Anleger bleiben vorsichtig
TeamViewer-Aktie mit 7 % im Minus - Die Hintergründe
Die TeamViewer-Aktie steht am Dienstag unter Druck und verliert deutlich an Wert. Was hinter dem Kursrückgang steckt, erfahren Sie hier.
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Die TeamViewer-Aktie fällt am Dienstag deutlich. Erfahren Sie, warum der schwache Ausblick für 2026 und enttäuschte Erwartungen den Kurs belasten.
Von Matthias Kemter
Am Dienstagmorgen hat TeamViewer seine Jahreszahlen für 2025 veröffentlicht. Trotz solider Ergebnisse und einer stabilen Profitabilität reagiert der Markt zum Börsenbeginn negativ. Der vorsichtige Ausblick für 2026 und enttäuschte Erwartungen der Anleger belasten die Aktie.
Jahreszahlen 2025: Solide, aber keine Überraschungen
TeamViewer konnte im Geschäftsjahr 2025 den Umsatz währungsbereinigt um fünf Prozent auf 767,5 Millionen Euro steigern und erfüllte damit die eigene Prognose. Analysten hatten jedoch im Schnitt etwas höhere Erlöse von 784 Millionen Euro erwartet. Positiv hervorzuheben ist die Profitabilität. Das bereinigte EBITDA stieg um acht Prozent auf 340 Millionen Euro, was einer beeindruckenden Marge von 44,3 Prozent entspricht. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 17 Prozent zu. Dennoch sank der IFRS-Nettogewinn aufgrund von Währungseffekten und höheren Zinsaufwendungen leicht.
Vorsichtiger Ausblick für 2026
Der Hauptgrund für den Kursrückgang liegt im Ausblick für das laufende Jahr. TeamViewer erwartet ein Umsatzwachstum von lediglich 0 bis 3 Prozent, was deutlich unter den Erwartungen vieler Marktteilnehmer liegt. Auch die bereinigte EBITDA-Marge soll leicht auf rund 43 Prozent zurückgehen. Diese vorsichtige Prognose enttäuscht Anleger, die auf eine stärkere Erholung gehofft hatten. Während das Enterprise-Geschäft mit einem ARR-Wachstum von 19 Prozent glänzt, zeigt sich der SMB-Bereich schwächer. Hier setzt das Management auf eine strategische Neuausrichtung, die kurzfristig belastet, aber langfristig nachhaltigeres Wachstum ermöglichen soll. Auch die Integration der Tochtergesellschaft 1E zeigt erste Fortschritte, bleibt jedoch hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.
Marktreaktion und externe Faktoren
Die Aktie fiel vorbörslich um rund sechs Prozent auf knapp 5,50 Euro und nähert sich ihrem Rekordtief von 5,30 Euro. Neben dem schwachen Ausblick belasten auch allgemeine Sorgen im Software-Sektor, insbesondere die potenziellen Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf bestehende Geschäftsmodelle.
Fazit: Analysten sehen Wachstum
Die Analysten sind sich zwar uneins über die Perspektiven der TeamViewer-Aktie, sehen aber Wachstum. Während Barclays die Aktie weiterhin mit "Overweight" bewertet, hat die Bank das Kursziel von 10,50 auf 8,50 Euro gesenkt. Barclays sieht solide Geschäftszahlen, warnt jedoch vor den Auswirkungen einer möglichen KI-Blase. RBC Capital Markets bleibt optimistischer und stuft die Aktie mit "Outperform" und einem Kursziel von 16 Euro ein, da die Margenziele für 2025 bestätigt wurden. Die Berenberg Bank hingegen zeigt sich zurückhaltend und belässt die Einstufung auf "Hold" mit einem Kursziel von 11 Euro. Sie sieht in der aktuellen KI-Debatte zwar Chancen, stuft TeamViewer jedoch nicht als Top-Favoriten ein.
