Stars der Pfeifenszene geben Stuttgart die Ehre

Enthusiasten und Pfeifenmacher haben sich bei der Pfeifenmesse in der Alten Kelter in Vaihingen ausgetauscht.

Neben klassischen Modellen gab es auf der Pfeifenmesse in der Alten Kelter in Vaihingen auch Kurioses zu entdecken.

© Lichtgut/Christoph Schmidt

Neben klassischen Modellen gab es auf der Pfeifenmesse in der Alten Kelter in Vaihingen auch Kurioses zu entdecken.

Von Uli Meyer

Stuttgart - Wer die unvergleichlichen Duftnoten aromatisierten und dampfenden Tabaks in die Nase bekommen wollte, musste sich am Samstag vor dem Eingang aufhalten. Dort waren in seitlich offenen Zelten die Gleichgesinnten unter sich. Mit einer angesteckten Pfeife im Mund wurde gefachsimpelt oder einfach nur genossen. Drinnen in der Alten Kelter in Stuttgart-Vaihingen gab es ein striktes Rauchverbot, woran sich auch die passioniertesten Tabakkonsumenten selbstverständlich hielten.

Folkmar Schiek, Veranstalter der 2. Internationalen Pfeifenmesse, war bereits nach wenigen Stunden Messe zufrieden mit der Veranstaltung. Im Ausstellungsraum herrschte reger Austausch zwischen Anbietern und Besuchern. „Voriges Jahr bei der Premiere wussten wir nicht genau, was uns erwartet. Es ist gut gelaufen damals, und auf dieser Basis konnten wir das Ganze jetzt noch ein wenig ausweiten, auch qualitativ“, sagt der Stuttgarter. Es war ihm gelungen, unter seinen rund 35 Ausstellern diesmal zur knappen Hälfte auch internationale Hersteller anzulocken. Darunter echte Stars der Szene wie die beiden Däninnen Nanna Ivarsson und Manduela Riger-Kusk. „Die haben weltweites Renommee. Es ist eine Ehre, sie hierzuhaben“, so Schiek, der sich sicher ist, dass es bundesweit höchstens vier oder fünf Fachmessen auf vergleichbarem Niveau gibt.

Entsprechend groß der Andrang. „Wir haben Besucher aus ganz Deutschland, aber auch aus der Schweiz, Österreich oder Tschechien kommen sie extra für diesen Tag zu uns“, sagt Folkmar Schiek. Einer, der es nicht so weit hatte, war Uli. Für den 85-Jährigen aus Markgröningen muss sich die Messe wie ein Festtag anfühlen. „Ich rauche seit über 60 Jahren Pfeife“, sagt der Mann, der über die Anzahl der in seinem Besitz befindlichen Pfeifen nur grobe Angaben machen will: „Es sind mehrere Hundert. Aber jede hat ihre eigene Geschichte.“

Diese Individualität in Form und Herstellung betont auch Abi Natur. Der Pfeifenbauer mit montenegrischem Vater und Stuttgarter Mutter verwendet am liebsten das Holz von bis zu 800 Jahre alten Olivenbäumen. „Die einzelnen Stücke werden zwei Tage lang gekocht, um sie von Giftstoffen zu befreien. Bis zur Weiterverwendung lässt man das Holz dann zehn Jahre lang trocknen.“ Deshalb beschreibt Abi Natur die Herstellung einer Pfeife auch als „Lebensprozess“. Die Vollendung mit dem Bohren der Brennkammer und der Öffnung zum Mundstück, das meist aus Acryl besteht, geht dann mit wenigen Tagen Aufwand vergleichsweise schnell über die Bühne. „Je nach Maserung des Holzes und der eigenen Inspiration bei der Gestaltung entsteht ein Unikat“, so Abi Natur, der für Folkmar Schiek „einer der besten Pfeifenbauer der Welt ist“.

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Erstellt:
18. März 2024, 22:10 Uhr
Aktualisiert:
19. März 2024, 21:48 Uhr

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