „Ganz grundsätzlich bereitet es uns oft Schwierigkeiten, geeignete Grundstücke/Gebäude zu finden, für welche die Eigentümer auch vermietbereit sind. Dies führt oft zu langen Verzögerungen bei der Standortsuche.“ Beim Ausbau des Mobilfunknetzes sei man auf die Zusammenarbeit der Kommunen angewiesen, um notwendige Flächen für die Standorte anmieten zu können. Auch der Vodafone-Konzernsprecher findet klare Worte: „Im Mobilfunk haben viele Funklöcher vor allem zwei Gründe: zu langsame Genehmigungsverfahren und schwierige Suche nach geeigneten Standorten.“ Der Gesetzgeber könne den Ausbau des mobilen Breitbandes mit einfachen Mitteln beschleunigen. „Eine kleine Anpassung im Baurecht könnte zum Beispiel bewirken, dass Mobilfunkanlagen in Baugebieten generell zulässig sind und es nicht erst eines Antragmarathons bedarf, damit sie errichtet werden dürfen.“

Die Kriterien, anhand welcher neue Standorte für Masten und Antennen gewählt werden, sind zahlreich. „Zuerst steht die funktechnische Eignung im Fokus. So muss ein Standort beispielsweise möglichst nahe am Nutzer sein, sollte Sichtverbindung in den kompletten Versorgungsbereich haben, muss sich gut in das Gesamtnetz einfügen et cetera“, erklärt Raschke. „Darüber hinaus spielt aber natürlich ein möglichst wirtschaftlicher Ausbau eine große Rolle.“ Wer eine Fläche für einen Dach- oder Maststandort anbieten möchte, könne sich an die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm (www.dfmg.de) wenden. Sie mietet geeignete Flächen an. Auch Petendorf nennt die Kriterien in der Reihenfolge: 1. sicherer Betrieb im Sinne der Gesetze; 2. richtige Standortwahl mit Blick auf den Versorgungsbereich und 3. Finanzrahmen/Wirtschaftlichkeit. „Alle Mobilfunknetzbetreiber müssen aufgrund der hohen Erschließungs- und Betriebskosten für Mobilfunkstationen gerade in nicht besiedelten Gegenden und in Regionen mit vergleichsweise geringer Einwohnerzahl genau kalkulieren, ob und unter welchen Voraussetzungen sich ein solcher Bau wirtschaftlich trägt. Zu den Erschließungskosten kommen laufende Betriebskosten – zum Beispiel für Standortmiete, Stromversorgung, Wartung, Reparaturen, Ersatzteile, Sicherheit und so weiter“, gibt er zu bedenken.

Mit dem LTE-Ausbau ist es für die Mobilfunkanbieter aber auch noch nicht getan, denn mit 5G wartet bereits die neuste Technologie auf. Diese sei aus „netzwerktechnischer Sicht kein neues Netz“, unterstreicht Petendorf, könne aber eine Netzrevolution werden. Künftig sollen die vorhandenen Standorte für deren Ausbau mitgenutzt werden. „Perspektivisch soll das 5-G-Netz im Laufe der nächsten Jahre möglichst alle besiedelten Gebiete auch im Rems-Murr-Kreis erreichen.“ Und auch die Telekom ist damit schwer beschäftigt: „Wir planen für dieses Jahr, über 40000 Antennen für den 5-G-Ausbau auf der 2,1 Gigahertz-Frequenz fit zu machen“, sagt Raschke. Für den Rems-Murr-Kreis könne sie aber noch keine Detailplanung nennen.

Funklöcher schließen – das ist der Plan der Mobilfunkbetreiber

Die Telekom betreibt im Rems-Murr-Kreis jetzt 106 Standorte. Die Bevölkerungsabdeckung liegt nach Angaben des Unternehmens bei rund 98 Prozent. Und der Ausbau geht weiter. Bis 2022 sollen weitere 35 Standorte hinzukommen. Zusätzlich sind an 24 Standorten Erweiterungen mit LTE geplant. Bis 2025 sollen 99 Prozent der Bevölkerung in der Region Mobilfunk (LTE) nutzen können. Für diesen Ausbau kooperiert das Unternehmen mit der Gigabit Region Stuttgart GmbH. Außerdem sei geplant, ein leistungsstarkes 5-G-Netz zügig aufzubauen. Auf www.telekom.de/netzausbau ist die genaue Abdeckung zu sehen.

Vodafone liefert im Rems-Murr-Kreis nach eigenen Angaben in den besiedelten Gebieten durch 84 vorhandene Mobilfunkstandorte eine Outdoor-Versorgung von nahezu 100 Prozent der Bevölkerung. 72 dieser 84 Stationen sind mit der mobilen Breitbandtechnologie LTE ausgestattet. Für 2020 sind im Rems-Murr-Kreis acht weitere LTE-Bauvorhaben geplant. Dabei wird Vodafone erstmals LTE-Technik an bestehenden Mobilfunkstandorten installieren und zusätzliche Antennen an vorhandenen LTE-Standorten anbringen. Ziel sei es, auch beim mobilen Datennetz LTE eine möglichst flächendeckende Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Mit der App „Breitbandmessung“ der Bundesnetzagentur können Nutzer die Qualität des Mobilfunknetzes an ihrem Standort ermitteln und dokumentieren. „Mit einem Klick auf die Schaltfläche ‚Netzverfügbarkeit erfassen‘ startet der Nutzer die Abfrage. Ab diesem Zeitpunkt erfasst die App in regelmäßigen Abständen von maximal 50 Metern, ob eine Netzabdeckung vorhanden ist – und ob sie durch 2-G-, 3-G- oder 4-G-Technologie gegeben ist. Die erfasste Wegstrecke wird dem Nutzer auf einer Karte dargestellt“, heißt es auf der Webseite der Bundesnetzagentur. Die Karte mit den ermittelten Netzdaten ist zu finden unter: https://breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch

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Erstellt:
30. Mai 2020, 06:00 Uhr

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