Q.ant und Ionos kooperieren

Superchips „Made in Germany“ für europäische KI-Unabhängigkeit

Rechnen mit Licht statt Strom: Das Stuttgarter Technologie-Unternehmen Q.ant und der Cloud-Anbieter Ionos schmieden eine strategische Allianz. So sieht sie aus.

Ein Ingenieur des Leibnitz-Rechenzentrums in München arbeitet mit dem photonischen Prozessor der zweiten Generation von Q.ant. Die Kooperation mit Ionos soll den Weg in kommerzielle Rechenzentren ebenen.

© LRZ/Vernonika Hohenegger

Ein Ingenieur des Leibnitz-Rechenzentrums in München arbeitet mit dem photonischen Prozessor der zweiten Generation von Q.ant. Die Kooperation mit Ionos soll den Weg in kommerzielle Rechenzentren ebenen.

Von Imelda Flaig

Das Stuttgarter Start-up Q.ant, Pionier bei photonischen Chips, und der Cloud-Anbieter Ionos aus Montabaur (Rheinland-Pfalz) kooperieren und wollen damit Europa im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) souveräner machen.

Wie die Unternehmen mitteilten, wurde die strategische Partnerschaft am Rande der Digitalkonferenz „Republica“ in Berlin vereinbart. In einer Zeit, in der KI-Infrastrukturen zunehmend von außereuropäischen Technologiekonzernen dominiert würden, setze man ein klares Zeichen für Innovation „Made in Germany“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen.

Aus dem Forschungslabor in kommerzielle Rechenzentren

Die Kooperation ebnet den Weg für die Superchips von Q.ant aus dem Forschungslabor in kommerzielle Rechenzentren. Das Stuttgarter Unternehmen hat einen photonischen Chip entwickelt, der eine deutlich höhere Rechenleistung und einen deutlich reduzierten Stromverbrauch hat. Bislang kommen die photonischen Prozessoren von Q.ant – sie rechnen mit Licht statt elektrischem Strom – vor allem in wissenschaftlichen Umgebungen zum Einsatz, unter anderem im Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) München.

„Durch die Kooperation mit Ionos gehen wir nun einen entscheidenden Schritt in Richtung Kommerzialisierung und Industrialisierung unserer Technologie- und haben in Ionos dafür den idealen Partner gefunden“, sagte Q.ant-Chef Michael Förtsch. Digitale Souveränität sei eine wirtschaftliche Notwendigkeit für Europa“, sagte Ionos-Produktmanager Andreas Nauertz. Gemeinsam könne man Anwendern Zugang zu innovativen KI-Technologien bieten, die auf europäischen Werten wie Datenschutz, Transparenz und technologischer Selbstbestimmung basierten.

Die photonischen Prozessoren lassen sich nach Angaben von Q.ant vollständig innerhalb der Europäischen Union fertigen – das Start-up betreibt bereits gemeinsam mit dem Institut für Mikroelektronik Stuttgart (IMS Chips) eine Pilotlinie in Stuttgart.

Der Zeitplan der beiden Kooperationspartner ist ambitioniert. Bereits im Sommer 2026 sollen erste gemeinsame Lösungen für KI und HPC-Anwendungen (High Performance Computing, also Hochleistungsrechner) der nächsten Generation in der Cloud vorgestellt werden.

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Erstellt:
19. Mai 2026, 14:50 Uhr
Aktualisiert:
19. Mai 2026, 15:27 Uhr

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