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Stuttgart 21: Bundesregierung sieht keinen Ergänzungsbedarf

dpa/lsw Stuttgart. Das milliardenschwere Bauprojekt Stuttgart 21 ist aus Sicht der Bundesregierung leistungsfähig genug für den geplanten 30-Minuten-Takt auf wichtigen Verkehrsachsen. Eine Ausweitung der Kapazität sei zur Realisierung des sogenannten Deutschland-Taktes nicht notwendig, heißt es in einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage von Matthias Gastel, Sprecher für Bahnpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion. In der Hinsicht halte die Bundesregierung Ergänzungen für nicht notwendig. Allerdings räumte sie teils lange Umsteigezeiten ein.

Der Bahn-Tower in Berlin am Potsdamer Platz mit dem Reichstag im Hintergrund. Foto: Kay Nietfeld/Archiv

Der Bahn-Tower in Berlin am Potsdamer Platz mit dem Reichstag im Hintergrund. Foto: Kay Nietfeld/Archiv

Aus der Antwort geht hervor, dass es auf einigen Verbindungen keinen 30-Minuten-Takt geben wird. Nach Dresden, Braunschweig, Aachen oder Chemnitz ist demnach ein 60-Minuten-Takt vorgesehen. Die Umsetzung eines Halbstundentakts zu ausnahmslos allen deutschen Großstädten von Stuttgart aus sei technisch und wirtschaftlich nicht realisierbar, heißt es. Die Bundesregierung bestätigte in ihrer Antwort auch teils lange Umsteigezeiten. So müssten Passagiere bei der Fahrt von Singen nach Heilbronn in Stuttgart mehr als 30 Minuten warten.

Gastel hält den Bahnhof für untauglich für den „Deutschland-Takt“ und kritisierte lange Umsteigezeiten. „Den Nachweis, dass sich im neuen Stuttgarter Bahnknoten der "Deutschland-Takt" und eine Verdopplung der Fahrgastzahlen umsetzen lassen, bleiben die Deutsche Bahn und die Bundesregierung weiterhin schuldig“, betonte er. Er fordert den Bau zusätzlicher Bahnsteiggleise. „Diejenigen, die Stuttgart 21 einst gegen fachlichen Rat und alle Widerstände durchgesetzt haben, müssen jetzt endlich Verantwortung übernehmen und die benötigten Kapazitäten für das Verdopplungsziel schaffen.“

Hinter dem „Deutschland-Takt“ steckt ein System mit besser abgestimmten Umsteige-Verbindungen. Die Bundesregierung will das Zugfahren dadurch pünktlicher, schneller und verlässlicher machen. Der Bahn war zuletzt vorgeworfen worden, der neue Tiefbahnhof habe zu wenige Gleise, um etwa den geplanten Halbstundentakt zu ermöglichen.

Der Bahnhof mit einem Kostenrahmen von 8,2 Milliarden Euro soll nach diversen Kostensteigerungen und zeitlichen Verschiebungen 2025 fertig sein. Projektpartner bei Stuttgart 21 sind das Land, die Stadt Stuttgart, die Region Stuttgart und der Flughafen Stuttgart.

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Erstellt:
1. August 2019, 14:23 Uhr

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