Sternsinger sammeln Spenden für den guten Zweck
Wie in jedem Jahr waren auch in diesem Januar Mädchen und Jungen im Kreis an vielen Orten unterwegs, um benachteiligten Kindern zu helfen.
Oberbürgermeister Maximilian Friedrich (hinten Mitte) gemeinsam mit den Sternsingern im historischen Rathaus. Foto: Stadt Backnang
Rems-Murr. Von Ende Dezember bis zum 6. Januar, dem Fest Epiphanie, früher in katholischen Gegenden oft Dreikönigstag genannt, sind wieder Sternsinger im Murrtal unterwegs gewesen. Sie brachten den Menschen für ihre Häuser und Wohnungen wie in jedem Jahr den Segen Gottes: „Christus mansionem benedicat 2026“.
Die Sternsingeraktionen sind Teil der bundesweiten Initiative „Segen bringen, Segen sein“. Dabei singen die Kinder Lieder und sammeln Spenden, die über Missio Aachen und das Kindermissionswerk gezielt Hilfsprojekten für benachteiligte Kinder in aller Welt zugutekommen. Die Aktion gibt es seit 1959. Sie erinnert daran, wie wichtig Zusammenhalt und Mitmenschlichkeit sind. Dieses Jahr steht sie unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“.
In Backnang hieß Oberbürgermeister Maximilian Friedrich die Sternsinger im historischen Rathaus willkommen. Mit ihren Liedern und der zentralen Botschaft von Solidarität und Nächstenliebe erfüllten die Kinder und Jugendlichen das Gebäude. Friedrich dankte den Sternsingern für ihr Engagement: „Ihr bringt den Segen in unsere Stadt und setzt euch damit gleichzeitig für Menschen weltweit ein.“
Der Backnanger Großvater Peter Neuhäusler, der für die Kinder in der Gemeinde Johannes die Sterne gebastelt und mit LED-Lichtern bestückt hat, war bei den Sternsingern einer der ersten Stunde. Seine drei Enkel waren in diesem Jahr mit von der Partie und seine beiden Töchter kochten an einem Tag für die hungrige Truppe im Gemeindesaal der Johanneskirche. In der Backnanger Johannesgemeinde wurden von 25 jungen Sängerinnen und Sängern rund 430 Haushalte besucht.
Allein in Backnang kamen rund 12.500 Euro zusammen
Bei der Aktion kamen auch in diesem Jahr wieder durchaus beachtliche Beträge zusammen (Ergebnisse noch nicht final): In Backnang waren es rund 12.500 Euro, in Auenwald und Althütte sammelten 18 Sternsinger mit fünf Begleitpersonen etwa 4.800 Euro, in Weissach im Tal und in Allmersbach im Tal bekamen 34 Sternsinger mit zehn Begleitpersonen zirka 6.800 Euro.
In Oppenweiler waren zwölf Kinder in vier Gruppen mit sechs Begleitpersonen unterwegs, es kamen rund 3.600 Euro zusammen. In Großaspach mit Allmersbach am Weinberg und Rietenau sammelten die Kinder zirka 5.500 Euro, in Kleinaspach rund 3.000 Euro und in Burgstetten rund 6.100 Euro. Dort waren vom 3. bis 6. Januar mehrere Gruppen unterwegs – darunter eine reine Jungsgruppe. In Kirchberg an der Murr spendeten die Bürgerinnen und Bürger etwa 1400 Euro.
Die Sternsingeraktion der Seelsorgeeinheit Oberes Murrtal brachte dieses Jahr knapp 6.200 Euro ein. Die Seelsorgeeinheit Oberes Murrtal besteht aus den katholischen Kirchengemeinden Sankt Maria, Murrhardt, und Sankt Paulus, Sulzbach an der Murr. Die Murrhardter Sternsinger sammelten dabei rund 4.800 Euro, die Sternsinger in Sulzbach knapp 1400 Euro.
Bei ihren Hausbesuchen erlebten die Sternsinger eine große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft – und durchaus auch spannende oder lustige Momente. „Zum Beispiel den, wo ein Sternsinger nach dem anderen an der gleichen rutschigen Stelle hingefallen ist – denn die Sternsinger laufen ja in der Regel in der Gruppe hintereinander, der Sternträger vorneweg.“
Insgesamt waren sechs Sternsingergruppen unterwegs und besuchten etwa 85 Haushalte und auch Einrichtungen wie etwa das Begegnungscafe „Kirche vor Ort“ und das Murrhardter Rathaus.
Mit ihren Aktionen unterstützen die Sternsinger der Seelsorgeeinheit Oberes Murrtal schon seit Jahren die Arbeit der Comboni-Missionare im Sudan. Die Comboni-Missionare sind weltweit, vor allem aber in Afrika, tätig und haben an verschiedenen Orten auch immer wieder die Verantwortung für den Aufbau einer Diözese.
Auch beim Landtagsabgeordneten Ralf Nentwich (Grüne) im Murrhardter Klosterhof machten die Sternsinger Station. Die Kinder segneten nicht nur das Haus, sondern auch Nentwichs grüne Ape, die regelmäßig in und um Murrhardt im Einsatz ist.
Nentwich ist selbst ehemaliger Murrhardter Oberministrant und war viele Jahre als Sternsinger aktiv. Er zeigte sich erfreut: „Die Sternsingeraktion hat mich seit meiner Kindheit geprägt. Zu erleben, wie engagiert die Kinder diese wichtige Botschaft von Solidarität und Nächstenliebe heute weitertragen, ist etwas ganz Besonderes.“ pm/red
