Fischertechnik aus Waldachtal

Studenten in China tüfteln an der Zukunft - mit Fischertechnik

Beim größten Hochschul-Wettbewerb Chinas entwickeln 3000 Studenten und Professoren KI-gesteuerte Maschinen und Roboter. Welche Rolle Fischertechnik spielt.

China setzt auf praxisnahe Ausbildung - auch mit Hilfe von Fischertechnik.

© Fischertechnik

China setzt auf praxisnahe Ausbildung - auch mit Hilfe von Fischertechnik.

Von Imelda Flaig

China steckt Milliarden in technische Bildung und setzt dabei auch auf Fischertechnik aus dem Nordschwarzwald.

Fischertechnik gilt mit seinen Konstruktionsbaukästen im Reich der Mitte als wichtiger Baustein, um so genannte „Future Skills“ zu vermitteln - also Fähigkeiten in Robotik, Künstlicher Intelligenz (KI), Automatisierung, Programmierung und digitalem Denken, wie die Unternehmensgruppe Fischer mit Sitz in Waldachtal (Kreis Freudenstadt) mitteilte. Fischertechnik ist einer von mehreren Bereichen des Familienunternehmens, das viele vor allem von Dübeln und Befestigungstechnik kennen.

Zukunftsideen von Nachwuchs-Ingenieuren

Beim größten Hochschul-Wettbewerb für Maschinenbau und Innovation traten im Mai im chinesischen Qingdao rund 3000 Studenten und Professoren aus dem ganz Land gegeneinander an – 755 Teams von 246 Universitäten. Mit Hilfe von Fischertechnik entwickelten die Nachwuchs-Ingenieure Zukunftsideen wie etwa intelligente Maschinen für die Fischverarbeitung, automatische Anlagen zur Reinigung und Verpackung von Gemüse sowie bionische Hochleistungsschmetterlinge.

China setzt seit Jahren auf praxisnahe Technik-Ausbildung und Lernsysteme aus Deutschland. Auch in Baden-Württemberg habe man den Trend erkannt, teilte Fischer mit und verweist dabei auf das Großprojekt „ComThink“, was für Computational Thinking steht und sich mit informatischem Denken übersetzen lässt. Im Auftrag des Kultusministeriums werden bis Ende 2026 insgesamt 404 weiterführende Schulen mit speziellen Fischertechnik-Klassensätzen ausgestattet, um Schüler frühzeitig fit für die digitale Zukunft zu machen.

Mit der Fischertechnik sollen Jugendliche spielerisch lernen, wie Sensoren, Steuerungen, Algorithmen und Automatisierung funktionieren und auch Teamarbeit, Problemlösung und technisches Denken trainieren – Fähigkeiten, die weltweit als Schlüsselkompetenzen der Zukunft gelten.

Fischertechnik ist mit seinen Konstruktionsbaukästen sowohl im Spielwaren- als auch im Bildungsbereich aktiv und ist einer von vier Bereichen des Unternehmens - neben Befestigungssystemen, Elektroniklösungen und Fischer Consulting. Die Fischer-Gruppe wies 2025 einen Umsatz von 1,05 Milliarden Euro aus und beschäftigt weltweit 4800 Mitarbeiter.

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Erstellt:
12. Mai 2026, 18:26 Uhr

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