Strand, Sommer und Schlemmen beim Täless Beach

Beim Streetfoodfestival, das die Likörmanufaktur Granny G. in Kooperation mit der Gemeinde veranstaltet, können sich die Gäste durch verschiedenste kulinarische Welten futtern, zusammenkommen und relaxen. Ein Angebot, das nicht wenige an den „Täless Beach“ lockt.

Unterweissacher haben die Gelegenheit genutzt, um auch Freunde zum „Täless Beach“ einzuladen, und genießen den Samstag zusammen.

© Tobias Sellmaier

Unterweissacher haben die Gelegenheit genutzt, um auch Freunde zum „Täless Beach“ einzuladen, und genießen den Samstag zusammen.

Von Christine Schick

Weissach im Tal. Knirpse sitzen vor den Liegestühlen im Sand. Während sich die einen die Füße zubuddeln, häufeln die anderen einen Berg auf. Einige Eltern haben sogar Förmchen mitgebracht, zwei Mütter erkunden das alte Holzboot mit ihren Kindern nahe des Eingangs am „Täless Beach“. Spätestens um 19 Uhr wird es richtig voll auf dem Platz, der mit viel Liebe zum Detail – Surfbretter, Bastmatten, Liegestühle, Fischerfähnchen und Dekoelemente à la Pampasgras – zum Strand umgebaut wurde. Das sommerliche Wetter tut sein Übriges. Es sind nicht nur viele Familien unterwegs, sondern auch junge Leute genauso wie Ältere, die sich die kleine Genussmeile in der Ortsmitte von Weissach im Tal nicht entgehen lassen wollen. Und die hat einiges zu bieten. Neben der Strandbar Granny Beach, an der Florian Trenz von der Likörmanufaktur Granny G. und sein Team für Cocktailgenuss auch mit eigenen Spirituosen aus heimischem Obst sorgen, stehen elf Foodtrucks und Trailer mit ihren Angeboten bereit.

Curry-Kokos-Reis aus der halben Ananas

Bei Dominik Huppertz bekommt der Strandgast beispielsweise einen Curry-Kokos-Reis aus der halben Ananas inklusive Hähnchenspieß, die schon an mancher Liegestuhlrunde auftaucht. Der gelernte Koch aus Gschwend gehört zu den erfahrenen Streetfoodanbietern, ist seit 2006 mit seinem Truck in Süddeutschland unterwegs. „Mich hat ein Freund, der aus einer Schaustellerfamilie kommt, mit diesem Leben und Arbeiten bekannt gemacht“, erzählt er. Dieser Mix lässt ihn nicht mehr los und wird später zu seinem eigenen. Schräg gegenüber steht Sandra Ramunno, die mit ihrer Schwester als „Le sorelle“ (die Schwestern) italienische Spezialitäten serviert. „Meine Schwester ist Köchin, ich komme aus dem Marketing, und wir wollten diese tollen Delikatessen anbieten“, sagt sie. Sie stammen aus einer italienischen Familie, leben heute in Karlsruhe. Neben Arancini – frittierte gefüllte Reisbällchen als Ragu- und Veggivariante – gibt es Panzerotti, eine Art Mini-Calzone, ebenfalls in zwei Versionen. Wer italienisches Essen mag und dabei als Schwabe vor allem auf die Nudeln steht, kommt bei Riccardo Miglietta und Francesco Berardi, die in Esslingen das Bistro „La Spaghetti D’Oro“ betreiben, auf seine Kosten. Sie bereiten ihre frischen Spaghetti in einem riesigen Grana-Padano-Laib zu und reichen sie mit Trüffeln garniert.

Burger mit 60 Stunden gegartem Fleisch

Tanja Weiß-Warth aus Allmersbach im Tal findet sich beim Wagen von Alex Catering ein. Sie hat sich für einen „Surf+Turf“ mit Rindfleisch und Chili entschieden. Das Team aus Riedlingen hat Burgervariationen mit sogenanntem Pulled Pork auf der Karte. „Das Fleisch wird rund 60 Stunden gegart“, erklärt Rastal Aschl, die als frühere, intensive Festivalbesucherin mittlerweile auf die Seite hinter der Ausgabetheke gewechselt ist, und zeigt eine Schale mit feinfaserigem Fleisch. Tanja Weiß-Warth ist gespannt und macht sich mit ihrem gut bestückten Burger zurück zu ihrer sechsköpfigen Gruppe zum Sandstrand auf.

Weitere Themen

Karin Pfiffer, ebenfalls aus Allmersbach im Tal, haben Burger und Pommes aus Süßkartoffeln gemundet, jetzt besorgt sie sich bei Markus Loris und seinem Lotop’s Foodtruck noch einen Avocadosalat mit Kichererbsen, Tomaten, gerösteten Kernen, Gurken, Karotten, Blattsalat und einem Sesam-Soja-Dressing für ihre Tochter zu Hause. „Ich finde die Idee mit dem Streetfoodfestival und Beach klasse. Da lässt sich mal so richtig relaxen“, stellt sie mit einem Lächeln fest. Christina Prokschi aus Unterweissach möchte einen Blaubeer-Bananen-Smoothie, der satt dunkelrotblau leuchtet. „Das Angebot und die Palette ändern sich so gut wie jede Woche“, berichtet Markus Loris, und dass daher auch der Truckzusatzname Chamäleon rührt. Bei kühleren Temperaturen nimmt er beispielsweise Reisbowls ins Programm, kann zum Kaffeemobil umrüsten, und jetzt, wo gefühlt schon Sommer ist, stehen Salat- und Smoothiekreationen auf der Karte. Wie hat er auf die Straße gefunden? Loris hatte ursprünglich eine Salatbar in Karlsruhe mit gelegentlichem Catering und hat sich während Corona auf den Foodtruck umorientiert, um nicht so hohe Fixkosten zu haben. Nun ist er rund zwei Jahre mit seinen Kreationen mobil unterwegs und sehr zufrieden.

Wer sich gut durch die spannende Palette gefuttert hat, kann sich bei „Apelicious“ – was sich aus dem italienischen dreirädrigen Rollermobil (Piaggio) Ape und delicious für köstlich zusammensetzt – mit Kaffee- und Espressospezialitäten verwöhnen lassen. „Also ich brauch abends meinen Espresso“, sagt Francesco Di Santo, der in der Nähe von Tübingen aufgewachsen ist und sizilianische Wurzeln hat. Espresso hat nämlich den Vorzug, dass der durch die stärkere Röstung weniger Koffein enthält. Wer etwas Besonderes in der Hinsicht probieren möchte, kann sich einen Caffè al pistacchio ordern mit einer feinen Pistaziencreme, die ihm einen leicht süßen, nussigen Geschmack gibt. Der Kaffee kommt aus der eigenen Hausrösterei in Neapel und der Italo-Schwabe, der mit seiner Partnerin Maike Windmüller an Wochenenden auf Festen unterwegs ist, hat auch noch Köstlichkeiten im Gepäck wie Kaffeehonig oder Marmeladen und Gelees aus italienischen Zitrusfrüchten.

Ein generationsübergreifendes Publikum

Florian Trenz dreht eine schnelle Runde, ist hier und da, um sich zu kümmern und unter Umständen eine schnelle Hilfsaktion einzuläuten. Nach der Premiere des Events 2018 und einer Corona geschuldet abgespeckten Variante ohne Streetfood 2021 wollte er mit seinem Team im Schulterschluss mit der Gemeinde Weissach das Festival wiederaufleben lassen. Eine Herausforderung war, dem neuen Standort, ein Parkplatz in der Ortsmitte, echte Beachatmosphäre zu verpassen, erzählt er. Seit Jahresbeginn wurde fleißig Strandequipment gesammelt. „Wir haben beispielsweise ausgemusterte Surfbretter über eBbay gekauft.“ Hinzu kam das Anlegen eines Strands aus der zentral abgekippten Ladung von zehn Tonnen. Im Vorfeld stand außerdem die Zusammenstellung der Foodtruckteilnehmer an, bei der es für Trenz vor allem darum ging, dass sich kein Angebot doppelt und eine breite Palette entsteht.

Er freut sich, dass schon Freitag sehr viel los war, und noch mehr, wenn er den Blick in die Reihen der Gäste schweifen lässt. „Es sind Menschen aus allen Generationen da, von sechs bis 80 Jahren. Genau das war unser Wunsch, den Leuten eine Plattform zu bieten, wo man sich treffen und entspannen kann. Oft ist man ja in kleineren altershomogenen Gruppen unterwegs. Das Publikum hier bildet die ganze Gesellschaft ab.“

Rastal Aschl reicht Tanja Weiß-Warth ihre mächtige Burgerportion. Fotos: Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Rastal Aschl reicht Tanja Weiß-Warth ihre mächtige Burgerportion. Fotos: Tobias Sellmaier

Es warten noch einige Strandevents in Weissach im Tal auf die Gäste

„Täless Beach“ Der Weissacher Ortsstrand, Parkplatz Ortsmitte, Welzheimer Straße, lädt weiterhin ein. Bis zum Sonntag, 9. Juli, sind noch eine ganze Reihe an Veranstaltungen geboten: Die Freitage läuten unter dem Motto „After Work“ das Wochenende von 17 bis 22 Uhr ein, beim „Chill-out Beach“ kann man die Sonntage gemütlich ausklingen lassen und die Samstage sind musikalisch immer unter ein bestimmtes Motto gestellt. Mehr Infos zum Programm finden sich auf dem Instagram-Kanal von Granny G. unter @grannyg_finest. Am 8. und 9. Juli findet zum Abschluss ein zweites Streetfoodfestival mit neuen Anbietern und Gerichten statt.

„Coco-Loco Beach Bar“ Wer nach dem 9. Juli einen neuen Strand sucht, kann beim Welzheimer Feuersee vorbeischauen. Die „CocoLoco Beach Bar“, die Michael Isert betreibt, hat wochentags von 18 bis 22 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 17 bis 22 Uhr geöffnet (nicht bei Regen oder kühlen Temperaturen).

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Erstellt:
5. Juni 2023, 06:00 Uhr

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