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Talanx fürchtet keine hohen Virus-Schäden

dpa Hannover. Wenn so viele Firmen Einbußen durch das Coronavirus haben, wie derzeit abzusehen ist, dürften viele Schäden bei Versicherern landen. Talanx zeigt sich aber relativ zuversichtlich. Die Börse eher nicht.

Der Versicherungskonzern Talanx fürchtet keine Schäden durch den neuartigen Coronavirus - die Börsen sehen das allerdings anders. Foto: Holger Hollemann/dpa

Der Versicherungskonzern Talanx fürchtet keine Schäden durch den neuartigen Coronavirus - die Börsen sehen das allerdings anders. Foto: Holger Hollemann/dpa

Der Versicherungskonzern Talanx sieht sich trotz der heftigen Verwerfungen durch die Coronavirus-Pandemie relativ gut gegen eine mögliche Wirtschaftskrise gewappnet.

So hält die Gruppe, zu der auch Marken wie HDI oder der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück gehören, anders als viele andere Unternehmen an ihrem Gewinnziel für 2020 fest. „Wie lange die Krise geht, wie tiefgreifend die Effekte sind und wie stark eine Rezession kommt, wissen wir nicht“, sagte Vorstandschef Torsten Leue am Montag in Hannover. Die direkten Belastungen für den Versicherer sollen sich jedoch eher in Grenzen halten.

Leue stellte für das laufende Geschäftsjahr bereits eine „mindestens stabile“ Dividende für die Anteilseigner in Aussicht. An der Börse konnten die Nachrichten jedoch die Verunsicherung der Anleger nicht stoppen: Für die Talanx-Aktie ging es mittags um elf Prozent abwärts. Seit dem Jahreswechsel brach der Kurs des Papiers im Kleinwerte-Index SDax inzwischen um mehr als 40 Prozent ein.

Für das laufende Jahr peilt die Talanx-Führung weiter einen Nettogewinn von 900 bis 950 Millionen Euro an. Das Ziel stehe unter dem Vorbehalt, dass die Großschäden im Rahmen der Erwartungen blieben und „an den Währungs- und Kapitalmärkten nicht noch größere Verwerfungen auftreten als momentan durch das Coronavirus“.

Mit Blick auf die jüngsten Börsenturbulenzen verwies der Vorstand darauf, dass der Versicherer weniger als ein Prozent seiner Finanzanlagen in Aktien investiert habe. „Wir wollten die Robustheit in Schockszenarien besser kontrollieren können“, begründete Finanzchef Immo Querner die Strategie. Im Versicherungsgeschäft rechnet der Vorstand insgesamt mit einer Belastung im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. So könnten Krisenfolgen wie die Absage von Großveranstaltungen und die Betriebsunterbrechungen in Unternehmen die Hannover Rück mit bis zu 200 Millionen Euro treffen.

Unternehmen, die sich gegen Betriebsunterbrechung versichert hätten, könnten aber in der Regel nicht mit Leistungen ihres Versicherers rechnen. Denn Pandemien seien als Ursache meist ausgeschlossen. Im Erstversicherungsgeschäft erwartet Leue nur einen niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenschaden, wenn viele Großveranstaltungen abgesagt würden.

Im vergangenen Jahr brachten die Tochter Hannover Rück und ein profitableres eigenes Geschäft Talanx 2019 noch einen Rekordgewinn ein. Unterm Strich stand ein Überschuss von 923 Millionen Euro - 31 Prozent mehr als 2018. Die Aktionäre sollen nun eine Dividende von 1,50 Euro erhalten, fünf Cent mehr als im Vorjahr.

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Erstellt:
16. März 2020, 14:48 Uhr

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