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Südwest-Sparkassen: Mehr Kredite und viele Krisensparer

dpa/lsw Stuttgart. Die Nachfrage nach Krediten und auch die Geldeinlagen der Kunden steigen bei den Sparkassen im Südwesten. Derzeit sehen sich die Kassen gut für die Krise gerüstet.

Zahlreiche Euro-Banknoten liegen auf einem Haufen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild

Zahlreiche Euro-Banknoten liegen auf einem Haufen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild

Die Sparkassen im Südwesten verzeichnen einen Anstieg der Kreditanfragen und stellen außerdem fest, dass viele Menschen in der Corona-Krise Geld sparen und zu den Banken bringen. Unter anderem wegen geschlossener Geschäfte und Gastronomiebetriebe hätten viele Kunden während der Krise weniger Geld ausgegeben und könnten deshalb sparen, sagte Verbandspräsident Peter Schneider am Mittwoch in Stuttgart bei der Vorlage der Halbjahresbilanz.

Seit Juni des Vorjahres sind die Kundeneinlagen bei den 51 Sparkassen in Baden-Württemberg um 5,4 Prozent auf 150 Milliarden Euro gestiegen. Die Nachfrage nach Krediten nahm ebenfalls zu: Im Vergleich zum Vorjahr wuchs das Volumen von Krediten insgesamt um 4,4 Prozent auf 139 Milliarden Euro. Dabei stieg der Bestand von Krediten an Privatpersonen um 5 Prozent auf rund 65 Milliarden Euro. Auch Immobilienkredite waren weiterhin gefragt - sie legten um 6,4 Prozent auf 72,4 Milliarden Euro zu.

Bislang sei die Krise gut bewältigt worden, hieß es beim Sparkassenverband. Erst im Jahr 2021 werde sich zeigen, wie stark die Krise die Institute wirklich treffe. Für Schneider steht fest: „Ein zweiter Lockdown muss mit allen Mitteln verhindert werden.“ Der Verband hält die Corona-Pandemie für eine größere Gefahr als frühere Finanzkrisen. „Unabhängig davon, wie sich die Pandemie weiterentwickeln wird, hat sie schon jetzt ein viel höheres Krisenpotenzial“, sagte Schneider.

2019 haben die Südwest-Sparkassen rund 127 Millionen Euro für ausfallende Kredite veranschlagt. Nicht zuletzt wegen Corona müssten die Banken diesen Wert auf 400 Millionen erhöhen, hieß es am Mittwoch. Zudem werden immer häufiger Gebühren für einst kostenlose Girokonten erhoben. Durch den Aufwand der Beratung in den Filialen und den IT-Dienstleistungen könnten kostenlose Konten nicht mehr angeboten werden, sagte Schneider.

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Erstellt:
29. Juli 2020, 13:53 Uhr

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