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Stickoxidgrenzwert 2019 eingehalten

Jahresmittelwert an der Backnanger Eugen-Adolff-Straße ist auf 38 Mikrogramm pro Kubikmeter gesunken

Das neue Jahr beginnt für Backnang mit einer guten Nachricht: Die Stickoxidbelastung an der Eugen-Adolff-Straße ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Der Jahresmittelwert lag 2019 nur noch bei 38 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und damit erstmals unter dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm.

Seit 2016 erhebt die Messstation an der Eugen-Adolff-Straße Stickoxidwerte. Im vergangenen Jahr wurde der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zum ersten Mal eingehalten. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Seit 2016 erhebt die Messstation an der Eugen-Adolff-Straße Stickoxidwerte. Im vergangenen Jahr wurde der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zum ersten Mal eingehalten. Foto: T. Sellmaier

Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Stickoxidwerte an der viel befahrenen Eugen-Adolff-Straße gesunken: Von 56 Mikrogramm im Jahr 2016 über 53 Mikrogramm in 2017 auf zuletzt 49 Mikrogramm im Jahr 2018. Die Schadstoffbelastung lag damit allerdings immer noch über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm, weshalb Backnang zusammen mit zehn weiteren Städten von der Deutschen Umwelthilfe verklagt wurde. Doch nun scheint der Durchbruch geschafft: Laut den gestern vom Verkehrsministerium veröffentlichten vorläufigen Messergebnissen der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) lag der Jahresmittelwert für Stickoxid im vergangenen Jahr nur noch bei 38 Mikrogramm pro Kubikmeter und damit unter dem EU-Grenzwert. In Baden-Württemberg wird der Grenzwert jetzt nur noch in Stuttgart, Heilbronn, Mannheim und Reutlingen überschritten, vor einem Jahr war dies noch in 14 Städten der Fall. „Unsere Maßnahmen greifen, die enge Kooperation mit den Städten macht sich bezahlt“, freut sich Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

Diesel-Fahrverbot ist vom Tisch

Erleichterung auch im Backnanger Rathaus: „Das ist eine positive Nachricht“, erklärt Oberbürgermeister Frank Nopper. „Zum einen, weil es damit in Backnang voraussichtlich kein Diesel-Fahrverbot geben wird. Zum anderen, weil die Luftqualität für unsere Bürgerinnen und Bürger besser geworden ist“.

Wegen der Überschreitung des Stickoxid-Grenzwerts war in Backnang im vergangenen Jahr ein Luftreinhalteplan in Kraft getreten. Er enthält sechs Maßnahmen, von denen bislang allerdings erst drei umgesetzt wurden. So wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Eugen-Adolff-Straße von 50 auf 40 Kilometer pro Stunde gesenkt, außerdem wurden eine alte Gewerbehalle und ein Wohngebäude abgebrochen: Dadurch sollte der Luftaustausch in der engen Straßenschlucht verbessert werden. Um Berufspendlern den Umstieg auf Rad und S-Bahn zu erleichtern, wurden außerdem 40 abschließbare Fahrradboxen am Bahnhof aufgestellt.

Andere Punkte wie ein Schutzstreifen für Radfahrer oder eine digitale Verkehrssteuerung und ein neues Parkleitsystem warten noch auf ihre Umsetzung. Umstritten ist der Vorschlag, das Linksabbiegen von der B14 in die Maubacher und die Kitzbüheler Straße zu unterbinden. Ein Gutachten soll zunächst klären, ob der gewünschte Effekt, nämlich weniger Stau auf der B14 und dadurch weniger Ausweichverkehr durch die Innenstadt, überhaupt eintritt.

Doch auch ohne diese Maßnahmen wurde der Grenzwert schon jetzt unterschritten. Dabei macht sich auch der Austausch der Fahrzeugflotte positiv bemerkbar: Da nach und nach immer mehr ältere Fahrzeuge mit hohen Stickoxidemissionen durch neuere ersetzt werden, wird die Luftqualität automatisch besser. Eine Rolle dürfte laut Nopper zudem der Wechsel des Busbetreibers gespielt haben. Die Bahntochter FMO, die im Januar 2019 den Linienverkehr in Backnang übernommen hat, setzt nur noch moderne Euro-6-Dieselbusse ein.

OB Nopper verspricht: „Wir bleiben am Ball“

Trotzdem will man in Backnang in den Bemühungen um eine bessere Luftqualität nicht nachlassen. „Wir werden weiter am Ball bleiben“, verspricht der OB. Schließlich ist die Tatsache, dass der Grenzwert 2019 eingehalten wurde, noch keine Garantie, dass dies auch so bleiben wird. Zumal bei den Messwerten auch Faktoren eine Rolle spielen, die die Stadt gar nicht beeinflussen kann. So kann etwa ein heißer Sommer mit vielen Sonnenstunden zu steigenden Stickoxidwerten führen. Und auch eine weitere Zunahme des Verkehrs könnte die Werte wieder steigen lassen.

Weitere Maßnahmen wie die intelligenten Wegweiser, die Autofahrer künftig auf dem schnellsten Weg zu ihrem Ziel beziehungsweise zum nächsten freien Parkplatz lotsen sollen, werden laut Nopper deshalb wie geplant umgesetzt. Das rund vier Millionen Euro teure Leitsystem soll dafür sorgen, dass künftig keine Autofahrer mehr durch die Innenstadt fahren, die eigentlich ein anderes Ziel haben. Eine Untersuchung hatte nämlich gezeigt, dass rund 3000 der insgesamt 21000 Fahrzeuge, die täglich auf der Eugen-Adolff-Straße unterwegs sind, gar nicht dort fahren müssten.

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Erstellt:
3. Januar 2020, 06:00 Uhr

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