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Startschuss für das sanierte Bädle

Das rundum erneuerte Freibad in Erbstetten ist in kleiner Runde eingeweiht worden und die ersten Gäste genießen die Erfrischung im Wasser. Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz spricht allen Helfern großen Dank aus.

Die jungen Gäste haben das Kombibecken bei der Einweihungsfeier direkt erobert.Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

Die jungen Gäste haben das Kombibecken bei der Einweihungsfeier direkt erobert.Fotos: A. Becher

Von Lorena Greppo

BURGSTETTEN. Mehr als 33 Grad hat der Betreiber der Wetterstation in Backnang-Steinbach um die Mittagszeit ermittelt – der bislang heißeste Tag des Jahres. Gibt es einen geeigneteren Zeitpunkt, an dem erstmals Gäste in das sanierte Erbstettener Bädle steigen dürfen? „Besseres Einweihungswetter könnte man sich nicht wünschen“, findet auch Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz, die anlässlich der Feier ein paar Worte spricht. Pünktlich ist alles fertig geworden und das Ergebnis, da sind sich die Besucher einig, kann sich durchaus sehen lassen.

Vor allem eines ist Wiedersatz wichtig, und sie betont es immer wieder: die große Dankbarkeit der Gemeinde an alle, die zu diesem Mammutprojekt beigetragen haben. Die Bädlesretter des Fördervereins, die ehrenamtlichen Handwerker, die unzähligen Unterstützer, welche Sach- und Geldspenden gegeben haben, Firmen aus der Region, die ihre Dienstleistungen nicht in Rechnung gestellt, sondern als Spende erbracht haben – die Liste ist schier endlos. Unter anderem hat auch der Leutenbacher Gemeinderat beschlossen, pro Einwohner der Gemeinde zwei Euro zuzuschießen – schließlich gehen vor allem die Nellmersbacher in großer Zahl nach Erbstetten zum Baden. 24000 Euro werden daher überwiesen. Gerne, sagt die Bürgermeisterin, hätte sie die geplante große Party mit allen gefeiert. Doch die muss angesichts der Coronapandemie warten. „Es macht richtig Spaß, wenn das Freibad hier mit Leben erfüllt wird“, ist sie sich sicher.

Einen Vorgeschmack gibt es bereits, denn die kleinen Gäste haben die neue Kinderwasserwelt längst erobert und toben ausgelassen im seichten Wasser. Die Erwachsenen müssen sich noch gedulden, denn zuerst wechseln noch diverse Geschenke die Hände, Architektin Julia Leibiger berichtet von den Herausforderungen und schönen Seiten der Sanierung und die Vorsitzende des Fördervereins Freibad Erbstetten, Anja Geldner, zählt noch einmal die vielfältigen Aktionen auf, mit denen unter dem Motto „Unser Bädle darf nicht baden gehen“ Geld gesammelt wurde. Ob Konzerte, Waffelverkäufe, Yogakurse, Sponsorenschwimmen oder winterliches Eisschwimmen: Die Ideen gingen den Verantwortlichen zu keinem Zeitpunkt aus. „Überwältigende Spendenbereitschaft“ und „gigantischen Zusammenhalt“ lobt die Vereinsvorsitzende. Und auch für Irmtraud Wiedersatz ist es „das Großartigste, dass die Bevölkerung von Anfang an und bis heute hinter diesem Projekt steht“. Denn diese Sanierung sei die größte Investition, die es in Burgstetten je gegeben habe und das, wo die Gemeinde noch nie viel Geld hatte. Daher habe sich der Gemeinderat diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber es sei nun einmal „viel Wert, dass die Kinder hier schwimmen lernen können“.

Und dass vor allem die Kinder und Jugendlichen sich des Bädles in seinem neuen Edelstahl-Glanz erfreuen, zeigt sich dann auch, als das Becken offiziell zum Baden freigegeben wird. Innerhalb von Sekunden haben sie sich Taucherbrillen, Schwimmflügel, Nixenflossen und Wasserbälle geschnappt und sich in das gar nicht so kühle Nass gestürzt. Die erste Testerin war allerdings Schwimmmeisterin Jessica Bubeck. „Ich bin schon vor etwa einer Woche mal rein, als noch nicht einmal Chlor drin war“, verrät sie schmunzelnd. „Das habe ich mir nicht nehmen lassen.“ Schließlich hat sie unter anderem als Mitglied der Bädleswerker auch ihren Beitrag zur Sanierung geleistet. Ihr Urteil: „Herrlich! Ich bin sehr zufrieden.“

Inzwischen haben sich auch einige Erwachsene ins Bad getraut. „Richtig warm“ sei es, sagt Tina Braun. Die Wassertemperatur liegt zu diesem Zeitpunkt bei 26,6 Grad, sagt Bubeck. „Wärmer darf‘s nicht mehr werden“, findet Michael Braun. Früher, erinnert er sich, habe das Wasser bei der Eröffnung für gewöhnlich um die 17 Grad gehabt. Dennoch genießen die Burgstettener die ersten Bahnen in ihrem Bädle – es werden bestimmt noch viele weitere folgen.

Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz (am Mikrofon) bedankte sich mit vielen Worten und Geschenken bei den Helfern der Bädlesanierung.

© Alexander Becher

Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz (am Mikrofon) bedankte sich mit vielen Worten und Geschenken bei den Helfern der Bädlesanierung.

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Erstellt:
1. August 2020, 06:00 Uhr

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Die Handwerker entkernen das Gebäude nahezu vollständig. Elektrik, Rohrleitungen, Böden samt Estrich, Fenster, Wände – fast alles wird erneuert.
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