Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Über Geldspricht man nicht

Täglich neu: Landestypisches für Einheimische und Reigschmeckte

Die Reutlinger, die dem Volksmund zufolge hälenga reich sind, beschäftigen uns heute noch einmal. Petra Höbich-Wagner aus Stuttgart schreibt: „Vielen Dank für Ihre schönen ,Hälegna‘-Artikel. Als gebürtige Reutlingerin kann ich nur bestätigen, dass die Reutlinger hälenge reich send. Ich weiß nicht, wie dieser Begriff zustande kam, aber ich habe die hälenge Reiche erlebt und persönlich gekannt. Lange Zeit habe ich auf einer Bank in Reutlingen gearbeitet. Man hat in Reutlingen den Reichtum nicht zu Schau gestellt; schon vor Jahrzenten trug man den Pelz im Wintermantel innen, heute ist dass in, damals war es hälenge.

Die eigene Immobilie wurde gepflegt und erhalten aber man war immer bescheiden. Ich habe Reutlinger gekannt, deren Reichtum erst zutage kam, als der Nachlass verteilt wurde. Es machte keinen Unterscheid ob es echte Reutlinge‘ oder Reigschmeckte waren.

Es gab einen Bürger der Stadt, der seine Villa der Stadt vermacht hatte. Bei der Räumung wurden unter den Kohlen Goldbarren gefunden. Reutlingen war mal die Stadt der Millionäre, vielleicht kommt das Hälenge einfach daher, dass man nicht ­zeigen wollte, was man besaß. Vielleicht ist das heute auch noch so! Man muss ja nur mal die Immobilien in den besten ­Lagen ansehen, da wird sichtbar, dass auch heute noch viel Vermögen im Betongold steckt.

37 Jahre lebe ich jetzt in Stuttgart, und auch die reichen Stuttgart leben lieber hälenga und von den wenigsten ist bekannt, was sie besitzen. Über Geld spricht man nicht, man hat es – oder eben nicht.“

Wir kommen auf den Ausdruck Holgen zurück, hinter dem Utz Baitinger aus botnang Heiligenbilder vermutete. Klaus-Peter Huschka aus Wernau schreibt dazu: „In Esslingen am Neckar gibt es eine Straße mit dem Namen Holgenburg. Die Bezeichnung geht zurück auf den Lithografen Jakob Ferdinand Schreiber, welcher im Jahre 1831 den Schreiber Verlag gegründet hatte, bekannt durch seine Bastelbögen und Bücher wie die ,Wurzelkinder‘ oder die ,Häschenschule‘.

In den Anfangsjahren druckte der Verlag auch Heligenbildchen, im regionalen Sprachgebrauch Holgen genannt. Die Villa des Verlegers, in Esslingen auf einer Anhöhe gelegen, wurde im Volksmund Holgenburg genannt. Interessierten Lesern sei ein Besuch des J. F. Schreiber-Museums in Esslingen empfohlen.“

Und hier noch ein Tipp: Manfred Eisele aus Stuttgart-Gaisburg weist uns darauf hin, „dass am Sonntag, dem 16. Dezember, um 10 Uhr in der Gaisburger Kirche in Stuttgart-Gaisburg ein Mundartgottesdienst stattfindet. Die Gaisburger Kirche befindet sich in der Faberstraße 17 und ist mit der Stadtbahn Linie 4, Haltestelle Gaisburg, gut zu erreichen“. Der schwäbische Spruch des Wochenendes kommt von Ulrich Krieg von „onderm Stuifa“: „Eine schon betagte Tante meiner Frau, mit der ich ab und zu über Gott und die Welt und frühere Zeiten rede, sagte einmal: ,I han’s blooß vom Haerasaga (Hörensagen), abr beim Haerasage luigt (lügt) ma geara.“ (jan)

www.auf-gut-schwaebisch.de

Zum Artikel

Erstellt:
15. Dezember 2018, 03:12 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!