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„Nicht einfach ein Job“: Streichs Bekenntnis zu Freiburg

dpa/lsw Freiburg. Christian Streich verlängert ein weiteres Mal als Trainer bei den Breisgauern. Er genießt das Privileg, in der Heimat arbeiten zu dürfen. Und reist befreit zum Jubiläum nach Wolfsburg.

Freiburgs Trainer Christian Streich steht im Stadion. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild-Pool/dpa/Archivbild

Freiburgs Trainer Christian Streich steht im Stadion. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild-Pool/dpa/Archivbild

Manchmal fehlen sogar dem sonst so meinungsstarken Christian Streich die passenden Worte. So zumindest wirkte es, als er am Freitagmittag mit etwas stockender Stimme seine Vertragsverlängerung als Cheftrainer beim SC Freiburg kommentierte. Obwohl sie für ihn doch eine „Selbstverständlichkeit“ gewesen sei, nicht einmal Verhandlungen seien notwendig gewesen.

„Wir haben die Abmachung, dass wir so lange zusammen weitermachen, bis einer sagt, ich will es nicht mehr - entweder der Verein oder ich“, sagte Streich, der am Tag zuvor 55 Jahre alt geworden war: „Ich bin gerne Trainer hier, und ich hoffe, dass ich noch ein paar Jahre Trainer sein kann.“ Die für das schnelllebige Fußball-Geschäft außergewöhnliche Kontinuität auf dem Trainerposten des badischen Erstligisten geht vorerst also weiter.

In den vergangenen Jahren hatte Streich immer mal wieder angedeutet, dass er nicht weiß, wie lange er noch genügend Kraft für den anspruchsvollen und fordernden Job hat. Die scheint er weiterhin zu spüren, auch wenn der Verein wie üblich nicht bekannt gab, für wie lange der dienstälteste Trainer der Fußball-Bundesliga unterschrieben hat. „Wenn wir uns weiter so gut verstehen und nicht so oft verlieren, hoffe ich, dass es noch lange geht“, erklärte Streich, dem auch das gesamte bisherige Co-Trainerteam erhalten bleibt.

„Es ist wichtig, dass wir ein hohes Maß an Kontinuität haben. Von den Persönlichkeiten her sind das alles tolle Jungs und von der Altersstruktur ist es auch eine gute Mischung“, sagte der 55-Jährige über die Kollegen, mit denen er teilweise schon im Nachwuchsbereich zusammengearbeitet hat. Nach seiner Laufbahn als Spieler fing er 1995 als Jugendtrainer beim Sport-Club an, wurde mit der U19 dreimal DFB-Junioren-Pokalsieger und einmal deutscher Meister. Den Cheftrainerposten bei den Profis übernahm er Ende Dezember 2011.

„Christian lebt diesen Verein und trägt die Philosophie des SC im Herzen“, sagte SC-Sportvorstand Jochen Saier über die Vertragsverlängerung. Die langjährige Zusammenarbeit hat dazu geführt, dass es für Streich „nicht einfach nur ein Job“ ist. Im Vergleich zu Trainern anderer Vereine, die schon mehrfach entlassen wurden, habe er „keine Distanz aufbauen können und wollen“, sagte er. Er genieße aber auch die „Ausnahmesituation“, dass er seit vielen Jahren in seiner Heimatregion leben kann, seine Familie und Freunde um sich hat, und mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen kann.

Zu seinem Wohlbefinden hat auch beigetragen, dass er mit der Mannschaft schon frühzeitig den Klassenerhalt sicherte, und die Freiburger nun „mit Leichtigkeit und Freude nach Wolfsburg“ (Streich) fahren. Vielleicht beschenkt seine Mannschaft ihn nun mit wichtigen Punkten für die noch mögliche Qualifikation für die Europa League. Das Auswärtsspiel beim VfL am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wird Streichs 250. als Bundesliga-Trainer. Zwei Partien hatte er zu Beginn der Saison 2018/19 wegen eines Bandscheibenvorfalls verpasst.

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Erstellt:
12. Juni 2020, 13:17 Uhr

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