Startschuss für die Freibäder fällt

In Burgstetten geht die Freibadsaison schon am Montag los, die anderen Bäder in der Region öffnen wenige Tage später. Besonderer Wert wird in allen vier Kommunen darauf gelegt, die Testkapazitäten auszubauen.

Das Backnanger Wonnemar strebt eine Öffnung am 7. Juni an. Bis zu 1000 Gäste dürfen sich gleichzeitig im Freibad aufhalten. Archivfoto: A. Becher

© Alexander Becher

Das Backnanger Wonnemar strebt eine Öffnung am 7. Juni an. Bis zu 1000 Gäste dürfen sich gleichzeitig im Freibad aufhalten. Archivfoto: A. Becher

Von Lorena Greppo

und Renate Schweizer

BACKNANG. Das Wetter soll sommerlicher werden und passend dazu haben nun die Freibäder das grüne Licht bekommen: Die Inzidenz war lange genug unter 100, sie dürften ab Montag öffnen. Wir haben uns umgehört, wann es losgeht.

Im Freibad Erbstetten wird direkt am Montag die Badesaison eingeläutet. In drei Schichten (10 bis 13 Uhr, 14 bis 17 Uhr und 17.30 bis 20.30 Uhr) werden jeweils bis zu 300 Badegäste eingelassen. Das Hygienekonzept vom vergangenen Jahr tritt wieder in Kraft, so sind beispielsweise Ein- und Ausstieg getrennt, außerdem ist die Anzahl der Personen im Becken eingeschränkt und wird überwacht, erklärt Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz. „Das hat letztes Jahr auch sehr gut geklappt.“ Eine Änderung gibt es aber: Das „Bädle“ ist nur offen für Geimpfte und Genesene, deren Genesung weniger als sechs Monate zurückliegt, und für Menschen mit tagesaktuell negativem Testergebnis. Keine Entscheidung des Rathauses sei das, sondern die geltende Coronaverordnung. Es sei ihr bewusst, dass die Einschränkungen vor allem Kinder und Jugendliche betreffen, so Wiedersatz. Denn die müssen für gewöhnlich auf die Tests zurückgreifen. Aber: Selbsttests unter Aufsicht am Kassenhäuschen seien leider nicht erlaubt. Bislang wurde im Gemeindegebiet nur in der Arztpraxis von Andreas Fritz in Burgstall getestet. Acht Termine sind dort über das Terminvergabeportal des Landkreises zu bekommen – jedoch wird nicht an jedem Tag getestet. Und natürlich ist es wenig realistisch, dass Burgstettener Eltern ihre Kinder in den Pfingstferien jeden zweiten Tag zum Schnelltest nach Backnang und dann zurück zum Freibad fahren können. Also ist die Gemeinde aktiv geworden und hat auf die Schnelle ein eigenes Testzentrum organisiert. Am Donnerstag kam die Bestätigung: Ab dem 7. Juni wird an drei Tagen in der Woche am Rewe getestet (dienstags und donnerstags von 14.30 bis 18 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr). „Das reicht mir aber noch nicht“, macht die Bürgermeisterin klar. Auch das Wochenende solle noch abgedeckt werden.

Etwas später ist man in Backnang dran. „Aller Voraussicht nach öffnen wir am 7. Juni“, sagt Markus Dechand, der neue Wonnemar-Betriebsleiter. „Bis dahin müssten wir alles fertig haben.“ Bis zu 1000 Badegäste dürfen eingelassen werden. Anders als in den Umlandgemeinden will man im Backnanger Freibad nicht auf mehrere Schichten setzen. Stattdessen soll es auf der Internetseite des Wonnemars ein Ampelsystem geben. Zeigt dieses ein grünes Licht an, sind noch ausreichend Plätze frei. Bei Orange ist das Bad schon voller, bei Rot sind höchstens noch Restplätze vorhanden. „So versuchen wir, das Ganze für die Besucher angenehmer zu gestalten“, erklärt Dechand. Durch die Aufteilung in Schichten komme es oft zu Schlangen vor der Kasse, das wolle man vermeiden. Karten können vor Ort gekauft werden, ein bestimmtes Kontingent werde wohl auch online angeboten. Weil auch in Backnang gemäß der Coronaverordnung nur geimpfte, genesene und getestete Personen Zutritt haben, ist geplant, direkt am Wonnemar ein Testzentrum einzurichten. „Wir sind gerade noch dran, das Testzentrum anzumelden“, berichtet Dechand. „Das werden wir aber vermutlich bis zum 7. Juni nicht schaffen.“ Immerhin: In Backnang stehen zahlreiche andere Testmöglichkeiten zur Verfügung. Momentan schauen die Verantwortlichen vor allem auf die Wetterprognose, denn: „Wenn es kalt ist und regnet, geht schließlich auch keiner ins Freibad.“

Am kommenden Samstag, 5. Juni, öffnet das Freibad in Murrhardt seine Tore. Hierbei gilt jedoch: Zutritt haben nur Badegäste, die ihr Ticket vorher online gebucht haben und dieses ausgedruckt oder auf ihrem Smartphone mitbringen. „Dies gilt auch für alle Vereinsmitglieder“, teilen die Stadtwerke mit. Aufgrund der aktuellen Coronaverordnung kommt hinzu, dass der Zutritt zum Freibad nur gestattet werden kann, wenn ein Nachweis über eine vollständige Covid-19-Impfung, ein positiver PCR-Test (älter als 28 Tage, aber nicht älter als sechs Monate) oder ein negativer Antigentest vorgelegt wird. Der Antigentest muss von Dritten bestätigt sein und darf bis Ende des Aufenthalts 24 Stunden nicht überschreiten. „Nur so kann eine Badesaison nach der aktuellen Coronaverordnung stattfinden.“ Weil auch in Murrhardt bislang nur in den Arztpraxen der Doktoren Scherat und Schönfeld Tests möglich waren, hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem DRK die Kapazitäten erweitert und in der vergangenen Woche ein Testzentrum in der Festhalle eingerichtet. Tickets für das Freibad können ab Mittwoch, 2. Juni, auf der Internetseite www.freibad-murrhardt.de gebucht werden. In Ausnahmefällen können die Tickets von Montag bis Freitag nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung bei den Stadtwerken, Fritz-Schweizer-Straße 45, gekauft werden. Ein Verkauf am Wochenende ist derzeit nicht möglich. Auch dieses Jahr werden wieder Frühschwimmerverträge angeboten. Diese können bei den Stadtwerken ab morgen abgeschlossen werden, eine vorherige Terminvereinbarung ist erforderlich.

In Oppenweiler peilt man einen Saisonstart ebenfalls am kommenden Samstag, 5. Juni, an. „Bis dahin schaffen wir es, alles vorzubereiten“, ist Kämmerin Marisa Littmann zuversichtlich. Das Öffnungskonzept orientiert sich am vergangenen Jahr, sprich: In zwei Schichten (8.30 bis 13 Uhr und 14.30 bis 19 Uhr) dürfen jeweils 150 Personen ins Bad. Dienstags und donnerstags gibt es von 6 bis 8 Uhr zusätzlich die Möglichkeit für Frühschwimmer, ein paar Bahnen zu ziehen. Anders als 2020 ist derzeit nur die Vorgabe der drei Gs (geimpfte, genesene und getestete Personen haben Zutritt). In Oppenweiler testen momentan nur die beiden niedergelassenen Ärzte – das könnte zu wenig sein, wenn das Wetter gut ist und die Kapazitäten des Bads ausgereizt werden. „Wir sind gerade dabei, eine besucherfreundliche Lösung für dieses Problem zu finden“, kündigt Littmann an. Die Überlegung sei, wie in Burgstetten und Murrhardt selbst Testmöglichkeiten zu schaffen. Nur: „Das ist gar nicht so einfach.“

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Erstellt:
29. Mai 2021, 06:00 Uhr

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