Staus in baden-württembergischen Städten nehmen weiter zu

dpa/lsw München. In Baden-Württembergs Großstädten sitzt ein Autofahrer immer länger wartend in der Blechlawine. Die Zeit, die vor allem ein Pendler im Stau vertrödelt, nimmt nach einer Analyse zu. Die gute Nachricht: Woanders ist es noch schlimmer.

Stau auf einer Autobahn. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Stau auf einer Autobahn. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Warten in Mannheim, Warten in Karlsruhe und Warten auch in Freiburg: Autofahrer stehen in baden-württembergischen Städten immer länger im Stau. Das geht aus einer Analyse der Verkehrsmuster durch den Kartierungsspezialisten TomTom hervor, die am Mittwoch in München veröffentlicht wurde. Die Zunahme des Verkehrs steht im Zusammenhang mit der wachsenden Einwohnerzahl in den Ballungszentren. Für den „TomTom Traffic Index“ für das Jahr 2019 wurden die Daten von Smartphones und fest verbauten Navigationssystemen für 416 Städte weltweit ausgewertet.

Baden-Württembergs Stau-Hauptstadt bleibt Stuttgart (30 Prozent) gefolgt von Freiburg (23), Karlsruhe (22) und Mannheim (21). Die von TomTom berechnete Prozentzahl zeigt, wie viel länger eine Fahrt als Folge des Staus dauert. Bundes-Stau-Hauptstadt ist wie im Vorjahr Hamburg (34), danach folgen Berlin, Wiesbaden, München und Nürnberg. Neben Stuttgart vervollständigen Bonn, Kassel, Bremen und Frankfurt am Main die Top-10-Liste der Städte in Deutschland, in denen Autofahrer die meiste Zeit durch Verkehrsbehinderungen verlieren.

Während die vertrödelte Zeit in Stuttgart gleich blieb, erhöhte sich die Warterei in Freiburg und Mannheim um zwei Prozentpunkte, in Karlsruhe um einen. Bundesweit besonders stark mit plus 8 Prozent stieg der Stauwert in Wiesbaden. Bremen gehörte mit minus 3 Prozent zu den wenigen deutschen Städten, in denen der Verkehr 2019 etwas flüssiger lief als im Vorjahr.

Auffällig bei der Betrachtung der Verkehrsmuster seien die ausgeprägten Stauspitzen am Morgen und am Abend, erläuterte TomTom. „Viele Pendler wählen trotz zahlreicher alternativer Verkehrsangebote weiterhin das Auto, um in die Arbeit zu gelangen.“

Im internationalen Vergleich stehen die Autofahrer in Deutschland aber nicht besonders lange im Stau. Für Bangalore in Indien berechnete TomTom einen Wert von 98 Prozent für die morgendliche Rush Hour, abends war dort der Wert mit 115 Prozent noch schlechter. Auf dem europäischen Kontinent ist die Verkehrsbelastung in Moskau (59 Prozent) am schlimmsten, gefolgt von Istanbul, Kiew und Bukarest.

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Erstellt:
29. Januar 2020, 07:44 Uhr

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