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Sulzbach sagt Ja zu neuem Drogeriemarkt

Nachdem vor vier Jahren noch kein Investor Interesse gezeigt hatte, soll nun auf dem sogenannten Sulzbacher Eck ein neues Geschäft errichtet werden. Aus baurechtlicher Sicht spricht nichts gegen das Vorhaben.

Das Gebäude soll an den Netto-Markt andocken und unter das Mulfinger-Verwaltungsgebäude (rechts) untergeschoben werden. Foto: U. Gruber

Das Gebäude soll an den Netto-Markt andocken und unter das Mulfinger-Verwaltungsgebäude (rechts) untergeschoben werden. Foto: U. Gruber

Von Ute Gruber

SULZBACH AN DER MURR. Ein lang gehegter Wunsch der Sulzbacher könnte nun doch noch in Erfüllung gehen: In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde eine Bauvoranfrage zur Erstellung eines Drogeriemarkts erörtert. „Schon bevor der Netto kam, hatte man doch auf einen Drogeriemarkt an dieser Stelle gehofft“, erinnert die stellvertretende Bürgermeisterin Edelgard Löffler an die Situation vor vier Jahren. Alle Drogeriemarktketten hatten seinerzeit abgewunken. Zumal in der Nähe, in Murrhardt und Mainhardt, gerade erst neue Märkte eröffnet worden waren.

So blieb den Sulzbachern seit der Schließung des Schlecker-Markts vor bald zehn Jahren nur die Fahrt in die Backnanger Innenstadt, wollten sie spezielle Hygiene-, Pflege- oder Reinigungsmittel einkaufen. Etwas Erleichterung brachte vor wenigen Jahren der Bau des neuen Einkaufszentrums Murr-Arkaden im nahe gelegenen Städtchen Murrhardt, wo sich auch ein dm-Markt befindet.

Scheinbar hat sich nun aber doch herumgesprochen, dass Sulzbach mit seinen gut 5000 Einwohnern ein prosperierendes Örtchen ist, mit einer stetig wachsenden Einwohnerzahl und einem weiten Einzugsgebiet. Jedenfalls soll nun möglicherweise auf dem sogenannten Sulzbacher Eck, diesem dreieckigen Spickel zwischen Umgehungsstraße L1066, der Haller Straße und dem Abzweig der B14 Richtung Großerlach, der lang ersehnte Drogeriemarkt entstehen. In bester Gesellschaft von Aral-Tankstelle und Netto-Markt.

Die Anzahl der Stellplätze ist immer noch ausreichend.

Bauamtsleiter Martin Hübl erläutert die eingereichten Pläne: „Das Gebäude soll nördlich an den bestehenden Netto-Markt andocken und Richtung Westen unter das Mulfinger-Verwaltungsgebäude untergeschoben werden.“ Letzteres steht nämlich auf Stelzen, nur Treppenhaus und Fahrstuhlschacht reichen bis auf den Erdboden. So sollen unter dem künftigen Verwaltungsgebäude statt Pkw-Stellplätzen Räumlichkeiten für Mitarbeiter, Büro und Lager des neuen Markts Platz finden. Stellplätze blieben trotzdem noch genügend übrig, erklärt Hübl. Nämlich 79 statt der baurechtlich erforderlichen 62.

Vom Landratsamt wurde ein Gutachten eingefordert, um festzustellen, ob die geplante Verkaufsfläche (596 Quadratmeter) mit der örtlichen Kaufkraft kongruiert und es keine sonstigen Beeinträchtigungen gibt. Diese Auswirkungsanalyse fiel positiv aus und auch die Überschreitung der 2016 festgelegten Baugrenze erschien den Räten an dieser Stelle vertretbar. So wurde der Bauvoranfrage erst einmal einhellig zugestimmt. Die genaueren Details wären in einem späteren Genehmigungsverfahren zu klären.

Etwas Kopfzerbrechen macht den Räten allerdings die Zugänglichkeit, zumal für Fußgänger. Hier verweist Bürgermeister Dieter Zahn auf den geplanten großen Kreisverkehr, der in ungewisser Zukunft an eben diesem Verkehrsknotenpunkt entstehen soll. Inklusive Bushaltestelle. Die Pläne liegen seit drei Jahren in der Schublade und sollten der Einfachheit halber eigentlich dann umgesetzt werden, wenn wegen des Brückenabrisses in Bartenbach die Landesstraße1066 ohnehin voll gesperrt werden muss. Wegen umfangreicher Ausgaben für Realschulsanierung und Kindergartenanbau (Ziegeläcker) wurde der Kreisverkehr im Haushaltsplan 2020 nun nicht berücksichtigt. Wohl aber hat das Land die Brückenbauarbeiten offenbar für diesen Sommer ausgeschrieben. „Da ist aber meines Wissens noch nichts entschieden“, erklärt der Rathauschef. „Das ist ein schwieriges Bauvorhaben. Wer weiß, ob da ein geeignetes Angebot eingeht.“ Vielleicht passt’s am Ende doch noch.

Auch in den Reihen der anwesenden Zuhörer ist die Freude über die Aussicht auf einen Drogeriemarkt groß: „Das wäre doch wirklich eine Bereicherung“, schwärmt man später draußen vor der Tür. Und „hoffentlich wird’s ein dm“, wünscht sich eine Sulzbacher Bürgerin. „Die haben hochwertige Bioprodukte und außerdem einen respektvollen Umgang mit ihren Mitarbeitern.“ Der Bauträger hält sich hierzu noch bedeckt.

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Erstellt:
18. Juni 2020, 06:00 Uhr

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