Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Traum vom neuen Heim rückt näher

Vor über einem Jahr ist das Sportheim der SVU-Fußballer einem Brand zum Opfer gefallen. Mit dem Abriss der Brandruine wurde jetzt ein wichtiger Schritt in Richtung Neubau getan. Die Verantwortlichen hoffen, dass nächstes Frühjahr der Einzug möglich ist.

Abbrucharbeiten an der Brandruine in Unterweissach: Der SVU will ein neues zweigeschossiges Vereinsheim errichten. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Abbrucharbeiten an der Brandruine in Unterweissach: Der SVU will ein neues zweigeschossiges Vereinsheim errichten. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Es war ein Schock, als das Sportheim des SVU in der Nacht zum 1. April vergangenen Jahres in Flammen stand. Das Feuer richtete beträchtlichen Schaden an: Die Höhe wurde auf 350000 Euro beziffert, der Bau war nicht mehr zu benutzen. Um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, musste der Verein eiligst Provisorien schaffen.

Rasch war in dieser Lage klar, dass eine Sanierung des Gebäudes nicht infrage kam, zumal die Immobilie in die Jahre gekommen war und längst nicht mehr aktuellen Ansprüchen genügte, beispielsweise bei den Duschen und Umkleiden. Der Verein hatte deshalb schon Überlegungen angestellt und Pläne für einen Neubau geschmiedet. Klar war aber auch, dass der Verein das Vorhaben nicht allein stemmen kann, sondern auf Unterstützung durch die Gemeinde angewiesen ist. In einer denkwürdigen Gemeinderatssitzung wurden dann die finanziellen Pflöcke eingerammt.

Weiter stellte sich heraus, dass das Vorhaben der planungsrechtlichen Absicherung bedurfte: Der projektierte Neubau fällt etwas größer aus als das alte Sportheim und übersteigt damit die Abmessungen, die der aus dem Jahr 1977 stammende Bebauungsplan für das Gelände an der Jägerhalde zulässt. Folglich musste ein neues Planwerk mit Namen „Sport- und Freizeitanlagen – Vereinsheim Fußball“ aufgesetzt werden. Das entsprechende Verfahren ist inzwischen abgeschlossen – der Gemeinderat hat in seiner Sitzung Ende Mai den Satzungsbeschluss gefasst. Und noch eine weitere wichtige Hürde, die den Baubeginn erst ermöglicht, hat der Verein genommen: Die Baugenehmigung liegt vor.

Im September soll die Bodenplatte gegossen werden.

Oliver Weber, der seitens des Vorstandsteams das Bauvorhaben federführend begleitet, geht davon aus, dass die Abbrucharbeiten bis Ende dieser Woche vollends abgeschlossen werden können. Im nächsten Schritt werden die Versorgungsleitungen erneuert. Im September, so der Plan, wird die Bodenplatte gegossen, damit noch im Herbst der Aufbau des Gebäudes beginnen kann. Läuft es weiter nach Plan, dann, so hofft Weber, kann der Verein das neue Heim im März oder April nächsten Jahres beziehen.

Im Vordergrund steht dabei das untere der beiden Stockwerke. Dort befinden sich die Umkleiden und die sanitären Einrichtungen, die für den Spielbetrieb benötigt werden. Das obere Geschoss mit dem künftigen Gastronomiebereich soll laut Weber zunächst noch außen vor bleiben, denn bislang ist nicht klar, wer als Pächter gewonnen werden kann – und ob überhaupt ein Interessent zu finden sein wird. Denn die Coronapandemie hat dem Verein bei der Suche nach einem Gaststättenbetreiber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Potenzielle Interessenten seien wegen der Unwägbarkeiten, unter denen die Branche infolge der Krise derzeit leidet, schwer zu finden, lässt Weber durchblicken. Er hofft, dass die projektierte kleine Wohnung gleich neben der Gaststätte am Ende den Unterschied macht. Sollte aber doch kein Pächter gefunden werden, können sich die Verantwortlichen auch vorstellen, die Gaststätte mit eigenen Kräften zu betreiben. „Der Verein lebt mit der Gaststätte“, unterstreicht Weber die Bedeutung eines gastronomischen Angebots – Ausschank und kleine Speisen bei Spielen, Gemeinschaftspflege nach dem Training, „das ist es, was einen Verein ausmacht“. In der zurückliegenden Coronazeit habe man schmerzlich gespürt, was gefehlt hat und wie wichtig die Begegnungen sind.

Die Gesamtkosten des Projekts sind auf 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Davon entfallen rund 300000 Euro auf den Gastronomiebereich, der sich getrennt vom Sportbereich über die Pacht finanzieren soll. Als Versicherungsleistung kann der Verein 200000 Euro einbuchen, ferner gibt es eine Förderung vom Württembergischen Landessportbund. Abzüglich der Eigenleistung steuert die Gemeinde zum Ausgleich über 500000 Euro bei – „ein sehr großzügiger Zuschuss“, wie Vorstand Ralf Birkenbusch anmerkt.

Zum Artikel

Erstellt:
25. Juni 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!
Symbolfoto: Bernd Libbach - adobe.stock.com
Top

Stadt & Kreis

Spektakuläre Kriminalfälle

In einer neuen Serie berichtet unsere Zeitung über sechs alte Fälle von Mord, Totschlag und aufsehenerregenden Einbrüchen.