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Tübinger OB Palmer will Mitglied bei den Grünen bleiben

dpa Stuttgart. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer will Mitglied bei den Grünen bleiben. „Ich bin aus ökologischer Überzeugung Grüner. Deswegen bleibe ich Mitglied“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur nachdem der baden-württembergische Grünen-Vorstand ihn aufgefordert hatte, die Partei zu verlassen. „Die Aufforderung zum Austritt beruht ausschließlich auf falschen Unterstellungen und enthält keine Argumente“, meinte Palmer.

Boris Palmer, der Oberbürgermeister der Stadt Tübingen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Boris Palmer, der Oberbürgermeister der Stadt Tübingen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Palmer hatte in den vergangenen Jahren mehrfach für Wirbel gesorgt. Zuletzt sorgte er mit einer Interview-Äußerung zum Umgang mit Corona-Patienten für Empörung. Der Grünen-Landesvorstand erklärte am Freitag, Palmer schade der Partei. „Der Landesvorstand erwartet, dass Boris Palmer unsere Partei verlässt.“ Man behalte sich ein Parteiordnungsverfahren vor, hieß es in der Mitteilung.

„Ich weiß nicht, was damit gemeint ist“, sagte Palmer dazu. „Einer öffentlichen, argumentativen Auseinandersetzung will ich mit Freude entgegensehen.“ Palmer zeigte sich enttäuscht von den Grünen. „Ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist, dass man für etwas, was man nicht gesagt hat, verurteilt wird.“ Die Grünen beteiligten sich daran, die Demokratie zu einer „Empörungsarena“ umzugestalten.

Palmer hatte gesagt: „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ Er erklärte seine Aussage mit der Sorge um armutsbedrohte Kinder vor allem in Entwicklungsländern, deren Leben durch die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns bedroht sei. Palmer räumte nach Kritik aber ein, dass sein Satz ohne den Kontext und wegen seiner scharfen Formulierung Anlass zum Missverständnis gegeben habe. Das bedauere er.

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Erstellt:
8. Mai 2020, 22:06 Uhr

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