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Steigende Zahlen bei Syphilis und Co.

Die AOK verzeichnet einen Anstieg von Geschlechtskrankheiten im Rems-Murr-Kreis in den vergangenen sechs Jahren.

Sexuell übertragbare Krankheiten sind für viele ein Tabuthema - auch in Partnerschaften. Foto: AOK

Sexuell übertragbare Krankheiten sind für viele ein Tabuthema - auch in Partnerschaften. Foto: AOK

WAIBLINGEN (pm). Sexuell übertragbare Krankheiten sind für viele ein Tabuthema. Dabei ist es zur Prävention der Ausbreitung zentral, sich frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. Während im Rems-Murr-Kreis im Jahr 2014 noch 559 Versicherte wegen dieser Erkrankungen beim Arzt waren, stieg die Zahl bis 2018 auf 733 Patienten. Das entspricht 0,5 Prozent aller Versicherten der Gesundheitskasse in der Region.

Wie die Auswertung der AOK zeigt, erkranken Männer und Frauen etwa gleich häufig. Eine Ausnahme bildet hier jedoch die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen – hier sind Frauen erheblich häufiger betroffen als gleichaltrige Männer. Zu beachten ist, dass nur Versicherte ermittelt werden, die sich tatsächlich in ärztlicher Behandlung befanden. Da die Hemmschwelle für einen Arztbesuch wegen einer Geschlechtserkrankung relativ hoch liegt, ist besonders bei den weniger schweren Krankheitsbildern mit einer erhöhten Dunkelziffer zu rechnen.

„Die Ursache solcher Erkrankungen können unter anderem Bakterien sein, wie zum Beispiel bei Chlamydien-Infektionen, Syphilis oder Gonorrhö – im Volksmund auch Tripper genannt. Auch Viren, beispielsweise bei HIV-Infektionen, Hepatitis B oder genitalem Herpes, Pilze und Parasiten zählen zu den möglichen Krankheitserregern“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Gemeinsames Merkmal ist die Übertragung der Krankheitserreger bei sexuellem Kontakt. „Oft verursachen sexuell übertragbare Krankheiten keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt. Zu den häufigsten Anzeichen einer solchen Erkrankung gehören Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden und Unterbauchschmerzen.“

Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Beispielsweise kann eine Chlamydien-Infektion die Ursache für Unfruchtbarkeit sein. Infektionen mit humanen Papillomaviren oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion Aids. Es sollte immer auch an die Möglichkeit einer Mehrfachinfektion gedacht werden. So ist das Risiko einer HIV-Infektion höher, wenn bereits eine andere sexuell übertragbare Krankheit vorliegt. Umgekehrt haben Menschen mit einer HIV-Infektion ein erhöhtes Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren.

Im Jahr 2018 gab es in Baden-Württemberg unter den AOK-Versicherten 297 neue HIV-Infektionen. Darunter waren 81 Frauen und 216 Männer.

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Erstellt:
16. Juli 2020, 06:00 Uhr

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