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Stihl: E-Autos setzen sich im Überlandverkehr nicht durch

dpa Waiblingen. Hans Peter Stihl hat den eigenen Familienbetrieb zu einer Weltmarke bei Motorsägen gemacht und war lange einer der mächtigsten deutschen Wirtschaftsbosse. Doch den großen Autofirmen vertraut er inzwischen kaum mehr.

Der Unternehmer Hans Peter Stihl, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von STIHL. Foto: Tom Weller/dpa

Der Unternehmer Hans Peter Stihl, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von STIHL. Foto: Tom Weller/dpa

Der frühere Unternehmer und Wirtschaftsführer Hans Peter Stihl glaubt nicht, dass sich E-Autos flächendeckend in Deutschland durchsetzen. Batteriefahrzeuge seien zwar für den Stadtverkehr, keinesfalls aber für den Überlandverkehr und längere Strecken geeignet, sagte der 87 Jahre alte Familienunternehmer der Deutschen Presse-Agentur. Auch im Lkw-Verkehr seien Batteriefahrzeuge aufgrund der großen Distanzen chancenlos. „Von daher werden auch in den nächsten zehn Jahren noch jede Menge Fahrzeuge mit Hubkolbenmotoren fahren, und die werden dann gegebenenfalls vermehrt mit synthetischen Kraftstoffen angetrieben.“

Die Elektromobilität spielt eine zentrale Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, mit dem die Klimaziele 2030 vor allem im Verkehr erreicht werden sollen. In den kommenden Jahren sind auch deutlich mehr Elektroautos notwendig, damit die Hersteller strengere Klimavorgaben der EU einhalten können.

Stihl warf den Autoherstellern vor, es mit den Reichweitenangaben für E-Autos nicht genau zu nehmen. „Wenn Sie heute von Automobilherstellern hören, die sagen, die Reichweite von neuen Batterieautos betrage 400 Kilometer, dann versuchen Sie mal, diese 400 Kilometer bei widrigen Bedingungen - im Winter nachts bei Regen - auch zu realisieren. Nach spätestens 250 Kilometern werden Sie mit leerer Batterie dastehen“, sagte Stihl. „Die Batterien werden sicherlich leistungsstärker in den nächsten Jahren, aber die Differenz zur Leistungsfähigkeit von Benzin bleibt riesig.“

Viele deutsche Autohersteller hätten „einen Riesenfehler gemacht, als sie ihre Autos mit dieser Betrugssoftware in den Markt gebracht haben“, sagte Stihl in Anspielung auf illegale Abschaltvorrichtungen zur Abgasmanipulation. Nun machten viele Hersteller erneut einen großen Fehler, „wenn sie jetzt behaupten, ein Batterieauto fahre 400 und mehr Kilometer - das macht es nämlich nicht“. Das störe ihn als Techniker enorm.

Stihl war von 1988 bis 2001 Chef des Deutsche Industrie- und Handelstags, dem heutigen Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Als Familienunternehmer machte Stihl den gleichnamigen Motorsägenhersteller aus Waiblingen zu einem milliardenschweren Unternehmen, ehe er sich vor einigen Jahren aus dem operativen Bereich zurückzog. Die Firma hat weltweit rund 17 000 Mitarbeiter und machte 2018 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro.

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Erstellt:
20. Dezember 2019, 05:19 Uhr

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