Folgen des Klimawandels
Temperaturen in Ozeanen erreichen im März Rekordwerte
Die Temperaturen in den Weltmeeren steigen kontinuierlich. Jahr für Jahr werden neue Temperaturrekorde verzeichnet. Jetzt hat das EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus wieder Alarm geschlagen.
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Höhere Meerestemperaturen können schädliche Folgen für die Erde haben: So verursachen sie Korallenbleiche. Eine Taucherin beleuchtet Weichkorallen an einer Steilwand in Selayar, Südsulawesi, Indonesien.
Von Markus Brauer/AFP
Die Temperaturen der Ozean haben im März nach Angaben des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus nahezu Rekordwerte erreicht.
D ie Durchschnittstemperaturen der Meeresoberflächen hätten bei 20,97 Grad gelegen, dem zweithöchsten je für den März gemessenen Wert, teilte Copernicus am Freitag (10. April) mit. Der höchste März-Wert wurde 2024 während des Klimaphänomens El Niño gemessen.
„Übergang hin zu El-Niño-Bedingungen“
Der hohe März-Wert in diesem Jahr spiegele „einen wahrscheinlichen Übergang hin zu El-Niño-Bedingungen“ wider, heißt es in dem Bericht der Experten. Mehrere Wetterdienste hatten für dieses Jahr die Rückkehr von El Niño vorhergesagt, was zu einem zusätzlichen Anstieg der globalen Temperaturen führen könnte.
El Niño bezeichnet ein natürliches Klimaphänomen, das sich alle zwei bis sieben Jahre ereignet und mit einer Abschwächung der Passatwinde im tropischen Pazifik beginnt. Die bislang letzte El-Niño-Phase gab es in den Jahren 2023/2024 und trug dazu bei, dass 2024 global das heißeste und 2023 das zweitheißeste Jahr war, die jemals gemessen wurden.
Ozeane regulieren globales Klima
Die Ozeane spielen eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des globalen Klimas, da sie den Großteil der überschüssigen Wärme aufnehmen, die durch die CO2-Emissionen der Menschheit verursacht wird.
Höhere Meerestemperaturen können schädliche Folgen für die Erde haben: Sie befeuern stärkere Stürme und Niederschläge, verursachen Korallenbleiche und sorgen für einen Anstieg des Meeresspiegels.
El Niño und La Niña
WetteranomalienEl Niño und La Niña sind Wetteranomalien, die Extremwetter wie Hitze, Frost, Wirbelstürme und Starkregen verursachen. Die Folgen können Dürren, Riesenwellen, Überschwemmungen und Erdrutsche sein.
HäufigkeitDas in der Regel alle vier Jahre in unregelmäßigen Abständen von durchschnittlich vier Jahren auftretende Phänomen wird von wärmeren Wassertemperaturen im tropischen Pazifik ausgelöst. In der Folge verschieben sich aufgrund von veränderten Luft- und Meeresströmungen weltweit Wetterbedingungen. Als wichtigstes Phänomen natürlicher Klima-Schwankungen kann El Niño etwa Überflutungen in Südamerika sowie Dürren in Australien und Missernten in Indien auslösen.
NameDer Name ist von „El Niño de Navidad“ abgeleitet und bezieht sich auf das neugeborene Jesuskind, dessen Geburt zu Weihnachten, also dem Zeitpunkt des Auftretens des Wetterphänomens, gefeiert wird. Weil die Erwärmung der Küstengewässer vor Peru immer zum Jahresende besonders hoch waren, nannten Fischer das Phänomen El Niño (das Christkind).
FolgenEl Niño treibt die globale Durchschnittstemperatur in die Höhe, während La Niña einen kühlenden Effekt hat. Sie tauchen abwechselnd alle paar Jahre auf. Bei beiden verändern sich die Meeres- und Luftströmungen im und über dem süd-südöstlichen Pazifik. El Niño steht dabei für eine Phase, in der eine bestimmte Region im Pazifischen Ozean besonders warme Wassertemperaturen aufweist. La Niña für die besonders kalte Phase. Die beiden Zyklen wechseln sich durchschnittlich alle drei Jahre ab.
WeltklimaWie lange El Niño anhält oder wie stark die Folgen sind, kann man nicht verlässlich voraussagen. El Niño hat Einfluss auf das Wetter weltweit, weil er Hoch- und Tiefdrucksysteme, Winde und Niederschläge beeinflusst – auch in Deutschland. Aufgrund der größeren Energiemenge, die El Niño weltweit liefert, sind auch neue und extremere Hitzerekorde und möglicherweise besonders heftiger Starkregen von den Alpen bis zur Nordsee wahrscheinlich.
