Strobl: Bedenken gegen Aufnahmekonzept von Flüchtlingen

dpa/lsw Stuttgart. Flüchtlinge aus Moria sollten nach Ansicht von Innenminister Thomas Strobl (CDU) nicht direkt auf die Bundesländer verteilt, sondern zentral vom Bund aufgenommen werden. Weil die Menschen schon in Griechenland als schutzbedürftig anerkannt worden seien, könnten sie ohne Zwischenstation in einem Ankunftszentrum des Bundes in die Städte und Gemeinden gelangen, kritisierte Strobl am Donnerstag. Laut Innenminister sollten die Menschen von den griechischen Inseln aber an einem zentralen Ort aufgenommen werden, damit dort Corona-Tests, Identitäts- und Sicherheitsprüfungen gemacht werden könnten.

Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration von Baden-Württemberg, spricht während eines Interviews. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archiv

Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration von Baden-Württemberg, spricht während eines Interviews. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archiv

Seine Bedenken hat Strobl Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in einem Schreiben mitgeteilt, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Bundesregierung hatte sich Mitte September auf die Aufnahme von 1553 Flüchtlingen nach einem Brand im Lager Moria verständigt.

Die Corona-Testungen in Griechenland bieten zudem laut Innenminister „keine hinreichende Sicherheit“, dass die Menschen nicht infiziert sind. Strobl empfiehlt in dem Schreiben erneute Tests - zudem sollten die ankommenden Menschen zwei Wochen lang separat untergebracht werden. „Die Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung würde dauerhaft erschüttert, wenn sich die Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland zu einem epidemiologischen Unfall in den Kommunen entwickeln würde“, teilte Strobl in dem Schreiben mit.

Zuerst hatte die „Südwest Presse“ über das Schreiben berichtet.

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Erstellt:
1. Oktober 2020, 13:14 Uhr

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