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Stoch und Mast: Respekt für Nahles' Rücktrittsankündigung

dpa/lsw Stuttgart. Die Rücktrittsankündigung von Andrea Nahles hat die Führung der Südwest-SPD überrascht. Nicht nur Landeschef Stoch mahnt zur Geschlossenheit.

Andreas Stoch, baden-württembergischer SPD-Vorsitzender. Foto: Fabian Sommer/Archivbild

Andreas Stoch, baden-württembergischer SPD-Vorsitzender. Foto: Fabian Sommer/Archivbild

Führende SPD-Politiker aus dem Südwesten haben Respekt für die Rücktrittsankündigung von Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles geäußert. Der baden-württembergische SPD-Vorsitzende Andreas Stoch bedauere die Entscheidung. Der persönliche Druck auf sie sei mit jedem Tag weiter gestiegen. Gleichzeitig sei er zumindest zum jetzigen Zeitpunkt überrascht, teilte Stoch am Sonntag in Stuttgart mit.

„Viele Probleme, in denen die SPD steckt, sind nicht erst in der Amtszeit von Andrea Nahles entstanden.“ Entscheidend sei doch: „Wir haben in der SPD bundesweit bislang keinen Plan B - weder inhaltlich noch programmatisch noch personell“, sagte Stoch, der auch die SPD-Landtagsfraktion leitet.

Jetzt müssen sich nach Überzeugung des Landeschefs alle zusammenreißen und in den kommenden Tagen in Verantwortung gegenüber der Partei und den Mitgliedern miteinander diskutieren und handeln. „Und zwar mit kühlem Kopf und heißem Herzen. Es geht hier um den Fortbestand der deutschen Sozialdemokratie.“

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast, lobte Nahles in einer Mitteilung dafür, dass sie sich nie davor gescheut habe, gerade in schwierigen Zeiten für die SPD in Regierung und Partei Verantwortung zu übernehmen. „Jetzt braucht die SPD Besonnenheit und die Kraft aller - an der Spitze und an der Basis, gemeinsam nach vorne zu gehen.“ Die SPD werde gebraucht. „Keine andere Partei bringt Zusammenhalt, soziale Sicherheit, den Schutz unseres Klimas und Innovation zusammen, damit nicht nur wenige sondern alle etwas davon haben.“

Der Vorsitzende der SPD-Landesgruppe im Bundestag, Martin Rosemann, forderte gemeinsam mit den Landesgruppenchefs aus Hessen und Rheinland-Pfalz, den Selbstzerstörungsprozess der vergangenen Tage zu stoppen. Die SPD-Bundestagsfraktion stehe an einer historischen Weggabelung. Es dürfe keine personellen Schnellschüsse oder Kungeleien in Hinterzimmern geben. Eine Wahl bereits in der Fraktionssitzung am Dienstag schloss Rosemann für sich aus.

Nahles schrieb am Sonntag an alle SPD-Mitglieder: „Die Diskussion in der Fraktion und die vielen Rückmeldungen aus der Partei haben mir gezeigt, dass der zur Ausübung meiner Ämter notwendige Rückhalt nicht mehr da ist“.

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Erstellt:
2. Juni 2019, 16:33 Uhr

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