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Tempo 30 und neue Schachtdeckel

Seit Jahren werden an der Ortsdurchfahrt in Oppenweiler die Grenzwerte für den Lärm überschritten. Jetzt können die Anwohner auf Besserung hoffen, denn auf der B14 gilt bald ein neues Tempolimit. Und das ist nicht die einzige Schutzmaßnahme.

Mitarbeiter einer Firma aus München bauen neue Schachtdeckel auf der B14 in Oppenweiler ein. Wenn ein Auto oder ein Lastwagen darüber fährt, sollen sie weniger Lärm machen als die alten.Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Mitarbeiter einer Firma aus München bauen neue Schachtdeckel auf der B14 in Oppenweiler ein. Wenn ein Auto oder ein Lastwagen darüber fährt, sollen sie weniger Lärm machen als die alten.Foto: A. Becher

Von Kornelius Fritz

OPPENWEILER. Der Verkehrslärm an der Ortsdurchfahrt in Oppenweiler ist nicht nur nervig, sondern eine ernsthafte Gesundheitsgefahr für die Anwohner. Das hat ein Lärmgutachten vor zwei Jahren deutlich gezeigt. Mehr als 200 Personen, die nahe an der B14 wohnen, sind demnach regelmäßig einem Lärmpegel ausgesetzt, der die zulässigen Grenzwerte von 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel in der Nacht überschreitet.

Der wirkungsvollste Lärmschutz wäre natürlich eine Umgehungsstraße. Auf die wartet man in Oppenweiler allerdings schon seit Jahrzehnten. Wann sie endlich gebaut wird, steht nach wie vor in den Sternen, obwohl Bürgermeister Bernhard Bühler nach eigener Aussage mindestens einmal im Monat beim Regierungspräsidium anruft, um die Verantwortlichen an das Projekt zu erinnern.

Zwei Maßnahmen, die den Lärm in Oppenweiler reduzieren sollen, werden nun aber kurzfristig umgesetzt. Sie sind Teil des Lärmaktionsplans, den der Gemeinderat im vergangenen Oktober verabschiedet hatte. Zum einen wird auf der Ortsdurchfahrt ein neues Tempolimit eingeführt. Die Schilder sollen bis nächste Woche montiert werden. Auf dem 600 Meter langen Abschnitt zwischen der Bühlfeldstraße und der Wilhelmsheimer Straße ist dann statt 50 Kilometern pro Stunde nur noch Tempo 30 erlaubt.

„Das wird für die Anwohner eine spürbare Entlastung bringen.“

Früher war eine solche Geschwindigkeitsbeschränkung auf einer Bundesstraße kaum möglich, mittlerweile haben der Gesetzgeber und die Gerichte aber die Rechte der Anwohner gestärkt. Die Gemeinde Oppenweiler verspricht sich von dem geringeren Tempo auch einen besseren Verkehrsfluss: Die Autofahrer müssten dann seltener bremsen und anfahren.

Zum anderen wurden gestern im Bereich zwischen der Jet-Tankstelle und der Bahnhofstraße zwölf Kanaldeckel ausgetauscht, die sich im Lauf der Jahre abgesenkt hatten. Vor allem wenn Lastwagen darüber fuhren, entstanden durch den Höhenunterschied laute Geräusche.

Dieses Problem soll nun ein für alle mal gelöst sein, denn die neuen Schachtdeckel, die von einer Spezialfirma aus Bayern installiert wurden, haben eine konische Form und leiten so die Kräfte besser ab. Das soll nicht nur den Lärm deutlich reduzieren, sondern auch länger halten. Falls das Versprechen stimmt, will Bürgermeister Bühler in den nächsten Jahren noch weitere Schachtdeckel auf der Ortsdurchfahrt auswechseln lassen. Bühler setzt große Hoffnungen in die beiden Maßnahmen: „Das wird für die Anwohner eine spürbare Entlastung bringen.“ Auch wenn er weiß, dass ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde auf einer Bundesstraße nicht bei allen Verkehrsteilnehmern für Begeisterung sorgen wird, hofft er auf Einsicht.

Um die Autofahrer freundlich an die Beschränkung zu erinnern, will die Gemeinde auch noch insgesamt vier Geschwindigkeitstafeln aufstellen, die den Fahrern ihr Tempo anzeigen. Damit habe man in Zell gute Erfahrungen gemacht, sagt Bühler und hofft, dass regelmäßige Radarkontrollen oder gar ein stationärer Blitzer nicht nötig sein werden.

Der Lärmaktionsplan sieht darüber hinaus vor, dass die Gemeinde den Radverkehr und den öffentlichen Nahverkehr fördert, damit weniger Autos durch den Ort rollen. Außerdem soll die Ortsdurchfahrt einen lärmoptimierten Straßenbelag bekommen. Dieser Vorschlag wird laut Bürgermeister Bühler allerdings erst umgesetzt, wenn ohnehin Belagsarbeiten fällig sind. Und das sei im besonders lärmgeplagten Gebiet wohl frühestens in fünf Jahren der Fall.

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Erstellt:
10. Juni 2020, 06:00 Uhr

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