Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Steigendes Interesse an Kommunalwahl

dpa/lsw Stuttgart. Kurz vor den Kommunal- und Europawahlen haben Meinungsforscher den Bürgern in Baden-Württemberg auf den Zahn gefühlt. Vor allem zwei Themenbereiche brennen den Menschen unter den Nägeln.

Ein Mann wirft seinen Stimmzettel in die Wahlurne. Foto: Wolfram Kastl/Archiv

Ein Mann wirft seinen Stimmzettel in die Wahlurne. Foto: Wolfram Kastl/Archiv

Das Interesse an den Kommunalwahlen ist nach einer neuen Umfrage in Baden-Württemberg gestiegen. 69 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich sehr stark oder stark für die Wahlen in ihrer Gemeinde interessieren - das sind fünf Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren. Das Interesse ist bei den älteren Wahlberechtigten stärker verbreitet als bei den jüngeren. Das geht aus einer am Freitag in Stuttgart veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest dimap für den SWR hervor. An diesem Sonntag sind Europa- und Kommunalwahlen: Mehr als 8,5 Millionen Menschen in Baden-Württemberg sind aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben.

Auf der kommunalen Ebene gehören der Umfrage zufolge die Verkehrssituation und die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu den beherrschenden Themen. 41 Prozent der Baden-Württemberger sind eher unzufrieden mit der Situation von Mietern - das sind 16 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren. Mit der Verkehrssituation sind 52 Prozent eher unzufrieden - nach 44 Prozent im Jahr 2014. Besonders groß ist die Unzufriedenheit bei diesen beiden Themen in den Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern. In kleineren Kommunen sehen die Bürger hingegen vor allem die Versorgung mit schnellem Internet als Problem. „Jeder zweite Bewohner von Gemeinden unter 20 000 Einwohnern ist mit der Situation eher unzufrieden“, teilte der SWR mit. Auch an der ärztlichen Versorgung gibt es in kleineren Gemeinden stärkere Kritik.

Bei der Wahlentscheidung zum Gemeinderat spielt die Persönlichkeit der Kandidaten die größte Rolle (81 Prozent). 74 Prozent erklärten, die Position der Parteien zu Sachfragen sei der wichtigste Orientierungspunkt. Weniger wichtig für die Wahlentscheidung sind langfristige Parteibindungen und der Wahlkampf der Parteien.

Bei den Kommunalwahlen werden in 1101 Gemeinden die ehrenamtlichen Mitglieder des Gemeinderates gewählt. Vor fünf Jahren konnten hier die diversen Wählergemeinschaften die meisten Mandate auf sich vereinen - gefolgt von der CDU. Zudem werden in rund 400 Gemeinden die Mitglieder der Ortschaftsräte bestimmt. Gleichzeitig steht in 35 Landkreisen die Wahl der neuen Kreistage an. Eine Besonderheit gibt es im Großraum Stuttgart. Dort wählen die Bürger auch die Mitglieder der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart. Dem Verband gehören die Stadt Stuttgart sowie die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und der Rems-Murr-Kreis an.

Bei der Europawahl werden die Mitglieder des Europäischen Parlamentes gewählt. Vor fünf Jahren gewann im Südwesten die CDU mit 39,3 Prozent. Auf den zweiten Platz kam die SPD mit 23 Prozent. Der Ausgang der Europawahl wird auch landespolitisch von Interesse sein. In der Südwest-CDU steht die Frage an, wer die Partei als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2021 führt. Ambitionen werden Regierungsvize Thomas Strobl, der auch Landesparteichef ist, und Kultusministerin Susanne Eisenmann nachgesagt. Beide haben sich aber noch nicht geäußert. Baden-Württemberg wird von einem grün-schwarzen Bündnis mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) regiert.

Zum Artikel

Erstellt:
24. Mai 2019, 11:19 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Baden-Württemberg

SPD-Chef Stoch: Brauchen ein 365-Euro-Ticket für Schüler

dpa/lsw Ravensburg. Trotz der skeptischen Haltung des Landes spricht sich Baden-Württembergs SPD-Partei- und -Fraktionschef Andreas Stoch für ein 365-Euro-Ticket... mehr...