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Tod im Fellbacher F3: Anzeige wird geprüft

39-Jährige ertrank im Juni im Bad – Anzeige gegen Aufsichtsperson erstattet

Ein tragisches Ende fand der Besuch einer Familie im Juni im Freizeitbad F3. Foto: G. Habermann

© Gabriel Habermann

Ein tragisches Ende fand der Besuch einer Familie im Juni im Freizeitbad F3. Foto: G. Habermann

Von Andrea Wüstholz

FELLBACH. Eine 39-jährige Frau ist im Juni im Freizeitbad F3 in Fellbach ertrunken. Zunächst stand im Raum, eine Person könnte auf die Frau gesprungen sein und sie sei dadurch unter Wasser geraten. Dieser Verdacht hat sich laut Staatsanwaltschaft „nicht erhärtet“. Allerdings liegt eine Anzeige gegen eine Aufsichtsperson vor. Ob sich daraus Konsequenzen ergeben, ist noch offen.

Die Anzeige wird derzeit geprüft, teilt Heiner Römhild auf Anfrage mit. Laut dem Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart „deuten die bisherigen Ermittlungsergebnisse darauf hin, dass die Frau ohne Fremdeinwirkung ertrunken ist“. Der Ehemann der 39-Jährigen hatte nach dem Badeunfall laut eines Medienberichts schwere Vorwürfe erhoben. Seine Frau sei nicht sofort reanimiert worden, hieß es. Marcus Eichstädt, Geschäftsführer des F3, widerspricht: „Umgehend, nachdem die Frau entdeckt wurde, wurde sie von einer Kollegin aus dem Becken geholt und reanimiert, während andere Kollegen sich um die sofortige Verständigung des Notarztes und eine optische Barriere kümmerten.“

Die Frau starb ein paar Stunden nach dem Unfall in einem Krankenhaus. Die Obduktion ergab später eindeutig, dass Ertrinken die Todesursache war. Die Frau hatte der ersten Meldung der Polizei zufolge nur kurz unter Wasser gelegen. Sie war bewusstlos, als man sie aus dem Becken holte. Die Frau hatte den Sonntag mit ihrer Tochter, deren Freundinnen und ihrem Ehemann im F3 verbringen wollen. „Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt der Familie“, so Eichstädt: „Wir bedauern sehr, dass das F3 Schauplatz einer solchen Tragödie wurde.“

Das Freizeitbad beschäftigt eigenes Aufsichtspersonal und greift zusätzlich auf Kräfte der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) zurück. So war es auch an jenem Sonntag im Juni. „Selbst erfahrene Kollegen stehen in solchen Situationen unter extremem Stress“, sagt Eichstädt. Ein Kriseninterventionsteam betreute die Aufsichtspersonen, die nach wie vor im F3 arbeiten. Dort war von einer Anzeige gegen eine Aufsichtsperson bisher nichts bekannt.

Einen Schwimmmeister aus dem Rems-Murr-Kreis treibt der Fall Monate danach noch um, obwohl er selbst damit nichts zu tun gehabt habe. Namentlich genannt werden möchte er in der Zeitung nicht, weil er berufliche Nachteile fürchtet. Sein Urteil zum eigenen Berufsstand fällt besorgniserregend aus: „Es gibt viele Missstände in diesem Beruf. Wir sind schlecht ausgebildet.“ Nicht ohne Grund falle es Bäderbetrieben schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden. Lange und unattraktive Arbeitszeiten, zu wenig Personal in den Bädern – und gleichzeitig der Anspruch, überall gleichzeitig zu sein und für Sicherheit zu sorgen, so beschreibt der Schwimmmeister das Spannungsfeld. „So ein Getümmel kann kein Mensch überblicken“, mit diesem Gedanken steht der Schwimmmeister des Öfteren am Beckenrand: „Die Kollegen sind überall überlastet.“ Marcus Eichstädt vom F3 verweist hingegen auf „ständig steigenden Personaleinsatz“. Es gebe Videoüberwachung, Schulungen, externe Unterstützung „und vieles mehr“.

Tod beim Baden Info Im vergangenen Jahr sind laut einer Statistik der DLRG in ganz Deutschland 12 Menschen in Frei- und Hallenbädern ertrunken. Im Jahr davor waren es 19. In Seen und Flüssen sterben viel mehr Menschen. Deutschlandweit sind im vergangenen Jahr in Seen 137 Menschen ertrunken, in Flüssen 157.

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Erstellt:
23. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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