Freizeitpark Tripsdrill
Störche versuchen wieder Nest auf Looping zu bauen – Peta will Achterbahn-Stopp
Störche gehören seit längerem zum Bild von Tripsdrill. Die Adebare wählen auch mal ungünstige Nistplätze – so auch dieses Jahr.
© Simon Granville/Peta
Der Wild- und Freizeitpark hat sich seit mehr als 20 Jahren um die Wiederansiedlung von Weißstörchen verdient gemacht.
Von Michael Bosch
Hinweisschilder rund um den Freizeitpark Tripsdrill in Cleebronn (Kreis Heilbronn) weisen Autofahrer daraufhin: Achtung, hier sind Störche unterwegs. Jedes Jahr brüten zwischen 25 und 30 Paare rund um den Freizeitpark, zu dem auch ein Wildgehege gehört, und in der näheren Umgebung.
Autos sind für die umherstaksenden Störche ein Risiko, die Vögel bringen sich bisweilen auch selbst in Gefahr. Eines der Storchenpaare versuchte unlängst auf einer der Achterbahnen ein Nest zu bauen – es war nicht der erste Versuch. Zuerst berichtete der „SWR“ darüber. Die Tiere wählen stets exponierte Lagen, um zu nisten. Nester auf Fahrgeschäften gefährden nicht nur die Tiere, sie können auch die sensible Technik stören.
Störche brüten von April bis August
Die Tierschützer von Peta nehmen das zum Anlass um direkt eine Maximalforderung im Sinne der Tiere zu stellen. Die Achterbahn „unter diesen Umständen weiterlaufen zu lassen ist hinsichtlich der Gefährdung des Storchs und der Fahrgäste aus unserer Sicht fahrlässig“, heißt es. Das Fahrgeschäft müsse „unverzüglich“ gestoppt werden. Peta verbreitet dazu ein Video, das einen Storch auf einem Looping zeigt, der davonfliegt, als sich ein Achterbahn-Wagen nähert.
In der Brutzeit der Weißstörche, die von Anfang April bis Anfang August dauert, seien die Parkmitarbeiter besonders wachsam, sagt Tripsdrill-Sprecherin Britta Dirrler gegenüber dem „SWR“. Die Achterbahnen und anderen Attraktionen würden täglich auf neue Gelege geprüft – diese werden gegebenenfalls entfernt.
Zumal es rund um und im Park, der weiter wächst, genügend Möglichkeiten – etwa auf Dächern oder Masten – für die Störche gibt. Im aktuellen Fall sei nur wenige Meter weiter ein vorbereitetes Nest auf einem Waschhaus, so Dirrler. Seit 2002 bemüht man sich in Tripsdrill darum, den Tieren möglichst optimale und natürliche Bedingungen zur Ansiedlung zu bieten.
Zudem berate die baden-württembergischen Storchenbeauftragten, Judith Opitz, den Park regelmäßig in allen Fragen rund um die Klapperstörche. Dabei gehe es auch um deren Ansiedlung und den Nestbau.
Storch im Park gestorben
Die Tierschützer von Peta sind der Meinung, dass der Park nicht genug unternehme, um die Vögel zu schützen. „Denkbar ist beispielsweise eine intensive Vergrämung über einen mehrtägigen Zeitraum. Unter Umständen muss aber auch ein längerer Stopp des Fahrbetriebs ins Auge gefasst werden, insbesondere, wenn der Storch bereits angefangen hat, zu brüten“, heißt es. Die Tripsdrill-Verantwortlichen wollten sich auf Nachfrage nicht zu den Peta-Forderungen äußern.
Dass die Nähe der Adebare zum Freizeitpark tatsächlich gefährlich sein kann, zeigte sich im vergangenen Jahr. Im April 2025 war ein Storch mit einer Achterbahn im Flug kollidiert – das Tier starb durch den Zusammenprall. Laut dem Park war es der bislang einzige Fall dieser Art.
