Schmutzvorwurf gegen Grüne
Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Fischer entschuldigt sich bei Hagel
Nach dem Ärger um eine Posting auf Social Media, das den CDU-Spitzenkandidaten in die Nähe von Kinderschändern rückte, hat sich Simone Fischer nun doch entschuldigt.
© Lichtgut/Leif Piechowski
Fischer sitzt seit dem vergangenen Jahr im Bundestag und ist Fraktionssprecherin für Pflegepolitik bei den Grünen.
Von Michael Bosch
Die Bundestagsabgeordnete Simone Fischer von den Grünen hat sich bei CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel dafür entschuldigt, dass sie vor der Landtagswahl einen Post weiterverbreitet hat, in dem der 37-Jährige in die Nähe von Kinderschändern gerückt wurde. „Es ist richtig, dass ich mich dazu persönlich bei Herrn Hagel gemeldet und mein Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht habe“, sagte die Stuttgarterin dem SWR.
In dem von Fischer weiter verbreiteten Post war unter der Überschrift „Amtliche Warnung“ ein Foto Hagels mit dem Text „Hide your Kids“ (Verstecke Deine Kinder) zu sehen. Es bezog sich auf ein kurz vorher wieder aufgetauchtes, acht Jahre altes Video, in dem Hagel von einer minderjährigen Schülerin geschwärmt hatte.
Vertrauensbildung vor Sondierungen?
Den acht Jahre alten Clip, der als „Rehaugen-Video“ viral ging, hatte die Karlsruher Grünen-Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer knapp zwei Wochen vor der Wahl erneut verbreitet und damit eine Debatte über Sexismus ausgelöst.
Die CDU hatte den Grünen nach der knapp verlorenen Wahl eine „Schmutzkampagne“ vorgeworfen. Mitglieder aus dem Südwesten hatten eine Entschuldigung Fischers gefordert, die Junge Union sogar ihren Rücktritt. Hagel sagt, er habe Morddrohungen erhalten, die Generalstaatsanwaltschaft lehnte Ermittlungen deshalb aber ab. Allerdings ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Beleidigung. Es geht um mehrere Social-Media-Beiträge und ein Faltblatt. Die beiden Fälle haben nichts miteinander zu tun.
Fischer hatte zu den Vorwürfen rund um das von ihr geteilte Video zunächst geschwiegen, das Posting hatte sie gelöscht. Ihr Büro argumentierte damit, dass in dem Beitrag ein Vorschaubild enthalten gewesen, das beim Abspielen nicht zu sehen gewesen sei. Die Entschuldigung wird bei den Grünen als vertrauensbildende Maßnahme vor den Sondierungen gewertet. Die Grünen haben in dieser Woche die CDU zu Gesprächen eingeladen, um mögliche Koalitionsverhandlungen vorzubereiten.
