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Südzucker plant weiteren Stellenabbau: Verwaltung betroffen

dpa/lsw Mannheim. Der Mannheimer Zuckerriese Südzucker AG will schlanker werden. Nach der Produktion nimmt sich der Vorstand die Verwaltung vor - schlechte Nachrichten für die Mitarbeiter.

Ein Mann mit einer Warnweste steht vor einem Haufen Zuckerrüben. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Ein Mann mit einer Warnweste steht vor einem Haufen Zuckerrüben. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Nach dem Abbau von Stellen in der Produktion will Europas größter Zuckerhersteller, die Südzucker AG, auch in der Verwaltung Personal reduzieren. Nach der Demontage von fünf Zuckerfabriken mit 700 Mitarbeitern stehe die Verwaltung auf dem Prüfstand, teilte der Konzern am Donnerstag in Mannheim bei seiner ersten Online-Bilanz-Pressekonferenz mit.

Durch den Kapazitätsabbau im Umfang von 700 000 Tonnen Zuckerrüben spart das Unternehmen, das sich auf den europäischen Markt fokussiert, 100 Millionen Euro pro Jahr ein. Was für die Mitarbeiter hart gewesen sei, habe das Unternehmen wettbewerbsfähiger gemacht, sagte der neue Vorstandschef Niels Pörksen.

Die zweite Sparrunde soll jährlich 30 Millionen Euro einbringen. In der Mannheimer Zentrale arbeiten 500 Menschen, hinzu kommen 300 Verwaltungsangestellte in den verbliebenen 23 Zuckerfabriken sowie weitere Stellen bei den ausländischen Töchtern. Auch bei Logistik, Vertrieb und zentralem Einkauf soll weniger ausgegeben werden. Der Abbau werde sozialverträglich vorgenommen, teilte Pörksen mit, ohne ihn zu beziffern. Das Unternehmen hat derzeit 19 200 Beschäftigte.

Die breite Aufstellung des Konzerns, der neben Zucker etwa Ethanol, Fruchtzubereitung und Portionsartikel herstellt, bewährt sich nach Pörksens Ansicht in der Corona-Krise. Der 57-jährige studierte Landwirt kündigte an, weitere Produkte in den Blick zu nehmen, die zum Portfolio passen könnten.

Die Pandemie wirkt sich sehr unterschiedlich auf die Geschäftsbereiche aus: Infolge der Schließung der Gastronomie ging die Nachfrage nach Portionsartikeln zurück. Während die Corona-Beschränkungen die Ethanol-Nachfrage für Auto-Kraftstoffe habe einbrechen lassen, habe sich Ethanol als Grundstoff für Desinfektionsmittel großer Nachfrage erfreut. Wegen der Pandemie sei auch der Absatz von Fruchtzubereitung, Zucker und vor allem Tiefkühlpizzen gestiegen.

Im vergangenen Geschäftsjahr erlöste der Mannheimer Konzern wie im Vorjahr 6,7 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 116 Millionen Euro (Vorjahr: 27 Mio). Für das seit März laufende Geschäftsjahr 2020/21 prognostiziert der Konzern Erlöse von bis zu 7,2 Milliarden Euro und ein Ergebnis von 300 bis 400 Millionen Euro. Bei diesen Zahlen seien die Effekte durch die Corona-Krise jedoch noch nicht berücksichtigt.

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Erstellt:
14. Mai 2020, 14:27 Uhr

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