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Stromspeicher dringend nötig: Fraunhofer-Institut rüstet auf

dpa/lsw Pfinztal. Für die Energiewende werden Stromspeicher gebraucht. Das Fraunhofer-Institut in Pfinztal will seine große Flüssigkeitsbatterie jetzt aufrüsten. Zum Windrad soll eine Photovoltaikanlage kommen und mit der Batterie zum kompletten Kraftwerk werden.

Bestandteile einer Redox-Flow-Batterie stehen im Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie. Foto: picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Bestandteile einer Redox-Flow-Batterie stehen im Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie. Foto: picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Deutschlands größte Flüssigkeitsbatterie bei Karlsruhe soll mit einer Solaranlage ergänzt werden. Die Investition in eine 500 Kilowatt starke Photovoltaikanlage sei beschlossen, sagte der Sprecher des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal, Stefan Tröster. Mit dem Aufbau soll möglichst noch in diesem Jahr begonnen werden.

Aktuell versorgt eine Windenergieanlage mit zwei Megawatt installierter Leistung das Institut zeitweise mit Strom und speist überschüssigen Strom in die Batterie ein. Künftig sollen Solaranlage, Windrad und Batterie zusammen ein Kraftwerk bilden, sagte Peter Fischer vom Fraunhofer ICT. Die drei Elemente sollen sich möglichst so ergänzen, dass immer Strom zur Verfügung steht.

Die im September 2017 in Betrieb genommene Redox-Flow-Batterie locke zunehmend Wissenschaftler und Unternehmen aus aller Welt an. Allerdings seien noch nicht alle technischen Probleme gelöst, sagte Fischer. Besonders das Zusammenspiel zwischen der Windenergieanlage und der Batterie müsse noch optimiert werden. Zuletzt hatte ein Blitzeinschlag in die Steuerungselektronik das Projekt in Mitleidenschaft gezogen.

Er führe regelmäßig Gruppen von Wissenschaftlern durch die Anlage, es gebe Kooperationspartner und Interessenten aus der Wirtschaft. „Schade ist, dass wir nicht den vollständigen Ausbau erreichen konnten“, sagte Fischer. Gerade werde der dritte von sechs Abschnitten mit den Wandlern zum Ein- und Ausspeisen von Strom eingebaut. Im Keller des Gebäudes lagern 300 000 Liter einer Vanadiumlösung, die mehr als sechs Megawattstunden Strom speichern kann. Ein Grund für die Verzögerung beim Ausbau war unter anderem eine zwischenzeitliche drastische Preiserhöhung für Vanadium. „Die nächste Generation von Redox-Flow-Batterien hat mehr Leistung, und damit wird es billiger“, sagt Fischer überzeugt.

Bis Redox-Flow-Batterien in Europa wirtschaftlich betrieben werden können, wird es nach Fischers Überzeugung aber noch dauern. Das liege auch daran, wie Strom in Deutschland gehandelt und bezahlt werde. In den USA, wo andere wirtschaftliche Rahmenbedingungen gelten, boomten Stromspeicher - auch Redox-Flow-Batterien.

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Erstellt:
14. März 2020, 09:28 Uhr

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