Über 30 Millionen Euro für Kreisstraßen

Landkreis stellt 50-Punkte-Maßnahmenkatalog auf – Bauarbeiten bei Käsbach und an der Murrbrücke bei Zell im Sommer

Über 30 Millionen Euro will der Landkreis bis zum Jahr 2021 in die Kreisstraßen, Brücken und Radwege pumpen. Der Maßnahmenplan listet über 50 Vorhaben auf. Noch bevor das umfassende Werk endgültig vom Kreistag abgesegnet ist, werden die ersten Sanierungen angestoßen. Dazu gehört die K1900 beiMurrhardt-Käsbach ebenso wie die Murrbrücke bei Oppenweiler-Zell.

Die K1900 zwischen Käsbach und Vorderwestermurr weist bereits beträchtliche Schäden auf. Nach Beginn der Sommerferien will der Landkreis die Sanierung in Angriff nehmen. Die Arbeiten sind in Auftrag gegeben. Archivfoto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Die K1900 zwischen Käsbach und Vorderwestermurr weist bereits beträchtliche Schäden auf. Nach Beginn der Sommerferien will der Landkreis die Sanierung in Angriff nehmen. Die Arbeiten sind in Auftrag gegeben. Archivfoto: J. Fiedler

Von Armin Fechter

WAIBLINGEN. Gleich nach dem Beginn der Sommerferien Ende Juli soll es losgehen: Dann steht die Sanierung der K1900 zwischen Vorderwestermurr und Käsbach auf dem Programm. Den Startschuss dazu haben die Kreisräte im Umwelt- und Verkehrsausschuss in ihrer jüngsten Sitzung mit der Vergabe der Bauarbeiten gegeben. Das Vorhaben soll nach neun Wochen Bauzeit, während der die zwei Kilometer lange Strecke komplett gesperrt ist, bis Ende August abgeschlossen sein. Darauf folgt dann Anfang Oktober noch eine weitere Maßnahme in dieser Ecke des Landkreises: Die Fahrbahndecke der K1802 soll erneuert werden, und zwar auf dem etwa einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Vorderwestermurr und der Westermurrer Sägmühle. Beide Projekte wurden gemeinsam ausgeschrieben, um möglichst Kostenersparnisse zu erzielen. Unterm Strich ist dann eine Gesamtsumme von knapp 987000 Euro herausgekommen, die fast punktgenau der Schätzung des Straßenbauamts mit 985000 Euro entspricht.

Ebenfalls nach Beginn der Sommerferien soll die Sanierung der Murrbrücke bei Zell im Zuge der K1897 in Angriff genommen werden. Das 1994 errichtete Bauwerk stellt mit 114 Metern die längste Kreisstraßenbrücke im Rems-Murr-Kreis dar. Die letzte Hauptprüfung aus dem Jahr 2016 hat Risse und Abplatzungen aufgezeigt, zudem ist die Abdichtung über die gesamte Länge schadhaft, sodass tiefer gehende Folgeschäden zu befürchten sind. Entwässerungseinrichtungen müssen teilweise ausgebessert oder ersetzt werden, zudem sind die bestehenden Schutzeinrichtungen zu erneuern.

Im Zusammenhang mit der Brückensanierung will der Landkreis auch den parallel zur Straße verlaufenden Radweg erneuern und auf die heute gültige Regelbreite von zweieinhalb Metern bringen. Die Arbeiten erstrecken sich dabei auf den gesamten Abschnitt von der Einmündung bei Steinbach bis zum Anschluss an die B14 bei Oppenweiler.

Die Gesamtkosten für beide Vorhaben sind auf 1,18 Millionen Euro geschätzt, wobei das Land die Brückensanierung mit 50 Prozent der Kosten bezuschusst. Unerwartet günstig ist das Ausschreibungsergebnis ausgefallen: Das Unternehmen will die Arbeiten für 828000 Euro erledigen. Gudrun Wilhelm (FDP/FW) forderte von der Kreisverwaltung, auf eine pünktliche Fertigstellung zu achten. Denn der gesamte Deponieverkehr aus dem oberen Murrtal rollt sonst über diese Strecke. Während der Bauzeit muss er weiträumig über Strümpfelbach und Backnang – Sulzbacher Straße, Ring und Plattenwaldallee – umgeleitet werden.

Der Kreisstraßenmaßnahmenplan insgesamt fand einhellige Zustimmung im Ausschuss. Nun fehlt nur noch das abschließende Votum des Kreistags. Der Plan soll als digitales Werk für jeden Bürger abrufbar ins Netz gestellt werden, kündigte Stefan Hein vom Straßenbauamt an. Christoph Jäger (CDU) äußerte sich positiv zu der Zusammenstellung und appellierte an die Kollegen, den Plan nicht wegen jedem Sträßle vor der eigenen Haustür zu zerreden. Willy Härtner (Grüne) regte an, touristische Aspekte mit zu bedenken und beispielsweise eine Radroute von Bartenbach über Hohenbrach in Richtung Kochertal anzuvisieren. Josef Heide (AfD/Unabhängige) mahnte an, die Verkehrsbelastung bei der Priorisierung stärker heranzuziehen. Die aber soll nicht zu hoch bewertet werden, entgegnete Hein, sonst werde das Remstal in der Plandarstellung irgendwann komplett grün und der Raum Murrhardt komplett rot sein. Das geeignete Regulativ sieht Hein eher im Ausbaustandard.

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Erstellt:
5. Juli 2018, 06:00 Uhr

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