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Türen des Mixx-Clubs bleiben geschlossen

Steigende Betriebskosten, sinkender Umsatz: Betriebsleiter Philip Rößlein zieht in den Sommerferien die Notbremse

Acts wie Pietro Lombardi locken die Besucher an – verlangen aber auch ziemlich hohe Gagen. Und diese wiederum hätten die Gäste des Mixx-Clubs mittragen müssen. Archivfoto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Acts wie Pietro Lombardi locken die Besucher an – verlangen aber auch ziemlich hohe Gagen. Und diese wiederum hätten die Gäste des Mixx-Clubs mittragen müssen. Archivfoto: T. Sellmaier

Von Silke Latzel

BACKNANG. Es war nur eine einfache Nachricht auf Facebook Anfang September, doch sie hatte es – zumindest für die Fans des Backnanger Mixx-Clubs – in sich: „Wir bleiben geschlossen. Wir wünschen euch alles Gute und bedanken uns für viele unvergessliche Partynächte“. Für viele kam die Nachricht überraschend, denn noch am 27. Juli hieß es in einer Veranstaltungsankündigung „Heute ein letztes Mal vor der Sommerpause“. Philip Rößlein, Betriebsleiter des Clubs, sagt unserer Zeitung auf Anfrage: „Spontan war die Schließung schon. In der Sommerpause ergaben sich leider noch ein paar Faktoren, welche dann auch zur endgültigen Schließung geführt haben.“ Die immer weiter steigenden Betriebskosten sowie der sinkende Umsatz und die Gästezahlen seien Gründe, jedoch auch immer mehr Probleme mit dem Hotel und den Anwohnern.

Noch im Frühjahr war DSDS-Gewinner Pietro Lombardi im Mixx-Club (wir berichteten) und sorgte für ein volles Haus. Hätten mehr Events in dieser Größenordnung den Club vor dem Aus bewahrt? „Wir hatten ja viele verschiedene Liveacts aus allen möglichen Kategorien“, so Rößlein. „Aber man muss auch bedenken, dass bei solchen Acts heutzutage leider die Gagen bei mindestens 20000 Euro anfangen. Und da sind wir noch nicht bei der Spitze der Charts, sondern leider im Mittelfeld.“ Umso höher die Gagen, desto höher seien dann auch die Eintrittspreise. „Wir hatten leider auch schon Beschwerden über die Eintrittsgelder bei Pietro Lombardi und Fero47, wobei wir immer versucht haben, diese so human wie möglich zu gestalten.“ Möglich gewesen wären weitere Auftritte von Künstlern wie Lombardi also durchaus, aber „dann hätten wir teilweise solch hohe Eintritte kassieren müssen, dass dies wahrscheinlich bei einem Großteil der Gäste auf Unverständnis gestoßen wäre, da die Gagen meist geheim sind und viele darüber gar nicht Bescheid wissen.“

Wie es in Zukunft mit dem Mixx-Club weitergehen soll, kann Rößlein momentan noch nicht sagen: „Wir suchen natürlich nach Nachmietern und Übernahmeinteressenten. Einige Besichtigungen hatten wir bereits, einige werden noch kommen. Aber vielleicht offenbart sich auch etwas komplett anderes...“

Für Rößlein selbst heißt es nach der Aufregung der vergangenen Tage erst einmal „etwas abschalten und die ganzen Erfahrungen und Erlebnisse, positive als auch negative, auf mich wirken zu lassen und zu verarbeiten. Und daraus dann die richtigen Schlüsse zu ziehen.“

Backnang ist nun wieder um eine Partylocation für junge Menschen ärmer. Nicht das erste Mal, dass die Location in der Stuttgarter Straße den Namen und auch den Betreiber wechselt. Es bleibt nun abzuwarten, wie es mit dem Club weitergeht. Und bis dahin wird es die Feierwütigen wieder einmal mehr in Richtung Stuttgart ziehen.

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Erstellt:
9. September 2019, 11:30 Uhr

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