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Stickoxidwerte sinken weiter

Der NO2-Mittelwert für das erste Halbjahr 2020 in der Eugen-Adolff-Straße liegt bei 36 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Die Abrissarbeiten entlang der Eugen-Adolff-Straße im Oktober vergangenen Jahres sind wegen des Fledermausvorkommens in einem Teil des Areals gestoppt worden. Archivfoto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Die Abrissarbeiten entlang der Eugen-Adolff-Straße im Oktober vergangenen Jahres sind wegen des Fledermausvorkommens in einem Teil des Areals gestoppt worden. Archivfoto: A. Becher

BACKNANG (log). Noch vor wenigen Jahren waren die Stickstoffdioxidwerte in der viel befahrenen Eugen-Adolff-Straße so weit über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm, dass die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Stadt verklagte und Dieselfahrverbote im Raum standen. Seitdem hat sich vieles getan. Die Werte sanken kontinuierlich und lagen im vergangenen Jahr erstmals wieder knapp unter dem Grenzwert. 39 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft lautet der Mittelwert 2019 und die vorläufigen Messergebnisse für das erste Halbjahr 2020 lassen sich ebenfalls vielversprechend an: 36 Mikrogramm wurden hier ermittelt. In der Blumenstraße, in der in diesem Jahr ebenfalls mit einem passiven Spot gemessen wird, liegt der vorläufige Mittelwert sogar nur bei 29 Mikrogramm. Die DUH hat ihre Klage inzwischen zurückgezogen, „das ist positiv zu werten“, sagt Baudezernent Stefan Setzer. Zudem ist auch ein Dieselfahrverbot längst vom Tisch.

Mit dieser Entwicklung ist Backnang nicht allein. „An fast allen verkehrsnahen Messstellen im Land geht die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) deutlich zurück“, teilt das Verkehrsministerium des Landes mit. Dort führt man diverse Gründe für die Verbesserung der Luftqualität auf: Einerseits habe es aufgrund der Coronaverordnung zeitweise einen deutlichen Verkehrsrückgang gegeben – je nach Standort um 34 bis 51 Prozent gegenüber dem Verkehrsaufkommen vor dem Lockdown. Mitte Juni hatte sich dieser Effekt jedoch wieder „normalisiert“, in Backnang verzeichnete die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) sogar Werte über dem Vor-Corona-Niveau. Zudem sei die Witterung im ersten Halbjahr 2020 aus lufthygienischer Sicht sehr günstig gewesen. Aber nicht nur diese Umstände macht das Verkehrsministerium geltend. „Unsere Maßnahmen wirken: Mehr ÖPNV zu besseren Tarifen, mehr Radwege und Tempobeschränkungen und Filtersäulen zeigen, die Luft wird besser“, betont Verkehrsminister Winfried Hermann.

In Backnang war wegen der Überschreitung des Stickoxidgrenzwerts im vergangenen Jahr ein Luftreinhalteplan in Kraft getreten. „An diesen sind wir auch weiterhin gebunden“, erklärt Stefan Setzer. Manche der darin enthaltenen Maßnahmen sind bereits umgesetzt worden: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Eugen-Adolff-Straße wurde von 50 auf 40 Kilometer pro Stunde gesenkt, am Bahnhof wurden abschließbare Fahrradboxen aufgestellt, weitere sind auf dem Areal des ehemaligen Güterschuppens geplant, außerdem wurden eine alte Gewerbehalle und ein Wohngebäude abgebrochen. Dadurch sollte der Luftaustausch in der engen Straßenschlucht verbessert werden. Weil auf dem Areal die Existenz einer grauen Langohrfledermaus nachgewiesen wurde, steht der Abbruch der restlichen Gebäude noch aus. Eine artenschutzrechtliche Untersuchung habe es kürzlich gegeben, erklärt Setzer. Das Ergebnis liege jedoch noch nicht vor.

„Bei der Förderung des Radverkehrs sind die Planungen am Laufen“, fügt Setzer an. Noch in diesem Jahr werde der Fahrbahnbelag der Annonay-Straße hin zur Eugen-Adolff-Straße erneuert und in diesem Zuge werden Radwegsmarkierungen angebracht. Auch gehe die Stadtverwaltung weiter davon aus, dass der Knotenpunkt an der B14 dahingehend umgebaut wird, dass das Linksabbiegen in die Maubacher und die Kitzbüheler Straße unterbunden wird. Das soll die Leistungsfähigkeit des Verkehrs an diesem Punkt steigern, sodass weniger Autofahrer auf die Idee kommen, lieber durch die Innenstadt zu fahren. Auf die Umsetzung wartet derweil auch noch die digitale Verkehrssteuerung und ein neues Parkleitsystem. Verworfen werde jedoch auch dieses nicht, so Setzer. „Wir haben alle Ziele des Luftreinhalteplans weiterhin im Visier.“

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Erstellt:
13. August 2020, 06:00 Uhr

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